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Stalled (2013)

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Stalled, USA 2013 • 85 Min • Regie: Christian James • Drehbuch: Dan Palmer • Mit: Dan Palmer, Antonia Bernath, Tamaryn Payne, Mark Holden • FSK: ab 18 Jahren • DVD/BD-Start: 07.02.2014

Ausgerechnet an Heiligabend hat Hausmeister W. C. (Dan Palmer) noch einen Auftrag auf der Damentoilette zu erledigen. Als zwei leicht bekleidete und schwer angetrunkene Frauen von der auf dem gleichen Stockwerk stattfindenden Weihnachtsparty das Örtchen aufsuchen, versteckt sich der schüchterne Sanitärfachmann in einer Kabine. Zuerst ziehen die beiden attraktiven Damen über die Kollegen her, dann tauschen sie heiße Küsse aus. Aber leider wird aus dem sich anbahnenden Männertraum nichts, als eine der Blondinen im Blutrausch ihrer Liebespartnerin ein gutes Stück Fleisch aus dem Hals reißt. Da ist es doch tatsächlich gerade eben zur Zombie-Apocalypse gekommen und immer mehr grässlich zugerichtete Partygäste stürmen das Damenklo auf der Suche nach Frischfleisch.

STALLED_LOCK01_00-12-00-08_Large_RGB3r3rwefrew KopieDie Story klingt jetzt mühsam an den Haaren herbeigezogen? Klar! Aber die Ausführung muss man als gelungen bezeichnen. Regisseur Christian James und Autor / Hauptdarsteller Dan Palmer, die bereits vor zehn Jahren mit dem sehenswerten „Freak Out“ einen bissigen Thriller abgeliefert haben, verstehen ihr blutiges Handwerk. Mit Mini-Budget und Mini-Ausstattung, dafür aber reichlich abgedrehten Ideen liefert das Briten-Duo einen ordentlichen Metzel-Spaß. Dabei nimmt sich die Zombie-Comedy absolut nicht ernst und punktet mit einem coolen Anti-Helden, für den die Untoten eher ein mildes Ärgernis sind, eimerweise Kunstblut und Innereien, sowie einer Traumsequenz inklusive Zombie-Gruppentanz a la Michael Jacksons „Thriller“.

Zwischen schwarzem britischen Humor und abgeschnittenen Körperteilen ist in dem kurzweiligen 85-Minuten-Streifen sogar noch Zeit für eine halbwegs plausible Charakterisierung und ein wenig Moral. Lässt man in den Momenten ohne Blutfontänen die Finger von der Fernbedienung, lernt man den Charakter W.C. besser kennen und entwickelt sogar richtig Sympathie für den Underdog. Und dann ist da noch eine Überlebende, die sich in dem nicht so stillen Örtchen in der Abteilung neben W.C. versteckt hat und mit bissigen Kommentaren für so manchen Grinser sorgt. Dazu ein veritabler Gastauftritt von Mark Holden als „Zombie-Hunter“ und der originelle Twist am Ende des Massakers – langweilig wird es nie.

Vince Gilligan und Bryan Singer bringen gemeinsam "Battle Creek"

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Battle Creek

Quelle: Deadline

Vince Gilligan ("Breaking Bad") und Bryan Singer (X-Men, Die üblichen Verdächtigen) bündeln ihre Kräfte für eine neue TV-Serie – wie klingt das? Für mich hervorragend!

Machen wir uns nichts vor. Nach dem immensen Erfolg von "Breaking Bad" (wann wurde eine Serie zuletzt zu einem so großen kulturellen Phänomen?!) hätte Vince Gilligan (oben am Set von "Breaking Bad") alles machen können. Ihm standen alle Türen offen. Hätte er eine Serie über die Abenteuer von Ronald McDonald vorgeschlagen, so hätte auch diese wahrscheinlich sofort grünes Licht bekommen – und ich hätte se mir auf jeden Fall angeschaut. Denn der Mann, der "Breaking Bad" erschaffen hat, hat einfach was gut bei mir.

Daher bin ich auch sehr gespannt auf sein Projekt "Battle Creek", an dem er parallel zur "Breaking Bad"-Spin-Off-Serie "Better Call Saul" arbeitet, auch wenn die wenigen bislang bekannten Details nicht gerade innovativ und aufregend klingen. In "Battle Creek" geht es um zwei Detektive (gespielt von Dean Winters und Kal Penn) mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, die in der titelgebenden Stadt in Michigan zusammenarbeiten müssen. Mehr ist bislang nicht bekannt. Die Konstellation eines ungleichen Ermittlerpaares ist für Gilligan nicht neu. Seine Karriere begann er nämlich als Produzent, Autor und Regisseur von "Akte X". Während Vince Gilligan für das Konzept der Serie verantwortlich ist und David Shore ("Dr. House") der Showrunner der Serie sein wird, wurde jetzt auch der Regisseur für die Pilotfolge gefunden – Bryan Singer, der auch den Pilotfilm zu "Dr. House" inszeniert hat. Der Sender CBS hat sofort eine ganze Staffel der Serie bestellt – das zeugt von Vertrauen! "Battle Creek" scheint eine Herzensangelegenheit für Gilligan zu sein, denn er hat die Serie erstmals 2002 vorgeschlagen. Sein Pitch wurde jedoch nicht angenommen. Heutzutage  wäre wohl kaum jemand verrückt genug, eine Serie von Gilligan abzulehnen.

Mark Wahlberg ist der Star des neuen Transformers-Posters

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Transformers 4 Poster

Quelle: Paramount Pictures

Eine neue Marketing-Welle zu Transformers: Ära des Untergangs beginnt! Nachdem es um den Film nach der spektakulären Premiere des Super-Bowl-Spots etwas ruhiger wurde, erwartet uns jetzt wahrscheinlich jede Menge Material zu dem Blockbuster-Sequel, das am 17.07.2014 in die deutschen Kinos kommen wird. Zunächst hat die Marketing-Abteilung ein neues Filmposter veröffentlicht, das interessanterweise nicht Optimus Prime oder einen anderen Transformer in den Mittelpunkt stellt, sondern den menschlichen Star des Films, Mark Wahlberg. Wahlberg, der mit dem Regisseur Michael Bay auch bei Pain & Gain zusammengearbeitet hat, ist wahrscheinlich der bislang größte Star bzw. Kassenmagnet, der sich dem Transformers-Franchise angeschlossen hat. Die Tatsache, dass er im Vordergrund des neuen Posters steht (mit einem Riesenroboter im Hintergrund) könnte auf die neue Richtung der Vermarktung hindeuten. Vielleicht geht es ja diesmal nicht nur um reine Metall-gegen-Metall-Action, sondern auch die Menschen spielen tatsächlich eine Rolle. Der Grund, warum ich den ersten Transformers noch deutlich besser finde als die beiden Sequels, liegt u. a. darin, dass die menschlichen Charaktere noch halbwegs interessant gestaltet sind und nicht nur die Transformers das Geschehen dominieren. Hoffentlich besinnt sich der vierte Film darauf zurück. Für Mark Wahlberg sollte es jedenfalls der größte Hit seiner Karriere werden.

Transformers 4 Poster

Außerdem haben wir für Euch noch einmal die deutsche Version des Spots zu dem Film, der während des Super Bowls ausgestrahlt wurde. Der erste richtige Trailer dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

https://youtu.be/Enter video ID (eg. Wq4Y7ztznKc)

Filminfos:

"Diesen Sommer wird die unglaubliche Entdeckung eines Mannes die Welt in den Ausnahmezustand versetzen. Dabei werden die Grenzen der Technologie bis ins Unkontrollierbare überschritten und eine uralte Transformers-Macht die Erde an den Rand der Zerstörung bringen: es ist die Ära des Untergangs. Der Kampf zwischen Mensch und Maschine, Gut und Böse, Freiheit und Versklavung steht unaufhaltsam bevor.

Erneut konnte Blockbuster-Garant Michael Bay eine hochkarätige Besetzung für seine mit Spannung erwartete Big-Budget-Fortsetzung begeistern: Neben Hollywood-Star Mark Wahlberg, wird die asiatische Schönheit Bingbing Li, eine der bekanntesten Schauspielerinnen Chinas, das Transformers-Vermächtnis weiterführen. Die heißen Jungstars Nicola Peltz („Die Legende von Aang") und Jack Reynor („What Richard did"), der großartige Comedian T.J. Miller („Zu scharf, um wahr zu sein") sowie der vielseitige Schauspieler Stanley Tucci („Die Tribute von Panem – Catching Fire") vervollständigen zusammen mit Kelsey Grammer („Frasier" aus der gleichnamigen TV-Serie) und Sophia Myles („Underworld") den aufregenden Cast."

Oscars 2013 – Gewinner und Fazit

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Oscars 2018 Moderator

Zum 86. Mal wurden gestern die Academy Awards in Los Angeles verliehen. Zum 15. Mal habe ich die Verleihung live mitverfolgt. Unter diesen 15 war die gestrige (neben der Verleihung von 2009) die vorhersehbarste, was die Preisträger angeht. Das merkt man bereits daran, dass unsere Redaktionstipps, die bei allen vier Redakteuren nahezu identisch waren, eigentlich so gut wie alle Sieger abgedeckt haben. In jeder Kategorie gab es im Vorfeld Favoriten und die Verleihung lässt sich so zusammenfassen, dass die Favoriten gewonnen haben. Unten sehr Ihr alle Gewinner auf einen Blick (in grün)

Bester Film

American Hustle
Captain Phillips
Dallas Buyers Club
Gravity
Her
Nebraska
Philomena
12 Years a Slave
The Wolf of Wall Street

Beste Regie

David O. Russell (American Hustle)
Alfonso Cuarón (Gravity)
Alexander Payne (Nebraska)
Steve McQueen (12 Years a Slave)
Martin Scorsese (The Wolf of Wall Street)

Bester Hauptdarsteller

Christian Bale (American Hustle)
Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Bruce Dern (Nebraska)
Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave)
Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street)

Beste Hauptdarstellerin

Amy Adams (American Hustle)
Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Sandra Bullock (Gravity)
Meryl Streep (Im August in Osage County)
Judi Dench (Philomena)

Bester Nebendarsteller

Bradley Cooper (American Hustle)
Barkhad Abdi (Captain Phillips)
Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Michael Fassbender (12 Years a Slave)
Jonah Hill (The Wolf of Wall Street)

Beste Nebendarstellerin

Jennifer Lawrence (American Hustle)
Sally Hawkins (Blue Jasmine)
Julia Roberts (Im August in Osage County)
June Squibb (Nebraska)
Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

Bestes Originaldrehbuch

Eric Warren Singer und David O. Russell (American Hustle)
Woody Allen (Blue Jasmine)
Craig Borten und Melisa Wallack  (Dallas Buyers Club)
Spike Jonze (Her)
Bob Nelson (Nebraska)

Bestes adaptiertes Drehbuch

Richard Linklater, Julie Delpy und Ethan Hawke (Before Midnight)
Billy Ray (Captain Phillips)
Steve Coogan und Jeff Pope (Philomena)
John Ridley (12 Years a Slave)
Terence Winter (The Wolf of Wall Street)

Bester fremdsprachiger Film

The Broken Circle (Belgien)
Das fehlende Bild (Kambodscha)
La Grande Bellezza (Italien)
Die Jagd (Dänemark)
Omar (Palästina)

Bester Animationsfilm

Die Croods
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Ernest and Celestine
Ich – Einfach unverbesserlich 2
The Wind Rises

Beste Kamera

The Grandmaster
Gravity
Inside Llewyn Davis
Nebraska
Prisoners

Bester Schnitt

American Hustle
Captain Phillips
Dallas Buyers Club
Gravity
12 Years a Slave

Beste Kostüme

American Hustle
The Grandmaster
Der große Gatsby
The Invisible Woman
12 Years a Slave

Bester Dokumentarfilm

The Act of Killing
Cutie and the Boxer
Dirty Wars
The  Square
20 Feet from Stardom

Bester Dokumentar-Kurzfilm

CaveDigger
Facing Fear
Karama Has No Walls
The Lady in Number 6: Music Saved My Life
Prison Terminal: The Last Days of Private Jack Hall

Bestes Makeup & Hairstyling

Dallas Buyers Club
Jackass: Bad Grandpa
Lone Ranger

Beste Filmmusik

Die Bücherdiebin
Gravity
Her
Philomena
Saving Mr. Banks

Bestes Filmlied

“Alone Yet Not Alone” (Alone Yet Not Alone)
“Happy” (Ich – Einfach unverbesserlich 2)
“Let It Go” (Die Eiskönigin – Einfach unverfroren)
“The Moon Song” (Her)
“Ordinary Love” (Mandela: Der lange Weg zur Freiheit)

Beste Ausstattung

American Hustle
Gravity
Der große Gatsby
Her
12 Years a Slave

Bester animierter Kurzfilm

Feral
Get a Horse!
Mr. Hublot
Possessions
Room on the Broom

Bester Kurzfilm

Aquel No Era Yo (That Wasn’t Me)
Avant Que De Tout Perdre (Just Before Losing Everything)
Helium
Pitääkö Mun Kaikki Hoitaa? (Do I Have to Take Care of Everything?)
The Voorman Problem

Bester Tonschnitt

All Is Lost
Captain Phillips
Gravity
Der Hobbit – Smaugs Einöde
Lone Survivor

Bester Ton

Captain Phillips
Gravity
Der Hobbit – Smaugs Einöde
Inside Llewyn Davis
Lone Survivor

Beste visuelle Effekte

Gravity
Der Hobbit- Smaugs Einöde
Iron Man 3
Lone Ranger
Star Trek into Darkness

Fazit:

Die einzigen mehrfachen Gewinner waren Gravity mit sieben Oscars, 12 Years a Slave und Dallas Buyers Club mit jeweils drei sowie Die Eiskönigin – Völlig unverfroren und Der große Gatsby mit jeweils zwei. Was dabei sofort auffällt, ist, dass von den neun Filmen, die als "Bester Film" nominiert waren, fünf (American Hustle, Philomena, Nebraska, Captain Phillips und The Wolf of Wall Street) komplett leer ausgingen. Damit schließt sich American Hustle Filmen wie Am Wendepunkt, Die Farbe Lila, Gangs of New York und True Grit an, als einer der größten Oscar-Loser aller Zeiten – all diese Filme erhielten 10 oder 11 Nominierungen und gewannen nichts. Überraschend war es im Falle von American Hustle trotzdem nicht. Außerdem gab es dieses Jahr die größte Diskrepanz in der Anzahl der gewonnen Oscars zwischen dem  "Bester Film"-Gewinner und dem oscarreichsten Film der Nacht seit 1973, als Cabaret acht Oscars, einschließlich "Beste Regie" (wie auch Gravity) gewann, "Bester Film" (zusammen mit zwei weiteren Oscars) an Der Pate ging. Auch 12 Years a Slave gewann nur drei Auszeichnung, wie Argo im Vorjahr. Zu Beginn der Zeremonie hat die Moderatorin Ellen DeGeneres die Situation eigentlich gut zusammengefasst: "Option 1: 12 Years a Slave gewinnt als "Bester Film". Option 2: Wir sind alle Rassisten". Zwar war das humorvoll gesagt, doch ein Fünkchen Wahrheit bezüglich der Gedankengänge bei der Auszeichnung dieses Films steckt da sicherlich drin. Zum ersten Mal seit 1951/1952 gab es zwei Jahre in Folge übrigens jeweils zwei unterschiedliche Gewinner in den Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" – eine absolute Seltenheit also. Eine kleine Anmerkung am Rande: für 12 Years a Slave gewann Brad Pitt seinen ersten Oscar – und zwar als Produzent!

Was die Moderation der Sendung betrifft….sie war, gelinde gesagt, ungewöhnlich. Ellen DeGeneres verzichtete größtenteils auf viele Witze auf Kosten des anwesenden Stars und interagierte stattdessen mit den Zuschauern, wobei zwischendurch Pizzen in den Saal bestellt wurden und auch dieses, jetzt schon legendäre Foto entstand und den all-time Retweet-Rekord innerhalb von 35 Minuten brach:

Zu den seltsamsten Momenten der Verleihung, gehörte John Travoltas Ankündigung der "Let It Go"-Sängerin Idina Menzel….nur, dass er ihren Namen bis zur Unerkenntlichkeit verändert hat:

Was zum Teufel ist da passiert…? Gut gemacht, Josh Trubolto.

Und nebenbei  – warum schickt Pro Sieben eigentlich immer Steven Gätjen zur Moderation der Red-Carpet-Show bei den Oscars? Gibt es irgendjemanden – wirklich irgendjemanden – der Gätjens Moderation mag?!

Grand Budapest Hotel – Unser großes Bloggerspecial

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Grand Budapest Hotel Special

Gerade habe ich die zugeschneiten Wälder von Zubrowka hinter mir gelassen, doch ich höre das Bellen, das Rufen; sie kommen. Ich kann sie beinah atmen hören. Der Gegenwert des Risikos findet sich im Besitz dieses prachtvollen Kunstwerks. Schändlich kauernd in einer miefenden Abwasserbaustelle, werde ich und mein Schlupfwinkel dem vor Charme sprühenden Filmposter zu "Grand Budapest Hotel" nicht gerecht. Zweckmäßigkeit steht dieses Mal vor angemessener Würdigung. Der Deal auf dem Schwarzmarkt für diese Rarität würde jeden Filmkritiker für Jahre durch sanieren. Wenn das misslingt, bleibt noch der Besuch im Kino, um Wes Andersons ("Moonrise Kingdom") neuen zuckersüßen, schrulligen Geniestreich "Grand Budapest Hotel" zu bestaunen. Im Kino stinkt es auch nicht so sehr nach der Baustelle und den Abwasserrohren. Ein ganz passables Versteck; immer dort, wo es stinkt. Merken!

Grand Budapest Hotel Special Blogger

Wes Anderson ist zweifelsohne ein virtuoser Filmemacher und besitzt unbestreitbar einen ganz eigenen Wiedererkennungswert. Seine Filme wirken wie eine großherzige Inszenierung einer Playmobil-Landschaft mit Detailverliebtheit, wie man sie selten sieht. In einem offenen Brief lobte sogar Regiemeister Martin Scorsese Wes Anderson und andere Regiegrößen dafür, nicht immer den untersten Weg zu gehen und auch mal unangepasst ihre Träume auf Film zu bannen. Ein Blick in den Brief lohnt hier.

In dem Film "Grand Budapest Hotel" heuert der junge Zero (Tony Revolori) als Lobbyboy im Grand Budapest Hotel an, denn wer möchte dort nicht Lobbyboy sein? Unter dem strengen, aber herzlichen Blick von M. Gustave (Ralph Fiennes) beginnt Zero seine Ausbildung. Viele der Gäste kommen nur wegen Concierge M. Gustaves romantisch, verklärter Eloquenz und seiner ganz besonderen Ehrerbietung für die weiblichen Gäste. Eines Tages stirbt eine solche von M. Gustave bezirzte Dame namens Madame D (kaum zu erkennen: Tilda Swinton). Zum Ärgernis ihres Sohnes Dimitri (Adrien Brody) und seiner Schergen (klasse Willem Dafoe als "Jopling") vermacht sie das wertvolle Bild "Junge mit Apfel" dem piekfeinen Consierge M. Gustave. Fortan nimmt eine fulminante Schmuggel-Versteck-Jagd ihren Lauf. Was dabei sonst noch so alles passiert, ist unbedingt sehenswert und in unserer Kritik zu "Grand Budapest Hotel" nachzulesen.

Trailer

In den deutschen Kinos läuft der Gewinner des Silbernen Bären bei der Berlinale 2014 ab dem 6.03.2014 in den Kinos. Auch andere Blogger haben sich Gedanken dazu gemacht, wo sie das Poster zu Grand Budapest Hotel verstecken würden. Das könnt Ihr hier nachlesen:

Wewantmedia
Kino7
Cinekie
Myofb

Oscars 2013 – Abschließende Gedanken und Tipps der Redaktion

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Oscars 2013

Heute Nacht werden in Los Angeles zum 86. Mal unter der Moderation von Ellen DeGeneres die Oscars verliehen. Es ist also an der Zeit, einen allerletzten Blick auf die Kategorien zu werfen und (wie letztes Jahr) die Tipps unserer Redaktionsmitglieder abzugeben.

Es sieht ganz danach aus, als könnt etwas passieren heute Nacht, wozu es seit über 60 Jahren nicht mehr kam: im zweiten Jahr in Folge könnten die Oscars für "Besten Film" und "Beste Regie" an zwei verschiedene Filme gehen. Wurde aber Ben Affleck letztes Jahr als Regisseur für Argo erst gar nicht nominiert, ist Alfonso Cuarón (Gravity) dieses Jahr der unschlagbare Favorit für den Regie-Oscar, während 12 Years a Slave als Film noch knapp weiter vorne ist. Nicht ausschließen kann man natürlich auch American Hustle, der sich im Vorfeld zehn Nominierungen holte. Ich glaube jedoch, dass dem Film das gleiche Schicksal widerfahren wird, wie vor 12 Jahren Gangs of New York – er wird in allen zehn Kategorien leer ausgehen. Auch "Bester Film"-Kandidaten wie The Wolf of Wall Street und Nebraska werden wahrscheinlich ohne Preise enden. Wie es in den einzelnen Kategorien, unserer Meinung nach aussieht, erfahrt Ihr unten. Auf das Tippen der drei Kurzfilm-Kategorien haben wir aber aufgrund von genereller Unbekanntheit und persönlicher Unwissenheit verzichtet.

(hier könnt Ihr übrigens alle Nominierungen auf einen Blick sehen)

BESTER FILM

Arthur: Obwohl American Hustle mit zehn Nominierungen, darunter für alle vier Schauspieler, sehr stark ins Rennen ging, wurde er von Gravity und 12 Years a Slave mittlerweile auf die Rückbank verfrachtet. Diese beiden liefern sich hingegen einen unerbitterlichen Kampf, sodass die beiden bei den Producers Guild Awards mit dem einmaligen Gleichstand hervorgingen. Bei den Golden Globes und den BAFTAs triumphierte jedoch 12 Years a Slave. Keine Frage, Gravity wird insgesamt mehr Preise als jeder andere Film an dem Abend gewinnen, doch wenn es um den Hauptpreis geht, kommen neben den Verdiensten des Films selbst auch eine politische und soziale Komponente hinzu. Gravity ist ein Weltraumabenteuer, 12 Years a Slave ist ein "wichtiger" Film über die Sklaverei, der künftig sogar zum Curriculum der US-amerikanischen High Schools zum Thema der Sklaverei gehören wird. Es ist die "richtige" Wahl und diese werden die Academy-Mitglieder meiner Meinung nach treffen.

Arthur: 12 Years a Slave
Bastian: 12 Years a Slave
Daniel: 12 Years a Slave
Asokan: 12 Years a Slave

 

BESTE REGIE

Arthur: Es sieht ganz so aus, als erwarten uns dieses Jahr wieder unterschiedliche Gewinner in den Kategorien "Bester Film" und "Bester Regisseur" Obwohl ich Steve McQueen seine Chance für 12 Years a Slave nie abstreiten würde, ist Alfonso Cuarón der haushohe Favorit und eine bequeme Möglichkeit für die Academy seinen phänomenalen Flm zu prämieren, ohne ihm gleich den wichtigsten Preis zu geben. Die Siege bei den BAFTAs, den Golden Globes und der Regiegewerkschaft bestätigen den Trend.

Arthur: Alfonso Cuarón (Gravity)
Bastian: Alfonso Cuarón (Gravity)
Daniel: Alfonso Cuarón (Gravity)
Asokan: Alfonso Cuarón (Gravity)

 

BESTER HAUPTDARSTELLER

Arthur: In dieser Kategorie werde ich es einfach riskieren und einem Bauchgefühl folgen. Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club) ist der eindeutige Favorit, mit Siegen bei den SAG-Awards und den Golden Globes. Jedoch habe ich das Gefühl, dass 12 Years a Slave mehr Stärke zeigen wird, als ihm einige zutrauen und deshalb hier triumphieren wird.

Arthur: Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave)
Bastian: Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Daniel: Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Asokan: Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)

 

BESTE HAUPTDARSTELLERIN

Arthur: Es kann eigentlich nur Cate Blanchett sein. Die einzige, die hier überraschen könnte, ist Amy Adams für American Hustle, weil sie trotz vier bisheriger Nominierungen als einzige von den diesjährigen "Beste Hauptdarstellerin"-Nominees noch nie gewonnen hat. Doch Blanchett hat die Oscar-Saison dominiert und die britische Fraktion innerhalb der Academy wird sich hinter sie stellen.

Arthur: Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Bastian:
Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Daniel: Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Asokan: Cate Blanchett (Blue Jasmine)

 

BESTER NEBENDARSTELLER

Arthur: Jared Leto wird es werden und er hat in seiner Kategorie nicht einmal nennenswerte Konkurrenz, was tatsächliche Oscar-Chancen betrifft.

Arthur: Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Bastian: Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Daniel: Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Asokan: Jared Leto (Dallas Buyers Club)

 

BESTE NEBENDARSTELLERIN

Arthur: Hätte Jennifer Lawrence nicht letztes Jahr schon für Silver Linings einen Oscar gewonnen, wäre sie mit ihrer feurigen Performance in American Hustle die absolute Favoritin und ein leichter Tipp. Ich bin aber nicht sicher, ob die Academy einer 23-Jährigen bereits ihren zweiten Oscar geben würde. Die Golden Globes und die BAFTAs zeichneten sie aus, doch bei den Preisen der Schauspielgewerkschaft SAG ging sie leer aus. Ihre Hauptkonkurrentin ist Lupita Nyong’o, die in ihrer Rolle viel leiden muss – immer ein gutes Rezept für die Oscars. Tipp:

Arthur: Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)
Bastian:
Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)
Daniel: Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)
Asokan: Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

 

BESTES ORIGINALDREHBUCH

Arthur: David O. Russell hat mit American Hustle ein starkes Drehbuch abgeliefert, doch Spike Jonzes (Her) einzigartige Idee und die Fähigkeit, allein durch Dialoge eine Liebesgeschichte spürbar werden zu lassen, fand bislang großen Anklang bei den meisten Preisverleihungen – darunter bei den Golden Globes.

Arthur: Her
Bastian: Her
Daniel: Her
Asokan: American Hustle

 

BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH

Arthur: Also größter Favorit unter den Nominees, sollte der Preis an John Ridleys Drehbuch von 12 Years a Slave gehen. Überraschend könnte höchstens The Wolf of Wall Street, doch ich denke, dass die Drogenexzesse und die Rekordzahl von "Fucks" für die Academy-Wähler zu viel des Guten sein werden.

Arthur: 12 Years a Slave
Bastian: The Wolf of Wall Street
Daniel: 12 Years a Slave
Asokan: 12 Years a Slave

 

BESTER FREMDSPRACHIGER FILM

Arthur: Kaum eine Kategorie ist so überraschungsreich wie diese. Nicht selten gewinnen hier komplette Außenseiter gegen große Favoriten (siehe No Man’s Land gegen Amelie oder Nokan – Die Kunst des Ausklangs gegen Das weiße Band). Die Favoriten sind diesmal La Grande Bellezza aus Italien und Die Jagd aus Dänemark. Die Überraschung würde ich dem belgischen Film The Broken Circle zutrauen, da er dank Country-Musik vielleicht besser bei den US-Wählern ankommt. Letztlich setze ich aber auf Mads Mikkelsens tolle Performance, die Die Jagd zum Sieg führen sollte.

Arthur: Die Jagd (Dänemark)
Bastian: La Grande Bellezza (Italien)
Daniel: La Grande Bellezza (Italien)
Asokan: La Grande Bellezza (Italien)

 

BESTER ANIMATIONSFILM

Arthur: The Wind Rises ist (angeblich) Hayao Miyazakis letzter Film. Das wäre genug, um ihm die Trophäe zu sichern – hätte er in Vergangenheit nie gewonnen. Das hat er aber, für Chihiros Reise ins Zauberland. Daher ist der Druck einer letzten Auszeichnung nicht so groß und ich tippe auf den Publikumsfavoriten und Megaerfolg Die Eiskönigin.

Arthur: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Bastian: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Daniel: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Asokan: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

 

BESTER DOKUMENTARFILM

Arthur: Dieses Jahr gibt es bei weitem nicht den klaren Favoriten, wie es ihn mit Searching for Sugar Man letztes Jahr gab. 20 Feet from Stardom ist die leichtesten verdauliche und finanziell erfolgreichste Dokumentation unter den Nominees, doch The Square und The Act of Killing punkten mit sehr wichtigen Einsichten in geschichtliche und politische Prozesse. The Act of Killing verdient diese Auszeichnung, doch ich wähle die fröhlichere Option.

Arthur: 20 Feet from Stardom
Bastian: The Act of Killing
Daniel: The Act of Killing
Asokan: The Act of Killing

 

BESTER SCHNITT

Arthur: Gravity sollte hier eigentlich gewinnen und doch macht mich die Verleihung der Preise des Cutter-Verbands stutzig. Diese zogen stattdessen Captain Phillips vor. Auch die BAFTAs prämierten in dieser Kategorie nicht Gravity, sondern Rush – Alles für den Sieg, der bei den Oscars nicht einmal nominiert wurde. Ich gebe Gravity dennoch den Ausschlag, weil ich denke, dass viele Wähler bei dem Film einfach die meisten technischen Kategorien ankreuzen werden.

Arthur: Gravity
Bastian: Captain Phillips
Daniel: Gravity
Asokan: 12 Years a Slave

 

BESTE KAMERA

Arthur: Es ist ein Kampf zwischen zwei genialen Kameramännern, die in Vergangenheit trotz zahlreicher Nominierungen nie gewonnen haben. Roger Deakins (Prisoners) hat bereits zehn erfolglose Noms hinter sich, Emmanuel Lubezki (Gravity) fünf. Beide galten bereits als Favoriten in diversen Jahren, nur um immer und immer wieder leer auszugehen. Dieses Jahr wird das Glück einem der beiden zuteil, doch Deakins wird es wohl ein weiteres Mal aussitzen müssen. Man kann sich darüber streiten, wie viel von Gravitys Bildern der Verdienst von Lubezki und wie viel der der VFX-Leute ist, doch das schadete in Vergangenheit auch Life of Pi und Avatar nicht. Gravity wird diese Kategorie sicherlich für sich beanspruchen.

Arthur: Gravity
Bastian: Gravity
Daniel: Gravity
Asokan: Gravity

 

BESTES SZENENBILD

Arthur: Das ist eine technische Kategorie, in der Gravity trotz einer Nominierung tatsächlich leer ausgehen könnte, denn hier gewinnen meist Filme, deren Ausstattung am auffälligsten ist. Dazu gehören in der Regel historische Streifen und wenn es eine Aspekt gab, bei dem Der große Gatsby wirklich punkten konnte, dann die Ausstattung.

Arthur: Der große Gatsby
Bastian: Gravity
Daniel: Der große Gatsby
Asokan: 12 Years a Slave

 

BESTE KOSTÜME

Arthur: Filme mit den meisten und auffälligsten Kostümen haben hier meist den Vorteil. Das würde natürlich Der große Gatsby und American Hustle zu Favoriten machen. Beim Verband der Kostümbildner gewann jedoch ganz überraschend 12 Years a Slave gegen die beiden Filme. Da bei den Oscars aber nicht nur die Profis aus dem Kostümbereich mit abstimmen, sondern alle Mitglieder der Academy, denke ich immer noch, dass es ein Rennen zwischen American Hustle und Der große Gatsby sein wird. Ich werfe eine Münze.

Arthur: Der große Gatsby
Bastian: Der große Gatsby
Daniel: Der große Gatsby
Asokan: 12 Years a Slave

 

BESTE FILMMUSIK

Arthur: Die Scores von Saving Mr. Banks und Die Bücherdiebin sind wundervoll, doch ich denke die epische Musik von Gravity wird sich auch hier durchsetzen.

Arthur: Gravity
Bastian: Gravity
Daniel:
Gravity
Asokan: Gravity

 

BESTES FILMLIED

Arthur: Ich befürchte, dass der Tod von Nelson Mandela dem Mandela-Song "Ordinary Love" den Ausschlag geben könnte, wie bereits bei den Golden Globes, doch zum Glück ist die Übereinstimmung in dieser Kategorie zwischen den Oscars und den Globes nicht überwältigend, also nehme ich den Publikumsliebling "Let It Go" aus Die Eisköngin – Völlig unverfroren.

Arthur: "Let It Go" (Die Eiskönigin)
Bastian: "Moon Song" (Her)
Daniel: "Let It Go" (Die Eiskönigin)
Asokan: "Let It Go" (Die Eiskönigin)

 

BESTE VISUELLE EFFEKTE

Arthur: Das ist keine Frage. Alle nominierten Filme haben grandiose Effekte und in vielen anderen Jahren hätte Der Hobbit – Smaugs Einöde mit seiner genialen Drachenschöpfung den Preis bekommen. Gravity gehört jedoch zu diesen wenigen Filmen, die wirklich etwas darbieten, das man so noch nie auf einer Leinwand gesehen hat und einen auch an die Zukunft von 3D glauben lassen.

Arthur: Gravity
Bastian: Gravity
Daniel: Gravity
Asokan: Gravity

 

BESTER TON

Arthur: Gravity sollte beide Ton-Kategorien gewinnen und dabei hat er auch keine harte Konkurrenz zu befürchten.

Arthur: Gravity
Bastian: Gravity
Daniel: Gravity
Asokan: Gravity

 

BESTER TONSCHNITT

Arthur: Die Dominanz von Gravity in den technischen Kategorien wird sich auch hier fortsetzen.

Arthur: Gravity
Bastian: Gravity
Daniel: Gravity
Asokan: Gravity

 

BESTES MAKEUP

Arthur: In dieser Kategorie haben Filme, die zugleich auch noch als "Bester Film" nominiert sind, immer einen Vorteil gegenüber anderen, eher unterhaltsamen Alternativen. Obwohl Jackass: Bad Grandpa diesen Preis verdient, wird er an Dallas Buyers Club gehen.

Arthur: Dallas Buyers Club
Bastian: Dallas Buyers Club
Daniel: Dallas Buyers Club
Asokan: Dallas Buyers Club

Her (2013)

Her (2013) Filmkritik

Her, USA 2013 • 126 Min • Regie: Spike Jonze • Drehbuch: Spike Jonze • Mit: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Amy Adams, Scarlett Johansson (Stimme) • Kamera: Hoyte Van Hoytema • Musik: Arcade Fire FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 27.03.2014 Deutsche Website

Mit „Her“ bekommen Filmfans in diesem Jahr wohl einen inhaltlich außergewöhnlichsten Beitrag geliefert. Mit fünf Nominierungen geht „Her“ ins diesjährige Rennen um den Oscar in diversen Kategorien. Ob der Film eine Chance hat und ob Regisseur und Drehbuchautor Spike Jonze („Wo die wilden Kerle wohnen“) mit seiner ungewöhnlichen Zukunftsvision zu punkten vermag, lest ihr in der folgenden Kritik.

Her (2013) Filmbild 1Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) ist ein einsamer Mann. Seine Jugendliebe Catherine (Rooney Mara) hat ihn verlassen und er zögert das Unterschreiben der Scheidungspapiere immer mehr heraus, da er sie noch immer liebt. Meistens sitzt Theodore abgeschottet auf der Arbeit oder Zuhause und spielt Videospiele. Eines Tages jedoch entscheidet er sich, für sein Computersystem eine neue Betriebssoftware namens OS1 zu kaufen und wählt bei der Systemkonfiguration eine weibliche Stimme. Diese Entscheidung verändert sein ganzes Leben, denn nun hält das virtuelle weiblich-klingende Wesen Samantha (gesprochen IM Original von Scarlett Johansson) Einzug in Theodores tristen Alltag. Immer mehr verliebt sich der einsame Mann in Samantha und findet sich bald in einem Konflikt mit seiner Realität und der virtuellen Wirklichkeit, in die er sich verliebt hat, wieder.

Her (2013) Filmbild 2Regisseur und Drehbuchautor Spike Jonze hat sich in „Her“ mit dem Thema der immer größer werdenden virtuellen Realitäten und ihren Einzug in unser Leben auseinandergesetzt. Sein Charakter Theodore lebt in einer futuristischen Wirklichkeit, die nicht so fern von unserem Alltag zu sein scheint, wie man zu Beginn denkt. Theodore steht Tag ein Tag aus, mit seinem Computer per Ohrknopf mit Sprachsteuerung in Verbindung und lässt sich an Termine erinnern, E-Mails vorlesen oder die neuesten Nachrichten durchgeben. Als dies nun mit dem Betriebssystem OS1 eine Frauenstimme übernimmt, und zusätzlich sogar eine, die tatsächlich mit dem Benutzer Gespräche führen kann, ändert sich Theodores Verhalten gegenüber dieser technischen Erfindung. Relativ schnell nimmt auch der Zuschauer die Stimme von Samantha nicht mehr als Computersoftware sondern als echten Menschen war, wodurch die Grenze zwischen Realität und Virtualität schon nach Minuten aufgehoben wird. Was jedem potenziellen Zuschauer dieses Films bewusst sein muss, ist, dass Samantha niemals körperlich präsent ist und ausschließlich über die Stimme mit dem Hauptcharakter kommuniziert. Dies schlägt sich auf die Dialoglastigkeit des Films nieder, die wirklich enorm ist. Es wird mehr gesprochen, als gehandelt. Filminteressierte, denen zu viel Dialog zu zäh oder zu langweilig ist, sei der Film definitiv nicht empfohlen. Hier liegt in manchen Momenten auch die Schwäche von „Her“. Manche Passagen wirken sehr gezogen und reißen schon mal an der Geduld des Zuschauers. Ein gutes Durchhaltevermögen ist bei der Sichtung dieses Films anzuraten.

Die Schauspieler agieren alle sehr glaubwürdig, wobei die Optik des Hauptdarstellers sehr befremdet, erinnert sie doch zu sehr an den pädophilen Kindermörder aus dem Film „In meinem Himmel“. Dies ist sicherlich nicht beabsichtig, erschwert aber zu Beginn eine Sympathisieren mit der Hauptfigur.

Der Handlungsverlauf ist gerade zu Beginn interessant. Vor allem die Szene in der es eine Interaktion zwischen Hauptcharakter, Videospielfigur und Betriebssystem Samantha gibt, ist sehr unterhaltsam. Im späteren Verlauf wird die Geschichte zunehmend verstrickter und einige merkwürdige Einfälle werden einbezogen. Dies mag zwar unterhaltsam anzuschauen sein, wirkt aber manchmal auch etwas befremdlich.

Her (2013) Filmbild 3Mit dem Blick auf die Oscars kann man sagen, dass Jonze hier mit seinem neusten Film ein durchaus aktuelles Thema aufgegriffen und zugespitzt hat. Ob ihm dies eine der begehrten Trophäen einbringen wird, ist fraglich. Der Film ist zwar inhaltlich durchaus interessant, sticht aber handwerklich weder schauspielerisch noch technisch in keiner Szene besonders hervor. Vor allem das Mainstream-Publikum wird mit diesem Film auf Grund seiner langsamen Erzählgeschwindigkeit, Dialoglastigkeit und einiger inhaltlicher Merkwürdigkeiten wenig anfangen können. Dies wird wohl auch der Grund sein, warum der Film in vielen Ländern erst kurz vor bzw. kurz nach den Oscars in den Kinos startet, damit unentschlossene Zuschauer durch den Rummel um den Oscar eventuell noch ins Kino gelockt werden können.

Fazit

Wer auf anspruchsvollere Kinounterhaltung ohne viel Getöse steht, kann sich an „Her“ versuchen. Ein ungewöhnlicher Science-Fiction/Romance/Drama-Mix, der in der heutigen technologisierten Zeit durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Ob der Film nun unterhält, liegt allerdings an der Durchhaltungskraft und der inhaltlichen Toleranz des Zuschauers.

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Fünf Freunde 4 für Januar 2015 angekündigt

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Fünf Freunde 4

Quellen: FFF Bayern, Constantin Film

Die fünf Freunde kehren zurück! Nachdem der Filmförderungsfonds Bayern €900.000 zuzüglich eines Erfolgsdarlehens in Höhe von €89.000 an die dritte Fortsetzung des deutschen Kinderfilms vergab, hat Constantin Film jetzt schon einen Starttermin für Fünf Freunde 4 festgelegt. Dieser liegt, wie schon bei den ersten drei Filmen, am Jahresbeginn. Am 29.01.2015 kehren dann George, Anne, Dick, Julian und Timmy auf die deutschen Leinwände zurück. Das bringt sie in direkte Konkurrenz mit Disneys Big Hero 6, der am gleichen Tag starten soll. Angesichts der Beliebtheit der Fünf-Freunde-Reihe muss sich Fünf Freunde 4 allerdings vor Konkurrenz kaum fürchten. Erst letztes Wochenende überschritt Fünf Freunde 3 in Deutschland die 1-Mio-Besuchermarke. Auch seine beiden Vorgänger haben es vor ihm geschafft. Fünf Freunde 4 steuert auf eine Gesamtbesucherzahl von mehr als 1,25 Mio zu. Damit war jetzt jeder der Filme erfolgreicher als sein Vorgänger und die Fünf-Freunde-Reihe kann man als die erfolgreichste Kinderfilm-Reihe in Deutschland seit Die wilden Kerle bezeichnen.

Auch zur Handlung von Fünf Freunde 4 wurden bereits die ersten Details enthüllt. Die fünf Freunde müssen in der mystischen Welt der Mumien und Pharaonen ihren Onkel aus dem Gefängnis befreien und bekommen es mit einem gefährlichen Geheimbund zu tun. Die Regie des Films übernimmt wieder Mike Marzuk.

Non-Stop (2014)

Non-Stop (2014) Beitrag

Non-Stop, USA 2014 • 106 Min. • Regie: Jaume Collet-Serra • Drehbuch: Christopher Roach, John W. Richardson • Mit: Liam Neeson, Julianne Moore, Michelle Dockery, Corey Stoll, Anson Mount, Scoot McNairy • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 13. März 2014 • Deutsche Website

Handlung

Air Marshall Bill Marks (Liam Neeson) ist kein großer Freund des Fliegens. Vor allem der Start versetzt ihn jedes Mal in Panik. Doch das scheint nicht sein einziges Problem zu sein. Auch privat ist sein Leben aus den Fugen geraten. Mittlerweile wird es von Alkohol und Nikotin maßgeblich beeinflusst. Und dann das: Während eines Transatlantikflugs von New York nach London empfängt Bill von einem Unbekannten Nachrichten. Dieser droht damit, alle 20 Minuten einen der 200 Passagiere zu töten. Seine Forderung: die Transaktion von 150 Millionen US-Dollar auf ein Schweizer Nummernkonto. Als dann noch eine Bombe an Bord auftaucht, eskaliert die Situation. Der Air Marshall will eine Detonation unbedingt verhindern. Als die Flugsicherheit jedoch herausfindet, dass das Konto auf dessen Namen läuft, wird dieser selbst zum Verdächtigen. Umso besser für ihn, dass wenigstens Chef-Stewardess Nancy (Michelle Dockery) und die Passagierin Jen (Julianne Moore) ihm vertrauen und beim Abwenden der Katastrophe unterstützen. Die Frage ist nur: Kann er auch ihnen oder überhaupt noch jemandem an Bord trauen?

Kritik

Non-Stop (2014) Filmbild 1Wenn man das Plakat sieht und den Inhalt liest, möchte man schreien: „Oh nein, nicht schon wieder so ein Flugzeugfilm! Gibt es davon nicht schon genug?“ Doch nach ein paar Minuten wird klar, dass Non-Stop irgendwie anders ist. Der Film ist spannend, modern und clever zugleich. Es ist Unterhaltung pur, sich in seinen Kinosessel fallen zu lassen und ein Passagier des knapp 90-minütigen Filmflugs über den Atlantik zu werden. Maßgeblich verantwortlich dafür sind neben der stimmungsvollen Atmosphäre der sehr gute Spannungsbogen der Handlung sowie die Tatsache, dass sich der Film und seine Macher nicht zu ernst nehmen. Die Ähnlichkeiten zu Filmen wie Flight – das Problem mit dem Alkohol und der Familie – und Flightplan – die scheinbare Verkehrung des Opfers zum Täter – werden den Machern von Non-Stop bekannt gewesen sein. Und wurden, wo es eben passte, mit in die Haupthandlung eingeflochten, ohne sie zu stark zu dominieren.

Besonders am Anfang wird mit zahlreichen Klischees in Bezug auf Flugzeugentführungen gespielt. Diese werden jedoch schnell entkräftet. Beispielsweise in der Szene, als man Fluggast Fahim Nasir (Omar Metwally) in der Wartehalle des Flughafens sieht. Die Kameraeinstellung verharrt dabei verdächtig lang auf ihm. Für Pauschalisten ist klar, dass dieser Mann Al-Kaida-Mitglied sein muss und etwas mit der Entführung zu tun haben wird. Das Ganze löst sich aber dankenswerterweise recht schnell als Irrtum auf. Als Zuschauer fühlt man sich in dieser und anderen Szenen immer wieder ertappt. Das unterbewusste Schubladendenken verstärkt die Spannung zusätzlich – wie bei einem gut gemachten Krimi eben. Man begibt sich automatisch mit auf die Suche nach dem Erpresser beziehungsweise den Erpressern und ihrem Motiv. Viele Figuren werden als stark verdächtig inszeniert, so, wie sie auch der Protagonist Bill Marks wahrnimmt. Schnell wird klar, dass die Zeit abzulaufen droht und sich der Drahtzieher der Entführung immer noch unter den Passagieren auf einem der Sitze befindet. Die Suche nach ihm erzeugt eine Spannung, die den gesamten Film über aufrechterhalten werden kann.

Non-Stop (2014) Filmbild 2Neben der spannenden Handlung ist Non-Stop auch technisch gelungen. Regisseur Jaume Collet-Serra schart dabei ein Team um sich, mit dem er sich schon bei den Dreharbeiten zu Unknown Identity vertraut machen durfte. So auch Kameramann Flavio Martínez Labiano. Seine Arbeit transportiert das Publikum direkt in das Innere des Flugzeugs und damit inmitten des heiklen Konflikts. Während des gesamten Films schafft er eine realitätsnahe Atmosphäre. Auch Komponist John Ottman ist für Collet-Serra kein Fremder mehr. Die Musik hält sich dezent im Hintergrund und trägt ihr Übriges in Sachen Atmosphäre bei. Und dann ist da noch Hollywood-Schauspieler Liam Neeson, der Collet-Serra die Hauptrolle verdanken dürfte. In der Darstellung seiner Figur steckt vieles aus seinen vorherigen Actionfilmen. Man fühlt sich durch seine Umsetzung des Bill Marks am stärksten an Unknown Identity, aber auch 96 Hours erinnert. Die Vertrautheit innerhalb des Teams hinter und vor der Kamera kommt dem Film in jedem Fall zugute.

Neben Neeson können auch die weiblichen Stars an seiner Seite, Julianne Moore und Michelle Dockery, glänzen. Während Moore den meisten aus zahlreichen großen Hollywood-Produktionen bekannt sein wird, hat sich Dockery vor allem mit ihrer Rolle als Lady Mary Crawley in der TV-Serie Downton Abbey einen Namen gemacht. Als Chef-Stewardess übernimmt sie überzeugend eine der wichtigen Schlüsselrollen im Film. Für den 61-jährigen Neeson soll es übrigens nicht der letzte Auftritt in einem Actionstreifen sein. Er versprach allerdings kürzlich in einem Interview, dass mit 70 dann Schluss damit sein soll. Aber das hat ja schon so mancher behauptet.

Non-Stop (2014) Filmbild 3Eine Häufung logischer Fehler innerhalb der Handlung lässt sich rückwirkend nur schwer feststellen. Tatsache ist, dass der Film plausibel scheint und zumindest keine offensichtlichen Fehler aufweist. Der Plan, den die Erpresser für ihre Zwecke entwickelt haben, wirkt in sich schlüssig und wird nahezu perfekt umgesetzt. Genauso reagiert der Protagonist Bill Marks mit nachvollziehbaren Schritten auf die einzelnen Situationen. Da es sich bei Non-Stop um einen typischen Den-guckt-man-nur-einmal-Film handelt, wird man bezüglich des Inhalts keinen Grund haben, sich zu stören. Die Motivation der Drahtzieher, die am Ende des Films offeriert wird, passt sich allerdings nicht übrzeugend in den innovativen Film ein wie der Rest, und kann dadurch auch nicht zu einem euphorischen Aha-Erlebnis beitragen.

Fazit

Non-Stop ist kein billiger Nullachtfünfzehn-Flugzeugentführungsfilm, von denen es schon genügend gibt. Er ist spannend, arbeitet mit modernen Elementen und einer stimmigen Atmosphäre. Auch Humor wurde trotz des schwierigen Themas an den passenden Stellen behutsam eingestreut. Ernüchternd dürfte für viele die Auflösung am Ende werden. Die hätte man sich ein wenig spektakulärer und nachvollziehbarer gewünscht. Ein Fluch, der auch schon zahlreiche andere Thriller davor befallen hat und dem auch Collet-Serra nicht entfliehen kann. Wer zumindest für die Laufzeit des Films die konfuzianischen Lebensweisheit „Der Weg ist das Ziel“ beherzigt, wird dennoch blendend unterhalten.

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Der legendäre französische Regisseur Alain Resnais ist tot

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Alain Resnais tot

Einer der berühmtesten französischen Filmemacher aller Zeiten ist am Samstag gestorben. Alain Resnais, dessen letzter Film, Life of Riley (OT: Aimer, boire et chanter) bei der Berlinale dieses Jahr mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet wurde, wurde 91 Jahre alt. Bis zum Ende seines Lebens blieb er sehr aktiv und führte in den letzten zehn Jahren bei vier Filme Regie.

Alain Resnais wird häufig wie seine Kollegen François Truffaut, Jean-Luc Godard und Jacques Demy zur Nouvelle-Vague-Bewegung hinzugezählt, der französischen Neuen Welle, die in den späten Fünfzigern ihren Anfang nahm, doch er war bereits vor dem Beginn der Bewegung ein Filmemacher, der für viel Aufmerksamkeit mit seinen dokumentarischen Kurzfilmen sorgten – allen voran mit seiner erschütternden Doku Nacht und Nebel über die Konzentrationslager, die bis heute fest zum Geschichtsunterricht an vielen Schulen gehört und zu den besten ihrer Art zählt. Auch nach fast 60 Jahren hat der Film nichts von seiner Wirkung verloren.

Mit seinem Spielfilm-Debüt Hiroshima, mon Amour schuf Resnais prompt einen Klassiker der Nouvelle Vague, weshalb er gerne zu der Bewegung hinzugezählt wird. Der Film gehört zu den umjubeltsten seiner Karriere und erhielt eine Oscarnominierung für das "Beste Originaldrehbuch". Nur zwei Jahre später inszenierte Resnais Das letzte Jahr in Marienbad, der auch zu seinen besten Werken zählt. Der Film gewann bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen. Für Mein Onkel aus Amerika gewann Resnais 1980 den Großen Preis der Jury beim Filmfestival von Cannes. Auch bei der Berlinale gewannen seine Filme zweimal den Silbernen Bären.

In der späteren Phase seiner Karriere arbeitete er sehr häufig mit den  Schauspielern Sabine Azéma (mit der er seit 1998 auch verheiratet war), Pierre Arditi und André Dussollier.

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