Ice Age 4 – Voll verschoben (2012)

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Ice Age: Continental Drift, USA 201294 MinMit: Ray Romano, Denis Leary, John Leguizamo, Peter Dinklage, Jennifer Lopez, Queen Latifah, Seann William Scott, Keke PamerRegie: Steve Martino, Mike ThurmeierFSK: Ohne AltersbeschränkungKinostart: 02.07.2012Deutsche Website

Handlung

In dem vierten Abenteuer der prähistorischen Freunde Sid, Manny und Diego ist das Rattenhörnchen Scrat der Katalysator der Handlung: Dessen unermüdliche Jagd nach der Eichel löst ungewollt eine Verschiebung der tektonischen Platten aus und somit die Bildung der Kontinente, so wie wir sie heute kennen. Dadurch wird das Protagonisten-Trio von dem Rest ihrer bunt gemischten Herde getrennt und treibt gemeinsam mit Sids leicht seniler Großmutter auf einer Eisscholle durch die Ozeane. Das macht insbesondere dem Mammut Manny zu schaffen, denn er ist nun getrennt von seiner geliebten Ellie und deren gemeinsamer junger Tochter Peaches. Während die drei verzweifelt versuchen, den Weg zurück nach Hause zu finden und auf dem Weg u. a. bösartigen Piraten unter der Führung des skrupellosen Captain Gutt begegnen, jagt Scrat einem sagenhaften Eichel-Paradies hinterher…

Kritik

Wenn man es mit der dritten Fortsetzung eines Films zu tun hat, kann man in der Regel keine kreativen Höhenflüge oder eine originelle Handlung erwarten. Handelt es sich dabei auch noch um ein animiertes Sequel, so sind die Chancen auf einen guten Film noch geringer. Es verhält sich bei Ice Age 4 genau wie erwartet. Den Film so kurz nach dem neuen Animationsfilm aus dem Hause Pixar zu sehen (Merida – Legende der Highlands) ist sicherlich kein Vorteil für Ice Age 4, treten die Unzulänglichkeiten des Films in diesem direkten Vergleich doch noch mehr zu Tage. Haben die Filmemacher von Pixar bei jedem ihrer Projekte (vielleicht mit der Ausnahme von Cars 2) Ambitionen etwas Neues auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln, fehlt derlei Ehrgeiz bei Ice Age 4 – Voll verschoben gänzlich.

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Die Ice Age Filme zeichneten sich noch nie durch intelligenten Humor oder gut ausgearbeitete Charaktere aus. Dennoch boten die ersten beiden Filme jede Menge Spaß und ein Feuerwerk an Gags. Doch mit dem Voranschreiten der Serie wurden die Witze alberner und die Charaktere wandelten sich von süß oder witzig bis hin zu schlicht und ergreifend nervig. Im neusten Streich werden Witze ebenfalls im Maschinengewehr-Tempo abgefeuert, doch nur ein Bruchteil davon mag zünden.

Die Kinder werden ihren Spaß an dem Film haben – daran bestehen gar keine Zweifel. Es gibt genug rasante comichafte Action, albernen Witz von Sid, den allseits beliebten Scrat und eine Unmenge von 3D-Effekten, bei denen in gefühlten 30-Sekunden-Intervallen etwas von der Leinwand Richtung Publikum fliegt. Den überschwänglich positiven Reaktionen der Kinder bei der Pressevorführung nach zu urteilen, erreicht der Filme genau die von ihm gesetzte Ziele. Leider sind diese nicht sonderlich hoch angesetzt. Von der ersten bis zur letzten Minute wagt der Film es nicht, eingefahrene Bahnen zu verlassen. Die Helden treffen auf verschiedene, letztlich leicht überwindbare Herausforderungen, hin und wieder wechselt die Handlung zu Scrat, der die Nuss immer noch nicht gekriegt hat und am Ende gibt es für alle eine leicht verdauliche süßliche Botschaft zum Mitnehmen – diesmal darüber, dass es wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben.

Die letzte betrifft Mannis Tochter Peaches, die die üblichen Turbulenzen des Teenager-Seins durchgeht. Hin- und hergerissen zwischen dem Anschluss an die coole Mammut-Clique und ihrem besten Freund, dem uncoolen Maulwuf Louis, der heimlich für sie schwärmt, nimmt ihre Geschichte einen Teil der Handlung ein. Natürlich trifft sie zunächst die falsche Entscheidung, bloß um später eine Lektion erteilt zu bekommen und auf den richtigen Pfad zurückzukehren.

Weiter als diese Platitude geht der Anspruch des Films nicht. So ist diese Hälfte des Plots ziemlich langweilig und unaufregend. Interessanter sind da schon die Abenteuer von Manni, Sid und Diego. Hier gibt es einige amüsante Anspielungen auf Homers Odyssee, samt hinterhältiger Sirenen, die für den besten visuellen Effekt des ganzen Films sorgen. Die Auseinandersetzungen der Helden mit den bösen Piraten sind alle kurzweilig inszeniert, auch wenn nichts wirklich in Erinnerung bleibt. Schon ein paar Tage nach dem Film verblasst er in Erinnerung. Am bemerkenswertesten sind hier die Charaktere von Scrat, wobei es schon fast zu viel von dem Tierchen zu sehen gibt (so etwas funktioniert am besten in kleinen Dosen) und der überraschend finstere Bösewicht Gutt, eine furchteinflößende Art Orang-Utan mit viel zu schlechter Zahnhygiene. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass Gutt der bislang beste Antagonist der Filmserie sei. Dennoch kommt der neue Film an den leichtfüßigen und zum Schreien komischen ersten Teil nicht heran. Auch Ice Age 2 wirkte noch gewissermaßen erfrischend. Immerhin ist Ice Age 4 knapp besser als sein öder Vorgänger Die Dinosaurier sind los (dessen Charakter Buck einen winzigen „Gastauftritt“ hier absolviert).

Langweilen werden sich die Eltern der mitgebrachten Kinder sicher nicht. Dafür gönnt der Film einem einfach keine Verschnaufpause von den Gags, der Action und den diversen 3D-Effekten. Schade ist es nur, wie verzweifelt der Film versucht, durch trendige Pop-Musik (inklusive einer Tanzeinlage aller Charaktere während des Abspanns, samt der Bösewichtstruppe) und infantilen Humor den Kindern zu gefallen. Am traurigsten ist, dass die Filmemacher noch nicht einmal versuchen vom Schema F abzuweichen und sich auf der Aussicht auf garantierten Erfolg ausruhen. Nicht jedes Animationsstudio kann wie Pixar sein, doch hier wird nicht einmal die übliche DreamWorks Qualität erreicht.

Um einiges gelungener ist der viereinhalb-minütige Vorfilm Der längste Kita Tag (OT: The Longest Daycare) – der erste 3D Auftritt der Simpsons, wobei hier die Bühne fast ausschließlich dem jüngsten Sprössling der Simpsons Familie gehört, Maggie gehört. Ganz ohne Dialoge werden hier in kürzester Zeit mehr Witz und Cleverness geboten als in den darauffolgenden 90 Minuten des Hauptfilms.

Fazit

Ice Age 4 – Voll verschoben ist harmlose Kinderunterhaltung mit netten 3D-Einlagen, albernen Witzen und kurzweiliger Action. Die Erwachsenen sind allerdings viel besser mit Pixars neustem Streich aufgehoben.

Trailer