Quelle: Insidekino

Sechs Filme wurden vergangenes Wochenende in jeweils mehr als 100 Kinos in Deutschland gestartet, doch kein einziger davon hat an den Kinokassen wirklich überzeugt, sodass die Top 3 von der Vorwoche unverändert blieb und die Gesamtbesucherzahl der Top 10 um 26% auf etwa 1,13 Mio abbaute. Auch gegenüber dem Vorjahr gab es zum ersten Mal in diesem Quartal einen Rückgang (um 13%). Nur drei der sechs breiten Neustarts haben es überhaupt in die Top 10 geschafft, dafür aber auch zwei Newcomer, die limitiert recht erfolgreich angelaufen sind.

Zum dritten Mal in Folge belegte Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 konkurrenzlos die Chartspitze. Angesichts zahlreicher, aber in Summe trotzdem ungefährlicher Konkurrenz vergangenes Wochenende, gelang dem Film ein besserer Rückgang an seinem dritten Wochenende als seinen beiden Vorgängern. Mit einem Drop von 38% und etwa 413,000 neuen Besuchern hatte Mockingjay Teil 2 das beste dritte Wochenende der Panem-Reihe. Bereits das zweite Wochenende des Films war besser als bei jedem anderen Teil der Reihe. Nach 18 Tagen hat Mockingjay 2 in Deutschland knapp 2,828,000 Besucher in die Kinos gelockt und verringerte den Vorsprung seines direkten Vorgängers auf lediglich 17,000 Tickets im selben Zeitraum (am Wochenende davor betrug der Abstand noch 21,000 Besucher). Verglichen mit Catching Fire liegt Mockingjay 2 bereits 194,000 Zuschauer vorne. Kommendes Wochenende wird er als achter (und vermutlich vorletzter) Film von 2015 die 3-Mio-Besuchermarke überqueren und eine Goldene Leinwand dafür erhalten. Momentan deutet sein Kurs auf eine Gesamtbesucherzahl von mindestens 3,9 Mio hin, es sei denn Star Wars: Das Erwachen der Macht saugt alle potenziellen Zuschauer auf. So oder so sollte er mindestens der zweiterfolgreichste Film der Reihe nach Besuchern in Deutschland werden und dank 3D-Bonus locker der umsatzstärkste.

Auch seine fünfte Woche verbrachte der 24. James-Bond-Film Spectre gemütlich auf Rang 2 der deutschen Charts mit 280,000 Zuschauern (-34%) von 771 Kinos und steht nun bei knapp über 5,9 Mio Besuchern. Mittlerweile liegt Spectre etwa 10% hinter Skyfall im selben Zeitraum, doch angesichts des deutlich größeren Rückstands in vielen anderen Ländern, kann man sich über die Performance von Spectre in Deutschland wirklich nicht beschweren. Mittlerweile ist er auch auf Platz 12 der besucherstärksten Filme in Deutschland seit 2010 vorgerückt und wird höchstwahrscheinlich sogar alle drei Hobbit-Teile hierzulande hinter sich lassen, was auch eine bemerkenswerte Leistung ist. Nach Einspiel erreichte Spectre mit €56,5 Mio bereits Rang 21 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten in Deutschland. Mit Star Wars am Horizont, wird Spectre nicht mehr lange so gute Kasse bei uns machen und schon bald viele seiner Kinos und Leinwände an die Sternensaga einbüßen. Nichtsdestotrotz sollte der Film, mindestens 6,7 Mio Besucher erreichen. Aktuell würde ihn das zum zweiterfolgreichsten englischsprachigen Realfilm in Deutschland seit 2010 machen – nach Skyfall. Natürlich wird Star Wars da aber auch ein Wörtchen mitreden können.

Pixars Arlo & Spot legte den besten Rückgang der Top 10 hin und baute lediglich 25% ab. An seinem zweiten Wochenende sahen 118,000 Kinogänger in Deutschland den Film und brachten seien vorläufige Gesamtbesucherzahl auf knapp über 300,000 nach 11 Tagen. Trotz des guten Holds ist es immer noch eine sehr schwache Performance. Nach 11 Tagen hat Arlo & Spot nur knapp mehr Zuschauer in die Kinos gelockt als der zuvor besucherschwächste Pixar-Film Merida – Legende der Highlands an seinem Startwochenende. Natürlich wird sich Arlo & Spot auch in den kommenden Wochen vermutlich gut oder gar sehr gut halten und von den Weihnachtsferien profitieren, doch auch dann wird er nicht mehr als 800,000 Zuschauer bei uns erreichen und das ist für einen Pixar- oder Disney-Animationsfilm geradezu peinlich.

Im Gegensatz zu Nordamerika ist die Weihnachts-Horrorkomödie Krampus hierzulande nicht überragend aus den Startlöchern gekommen, war aber immerhin der stärkste Neustart am Wochenende. Von 303 Kinos sammelte Krampus 68,000 Besucher ein und erreichte einen Schnitt von 226 Besuchern pro Kino. Samt Sneaks und Previews kann Krampus bis dato sogar 81,000 Besucher vorweisen. Vor Weihnachten wird der Film sich vermutlich ordentlich halten können und in Deutschland etwa 250,000 oder vielleicht sogar 300,000 Besucher erreichen, jedoch nicht mehr. Insgesamt ist es eine eher durchschnittliche Performance für einen Horrorfilm in Deutschland.

Bridge of Spies – Der Unterhändler zeigte nach einem enttäuschenden Start etwas Stärke an seinem zweiten Wochenende und verlor nur 30% seiner Besucher von der Vorwoche. Knapp 61,000 Kinogänger lockte das Kalter-Krieg-Drama von Steven Spielberg mit Tom Hanks in die hiesigen Lichtspielhäuser und steht nun bei 186,000 Besuchern. Bridge of Spies wird auch im besten Szenario weiterhin zu den schwächsten Spielberg-Filmen an den deutschen Kinokassen gehören, doch mit etwas Glück und vielen Oscarnominierungen, könnte er 400,000 Zuschauer bei uns erreichen.

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