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3 Days to Kill (2014)

3 Days to Kill (2014) Beitragsbild

3 Days to Kill, USA/FRA 2014 • 117 Min. • Regie: McG • Drehbuch: Luc Besson, Adi Hasak • Mit: Kevin Costner, Amber Heard, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen, Marc Andréoni, Richard Sammel, Tómas Lemarquis • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 8. Mai 2014 • Deutsche Website

Handlung

Ethan Renner (Kevin Costner) ist Agent und Familienvater zugleich. Jahrzehntelang hat er seine Familie allerdings dem Job untergeordnet. Seine Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) wächst nahezu ohne ihn auf. Immerhin ruft er einmal im Jahr zu ihrem Geburtstag an. Als Ethan erfährt, dass er todkrank ist und nur noch wenige Monate zu leben hat, beschließt er, seine letzten Wochen mit seiner Tochter zu verbringen. Dabei kommt er auch seiner Ex-Frau Christine (Connie Nielsen) wieder näher. Als er jedoch von der Agentin Vivi (Amber Heard) kontaktiert wird, gerät sein Leben wieder aus den Fugen. Sie bietet ihm ein Gegenmittel für seine Krankheit. Einzige Bedingung: Er muss für sie innerhalb von drei Tagen einen international gesuchten Terroristen töten. Doch bei dem einen Mord wird es nicht bleiben. Obwohl Ethan dem Agentendasein abgeschworen hat, sieht er eine Chance, seiner Familie so länger erhalten bleiben zu können. Während die Zeit gegen ihn läuft, entscheidet er sich für die Möglichkeit auf ein längeres Leben. Doch Vivi und die Nebenwirkungen des Medikaments machen ihm die Erfüllung des lebensverlängernden Auftrags nicht immer leicht.

Kritik

3 Days to Kill (2014) Filmbild 2Das größte Problem des Films zeigt sich ziemlich schnell. Der Genremix aus knallharter Action und gefühlsduseligem Familiendrama filetiert 3 Days to Kill in zwei gleichwertige Handlungsstränge, die auch gut allein funktionieren würden. Zu gut sogar. Denn daraus resultiert der Nachteil, der vor allem die Zielgruppe betrifft. Durch die Trailer, Plakate, den Titel und die Promotion wird der Film zwar als Actionfilm propagiert. Gleichzeitig ist er aber auch ein Drama, genauer gesagt ein Familiendrama. So wird viel Zeit für die Entwicklung des Protagonisten zum Familienmenschen verwendet. Das führt schließlich dazu, dass der Film inhaltlich keine Zielgruppe den gesamten Film über bei Laune halten kann. Die beiden Filets werden zu konträr dargestellt und nur partiell sinnvoll miteinander verbunden.

Das Positive an 3 Days to Kill lässt sich ebenso schnell identifizieren: Der Film nimmt sich nicht so übertrieben ernst. Das gilt für den Actionteil ein ganzes Stück mehr als für die Familiengeschichte. Zusätzlich von unvorhersehbaren Ereignissen begleitet, wirken viele Szenen unterhaltsam locker und witzig. Dazu trägt auch Kevin Costner bei. Er versucht es erst gar nicht, sich mit seinen knapp 60 Jahren als superagiler Mittdreißiger zu verkaufen. Das macht sowohl seinen dargestellten Charakter als auch ihn selbst sehr sympathisch. Für die besondere Mischung der Genres ist er die perfekte Besetzung. Außerdem ist es mal wieder eine schöne Abwechslung zu den ganzen Sportdramen, in denen er gehäuft zu sehen ist – und wahrscheinlich auch zukünftig zu sehen sein wird. Während alle anderen Darsteller nur einem Charakter treu bleiben, ist Costner Agent und Vater zugleich.

3 Days to Kill (2014) Filmbild 1Amber Heard dürfte vor allem aus Sicht des männlichen Publikums die Idealbesetzung für die sexy Agentin Vivi sein. Die gebürtige Texanerin schafft es aber nur optisch, ein Feuer zu entfachen. Schauspielerisch bleibt ihr (partielles) Können auf der Strecke. Das zeichnet sich bereits in den ersten Szenen ab. Die professionelle Auftragskillerin, die sie mimt, nimmt man ihr einfach nicht ab. Sie wirkt zu naiv, mädchenhaft und sichtlich unsicher. Das ist zugegebenermaßen keine Überraschung, denn schon in früheren Filmen ihrer Karriere ging Optik über Talent. Dennoch kann man Heard zugutehalten, dass sie sich während des Films zumindest etwas steigert.

Luc Besson fungiert in 3 Days to Kill zwar nicht als Regisseur, aber als Drehbuchautor und Produzent. Nach seinen durchschnittlichen Erfolgen in den letzten Jahren – wie auch 2013 die Mafiakomödie Malavita – The Family – kann man nur hoffen, dass Besson bald wieder zu seinen Erfolg verheißenden Wurzeln zurückkehrt. Vielleicht gelingt ihm das in seinem angekündigten Actionthriller Lucy, bei dem er dann wieder selbst auf dem Regiestuhl Platz nimmt.

Fazit

„Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust“, beklagte schon Goethes Faust. Für 3 Days to Kill gilt Ähnliches. Auf der einen Seite ein gefühlvolles Drama, das vor allem durch die Tochter-Vater-Beziehung besticht. Auf der anderen Seite ein Actioner, der stellenweise brutaler daherkommt, als die Altersfreigabe ab zwölf Jahren vermuten lässt. Einzeln sind die Teile schön mit anzusehen, vereinen sollte man sie aber nicht. McG hat es trotzdem gewagt. Das Resultat: ein Film, dessen Einzelteile sich selbst am meisten im Weg stehen. Was bleibt, ist ein Paradoxon: Für die einen wird 3 Days to Kill zu gefühlsduselig sein, für die anderen zu actiongeladen.

Trailer

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Transcendence (2014)

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Transcendence (2014) Filmkritik

Transcendence, USA/GB/CN 2014 • 119 Minuten • Regie: Wally Pfister • Mit: Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Kate Mara, Morgan Freeman, Cillian Murphy, Cole Hauser • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 24.04.2014 • Deutsche Website

Transcendence (2014) Filmbild 3Hochaktuelle und brisante Themen finden schnell den Weg nach Hollywood. Edward Snowden und das Aufdecken der NSA-Affäre haben dazu geführt, dass Filme wie „The Return of the First Avenger“ solch Thematiken streifen und in kritischen Nebensätzen beleuchten. Sogar Videospiele wie „Watch Dogs“ beschäftigen sich eingehend mit den Möglichkeiten digitalen Missbrauchs aus der Ego- oder Third-Person-Perspektive. Regiedebütant Wally Pfister (Christopher Nolans Stammkameramann u.a. „Inception“) nimmt sich des mit Vorschuslorbeeren überschütteten Drehbuchs von Jack Paglenan (er soll auch ein „Battlestar Gallactica“-Drehbuch vorantreiben). „Transcendence“ bewegt sich eifrig im Spannungsfeld Ethik, Moral, Religion, Natur und Technik. Das ist auch recht so und wirft interessante Fragestellungen auf; Pfister scheitert jedoch an inkonsistenter Narration und Figurenzeichnung.

Dr. Will Caster (Johnny Depp) ist ein Experte im Bereich der künstlichen Intelligenz. Frau Evelyn (Rebecca Hall) und er basteln an einem neuen Computersystem, das Fähigkeiten zu Emotionen und Selbstreflektion besitzt. Ein paar (Cyber-)Terroristen aus der technikfeindlichen Gruppe „Unplug“ möchten unter der Führung von Bree (Kate Mara) die Fertigstellung eines solchen Superrechnerhirns verhindern. Ein Attentat mit einer radioaktiven Pistolenkugel besiegelt Dr. Casters Schicksal, sodass Evelyn zusammen mit dem gemeinsamen Freund Max Waters (Paul Bettany) nur einen Ausweg findet: sie laden Wills Verstand auf ihren Super-Rechner hoch. Ist es letzten Endes noch die gleiche Person? Oder ist der im Computer befindliche Verstand von Will eine völlig neue Form einer ungeheuren Macht?

Transcendence (2014) Filmbild 1Hauptkritikpunkt ist die oben erwähnte Inkonsistenz des Films an mehreren Punkten. Erstens hat der Film den Anspruch in mittelnaher Zukunft angesiedelt zu sein, was es dann leider unglaubwürdig werden lässt, wenn Computer-Dr. Caster eine Art Mutanten-Zombiearmee heranzüchtet und diese dann Bärenkräfte wie ein X-Man haben. Zweitens weichen die guten Ideen und aufwühlenden Fragestellungen zu schnell eben diesen deplatzierten Sci-Fi-Superlativen. Die mehr oder weniger namenlosen (Cyber-)Terroristen bleiben gesichtslos, eindimensional und lediglich radikal motiviert. Gut, eine einfache Triebfeder mag manchmal ausreichen. Schön ist es, Paul Bettany mal wieder mit mehr Leinwandzeit, seit er Iron Man-PC J.A.R.V.I.S. seine Stimme leiht, zu sehen. Seine Zeit wird jedoch vornehmlich dafür genutzt, ihn von den Terroristen umstimmen zu lassen, um gegen seinen ehemaligen Freund zu kämpfen. Leider bekommt der Zuschauer nichts von seinem inneren Kampf mit. Duch ein bisschen Folter und Gefangenschaft wird er irgendwie gelutert. Cillian Murphy (FBI-Agent Buchanan) und Morgan Freeman (Joseph) verblassen weitestgehend und vor allem Freemans Wandlung vom Schreibtischtäter zum Söldner mit Wüstenhut ist dürftig. Rebecca Hall macht ihre Sache als zu ihrem Ehemann haltende und dann später doch stückchenweise misstrauende Frau gut, verpasst aber den nötigen Sprung, um die Zuschauer irgendwie für sich zu gewinnen. Trotz der bedingungslosen Liebe beider Casters will der Funke nicht überspringen. Das führt daz, dass Halls Erkenntnisgewinn zu langsam und ein wenig unbeholfen wirkt.

Wally Pfisters erste Regiearbeit versprüht den Charme eines versierten Kameramannes, denn die gezeigten Bilder, sei es Slow-Motion-Wassertropfen oder sterile Laborräume, sind stimmig, beeindruckend und handwerklich einwandfrei eingefangen. Seine Exposition gerät leider viel zu langatmig. Als Dr. Caster zu Beginn eine Rede hält, werden immer wieder Schnitte zu der Vorbereitung des Anschlags gemacht, sodass ein Spannungsmoment so gut wie ausbleibt. Wenn Dr. Caster „endlich“ hochgeladen wird, gerät auch die schleichende Ablehnung gegenüber seiner vermeintlich guten Taten zu langsam.

Transcendence (2014) Filmbild 2Am Ende sind es die aktuellen Fragestellungen, denen man als Zuschauer etwas abgewinnen kann. Beinah allgegenwärtig finden sich in allen Medien Bezüge zur Frage, wie sich die Gesellschaft im Zeitalter der maximalen Elektrosmog-Nutzung entwickeln kann/wird. Spike Jonze wurde für sein grandioses Mensch-liebt-Betriebssystem-Drehbuch „Her“ richtigerweise mit dem Oscar gekrönt. Der Spiegel-Bestseller „Blackout“ von Marc Elsberg spielt einen Hackerangriff und den anschließenden Stromausfall in Europa realistisch durch; nur um ein paar weitere Beispiele zu nennen. Zu Beginn von „Transcendence“ wird eine Zeit ohne Laptops, Handys, Telefone und Internet beschrieben. Viel zu genüsslich schaut man als Zuschauer auf die Bilder einer zum Tür Stopper missbrauchten Tastatur. Bei dieser interessanten und eigentlich per se sehenswerten Thematik ist es nur allzu schade, dass dieser Film zu lang und irgendwie lieblos wirkt.

Trailer

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Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm (2004)

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Jazzclub (2004) Filmkritik

Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm, D 2004 • 84 Min • Regie: Helge Schneider • Drehbuch: Helge Schneider, Andrea Schumacher • Mit: Helge Schneider, Jimmy Woode, Pete York, Horst Mendroch • Kamera: Voxi Bärenklau • Musik: Helge Schneider • FSK: ab 6 Jahren (Hauptfilm ohne Altersbeschränkung) • Verleih: Senator Home Entertainment • Kinostart: 1.04.20104/Verkaufsstart der DVD-Neuauflage: 11.04.2014

Jazzclub (2004) Filmbild 1Teddy (Helge Schneider) ist ein idealistischer Jazzmusiker, der sich mit allerlei Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Sein Geld verdient er als Zeitungsausträger, Callboy, Vorleser und Fischverkäufer, um nachts am Flügel eines Jazzclubs seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Howard Risk (Pete York) und dem Bassist Steinberg (Jimmy Woode) gibt er dort hervorragende Jazzimprovisationen zum Besten, die jedoch außer dem Besitzer der besseren Eckkneipe niemandem gefallen. Ganz im Gegenteil: Das Trio wird permanent für seine Musik angefeindet. Am Ende bieten Außerirdische dem Jazztrio an es mitzunehmen, weil es auf ihrem Planeten keine gute Musik gibt. Die Musiker willigen ein und alle Beteiligten profitieren: Das Trio hat ein dankbares Publikum gefunden und die Außerirdischen in albernen grünen Strickkostümen haben endlich Musik. Wenn es überhaupt eine Message gibt, dann lautet sie wohl: für idealistische Jazzmusiker gibt es keinen Platz auf dieser Welt.

Dass es kaum Handlung gibt und die wenige Handlung keinen nennenswerten roten Faden hat, macht nichts. Wie bei allen Schneider-Filmen steht nicht der Plot im Vordergrund, sondern das Gesamtkonzept „Helge Schneider“: eine Mischung aus absurdem Humor und hervorragendem Jazz.

Bei Jazzclub wird bewusst auf Perfektion verzichtet. Alles am Film weist Mängel auf, die Schneider als Gag einsetzt. Bei den Dialogen und der schauspielerischen Leistung angefangen, über Kostüme und Kulissen bis hin zu Bildqualität und Schnitten lacht der Zuschauer mit und über Helge über den vermutlich bewussten Verzicht auf Qualität. Der einzige Bereich, bei dem der Film durchweg das Niveau hält, ist die Jazzmusik.

Wie in allen Helge Schneider Filmen ist Helge nahezu allgegenwärtig: Er schlüpft in verschiedene Rollen, so dass er nahezu immer zu sehen ist. Außerdem ist der komplette Soundtrack Marke „Schneider“. Natürlich hat er auch selber Regie geführt. Im Grunde ist der Film ein Live-Auftritt Helge Schneiders mit erweiterten Mitteln.

Fazit

Bei Helge Schneider scheiden sich die Geister. Entweder man schätzt ihn oder man kann ihn nicht leiden. Kaum Einer bewegt sich dazwischen. Wer sich mit Helge nicht anfreunden kann, hat sicherlich auch mit diesem Film Schwierigkeiten; Fans werden an „Jazzclub“ ihre Freude haben.

DVD-Extras

Die Aufnahmen der Dreharbeiten vermitteln einen Eindruck von Schneiders Arbeitsweise – und überraschen den Zuschauer damit eigentlich nicht – alles wirkt improvisiert, die Crew lacht ständig dazwischen, alles wirkt chaotisch, bis der Regisseur ein Machtwort spricht. Schneider scheint eine sehr konkrete Vorstellung davon zu haben, wie dass Ergebnis aussehen soll und gibt den Darstellern präzise Anweisungen.


Information zur Veröffentlichung

Die Neuauflage der DVD im Vertrieb von Universum Film GmbH sind seit dem 11.04.2014 im Handel erhältlich. Neben dem ungekürzten Film liegen bei der Veröffentlichung folgende Extras vor:

Jazzclub DVD-Cover

• Audiokommentar von Helge Schneider
• Interview mit Helge Schneider
• Hinter den Kulissen
• Verpatzte Szenen
• Im Schneideraum
• Teamfilm

 

 

 

DVD-Cover © Senator Filmverleih

 


Trailer

Zulu (2013)

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Zulu (2013) Filmkritik

Zulu, FR/ZA 2013 • 110 Min • Regie: Jérôme Salle • Mit: Forest Whitaker, Orlando Bloom, Tanya van Graan, Natasha Loing, Patrick Lyster • FSK: n. n. b. • Kinostart: 8.05.2014 • Deutsche Website

Handlung

Ein brutaler Mord an einem 20jährigem Mädchen in Kapstadt lässt den Ermittlern Ali Sokehla (Forest Whitaker) und Brian Epkeen (Orlando Bloom) keine Ruhe. Je näher sie dabei der scheinbaren Lösung des Mordfalls kommen, desto mehr wird dem Zuschauer klar, dass diese Geschichte kein gutes Ende nehmen wird. In einem Land, das seit langer Zeit mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, scheint der Mord an einem kleinen Mädchen noch eines der kleineren Probleme zu sein.

Kritik

Im Grunde handelt es sich hierbei um einen relativ normalen Plot, in dem zwei von Grund auf verschiedene Charaktere, die privat Einiges verbindet, einer ganz großen Sache auf der Spur sind. Zugegeben, das klingt nicht besonders spannend. Hinzu kommt, dass der Vorgängerfilm des Regisseurs Jérôme Salle „Largo Winch 2“ ist. Nicht gerade das, was man unter einem beeindruckenden Film versteht.

Bekannt vorkommen dürfte uns auch die Charakterisierung von Brian Epkeen. Ein Polizist, der Probleme mit seiner Ex-Frau hat, ein mieser Vater ist und schnell handgreiflich wird. Haben wir noch was vergessen? Genau: Alkoholiker ist er selbstverständlich auch. Das gehört ja scheinbar zu so einem richtig kaputten Charakter dazu. Dass dieser Film trotzdem sehenswert ist und frisch wirkt, haben wir vor allem dem Handlungsort Südafrika und den beiden sehr gut aufgelegten Hauptdarstellern Forest Whitaker und Orlando Bloom zu verdanken.

Zulu (2013) Filmbild 1Die Folgen der Apartheid, Drogen, überall Kriminalität. Der Blick auf Kapstadt fällt sehr hart aus und bietet so manchen Moment des Mitleids und vor allem der Fassungslosigkeit. In dem Film werden historisch korrekte Tatsachen mit der frei erfundenen Geschichte rund um den Mädchenmord verwoben und ergeben eine sehr dichte Atmosphäre. Durch die stets sehr nahe am Charakter stehende Kamera entsteht beim Zuschauer oftmals das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Wir sehen die Falten, die Müdigkeit und die Depression in den Gesichtern, können in den seltenen Fällen, in denen die Charaktere mal etwas Witziges erleben und dabei lachen, die Verzweiflung dahinter erahnen. Auch die wohl dosierten Szenen, in denen es hektisch zugeht, werden von der Kamera gut eingefangen und durch eine passende Musikuntermalung in Ihrer Wirkung verstärkt.

Das Konzept des Filmes funktioniert natürlich nur mit den entsprechenden Schauspielern. Während Forest Whitaker bereits sehr häufig sein Können unter Beweis gestellt hat und auch in „Zulu“ eine sehr authentische Rolle in einer hohen Qualität abliefert, sieht das bei Orlando Bloom etwas anders aus. Natürlich hat auch er bereits in sehr guten und vor allem auch kommerziell erfolgreichen Filmen mitgespielt, doch die große, schauspielerisch vollends überzeugende Leistung haben wir bisher noch nicht von ihm sehen können. In diesem Film schafft er es jedoch problemlos, sich vom Image des braven Helden zu lösen und verkörpert den dreckigen, im Leben gescheiterten Polizisten absolut souverän.

Zulu (2013) Filmbild 2Der Rest ist handwerklich gut gemachte Thriller-Kost. Der Film lässt sich Zeit und verzichtet darauf, zu viel auf Action zu setzen und damit die Ernsthaftigkeit des Themas zu untergraben. Er konzentriert sich auf die Geschichte, die er zu erzählen hat und bringt diese in einem sehr spannenden Finale zum Schluss. Kein Film, der das Genre wirklich nach vorne bringt, aber allemal sehenswert ist. Er ist spannend und hinterlässt mit dem tollen Finale einen bleibenden Eindruck. Es ist immer schwer, eine fiktive, spannende Geschichte mit geschichtlichen Tatsachen zu vermischen. Sehr groß ist die Gefahr, zu sehr in die eine oder andere Richtung zu driften und damit die jeweilige Zielgruppe zu langweilen. Dieser Film findet jedoch die goldene Mitte, was für sich gesehen bereits eine gute Leistung ist.

Fazit

Groß war die Befürchtung dass er sich mit dem Thema übernimmt. Regisseur Jérôme Salle hat aber seit seinem letzten Film einiges dazugelernt und liefert mit „Zulu“ einen spannenden Thriller mit einer harten Thematik und zwei sehr gut miteinander harmonierenden Hauptdarstellern ab. Zusammen mit der guten Kameraarbeit und dem passenden Score entsteht teilweise ein sehr intensives „Mittendrin“-Gefühl. Die Geschichte selbst ist dabei leider nicht besonders ideenreich und der Charakter Epkeen vereint zu viele Klischees in einer Person. Orlando Bloom schafft es aber, auf beeindruckende Art und Weise dem Charakter trotzdem Seele zu geben und sich gleichzeitig von seinen vorangegangenen Rollen stark abzugrenzen. Zwischen ihm und Forest Whitaker entsteht genau die Magie, die ein Film braucht, um beim Zuschauer positiv in Erinnerung zu bleiben.

Trailer

Box-Office Welt – Erfolgs-Höhenflug für Rio 2

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Box-Office Welt - 11.-13.04.2014 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Screendaily, Rentrak

Drei Blockbuster herrschten am Wochenende über die internationalen Kinocharts und ließen kaum noch Platz für weitere Filme. Als knapper Sieger ging dabei Rio 2 – Dschungelfieber hervor, der an seinem mittlerweile vierten Wochenende im internationalen Verleih $63,5 Mio von 65 Ländern einspielte und dabei fast durchweg über seinem Vorgänger lief. Insgesamt hat Rio 2 bislang $125,6 Mio außerhalb von Nordamerika eingespielt – mehr als ein Drittel des gesamten internationalen Einspiels von Teil 1. In China eröffnete der Film mit $13 Mio und damit etwa 150% über Teil 1. In Mexiko startete der Film mit $9 Mio (einschließlich Previews) und toppte dabei das Startwochenende des ersten Films um 74%. Außerdem gelang ihm ein besseres Startwochenende in Mexiko als Hits wie Thor – The Dark Kingdom, Kung Fu Panda 2 und Alice im Wunderland. In Frankreich spielte der Film $4,5 Mio zum Start ein, was aber 9% unter dem ersten Wochenende von Teil 1 lag. In Argentinien startete der Film mit $2,1 Mio – es war nicht nur das beste Startwochenende des Jahres, sondern lag auch 39% über dem Start des ersten Teils.

Weitere Erfolge verbuchte Rio 2 – Dschungelfieber in den Ländern, in denen er bereits länger läuft. In Brasilien brachte das Sequel sein vorläufiges Gesamteinspiel auf $19,9 Mio nach drei Wochen. Das ist zwar eine starke Zahl an sich, liegt aber trotzdem 34% hinter dem ersten Rio im selben Zeitraum. Trotzdem wird Rio 2 spätestens nächstes Wochenende zum bis dato erfolgreichsten Film des Jahres in Brasilien werden. Ironischerweise wird aber Rio 2 ausgerechnet in Brasilien, wo die gesamte Handlung des Films sich abspielt, deutlich weniger einnehmen als sein Vorgänger. Mit $26,2 Mio nach vier Wochen hat Rio 2 seinen Vorgänger in Russland bereits überholt. In Großbritannien steht der Film bei $11,3 Mio (27% über Teil 1 im gleichen Zeitraum). Deutschland hat bis dato $6,1 Mio beigetragen und Spanien $3,9 Mio (was nahezu gleichauf ist mit Teil 1 im selben Zeitraum). Da dem Film noch Starts in Italien, Südkorea, Australien, Neuseeland und Japan bevorstehen, kann man mit ziemlicher Gewissheit von mehr als $300 Mio außerhalb von USA/Kanada ausgehen. Vielleicht kann Fox sogar auf mehr als $350 Mio hoffen, wenn The Amazing Spider-Man 2 in den kommenden Wochen den Film nicht zu sehr unter sich begräbt.

Captain America 2 alias The Return of the First Avenger verlor zwar nach zwei Wochen den internationalen Spitzenplatz, behauptete sich aber insgesamt recht gut mit $60,6 Mio von 54 Märkten. Seinen erfolgreichsten Neustart verbuchte das Comic-Sequel in Brasilien mit $6,9 Mio am ersten Wochenende. Damit lag der Film gleichauf mit dem ersten Teil und leicht oberhalb von Thor – The Dark Kingdom. Der erfolgreichste Markt des Films – und das mit einem Riesenabstand zum Rest – bleibt China, wo der Flm nach nur zwei Wochen bereits $80,3 eingespielt hat. Das macht The Return of the First Avenger zum erfolgreichsten US-Film in China seit Pacific Rim und sichert dem Sequel ein Gesamteinspiel in China von mehr als $100 Mio. Sollte der Streifen auf $112 Mio oder mehr kommen, dann wird er sogar der umsatzstärkste Hollywood-Film in China seit Iron Man 3. Auch Südkorea, wo der Film zum dritten Mal in Folge an der Spitze blieb kann sich mit $25,4 Mio sehen lassen. Das ist bereits mehr als das Fünffache des Gesamteinspiels des Originals und auch mehr als Filme wie Thor – The Dark Kingdom und Der Hobbit – Ene unerwartete Reise in dem Markt eingenommen haben. Aus Großbritannien stammen bislang $24,3 Mio, etwa 11% weniger als Thor 2 im selben Zeitraum. In Mexiko spielte der Film insgesamt $20,5 Mio nach drei Wochen ein. Er überholte dort die Gesamteinnahmen des ersten Captain-America-Films und liegt 5% vor Thor – The Dark Kingdom im selben Zeitraum. Deutschland hat $9,8 Mio beigetragen, Italien $8,3 Mio. Insgesamt hat The Return of the First Avenger international schon $317,7 Mio eingespielt. Von den großen Märkten bleibt ihm nur noch Japan, doch die $400-Mio-Marke wird er so oder so knacken und stellt sogar eine ernsthafte Gefahr für Thor – The Dark Kingdom dar, der international $438 Mio eingespielt hat. Wäre das nicht der nahende weltweite Start von The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro, würde ich Captain America 2 aufgrund guter Mundpropaganda sogar $450 Mio zutrauen.

Noah startete in acht weiteren Ländern und spielte letztes Wochenende $36,2 Mio von 53 Ländern ein. Das ergab ein vorläufiges Gesamteinspiel von $162 Mio für den Film, wobei Venezuela, Japan und vielleicht noch China folgen werden. In Frankreich gab sich der Film gegenüber Rio 2 geschlagen und belegte mit $4,1 Mio Platz 2 der Wochenendcharts. In Italien rechte es mit $3,7 Mio für Platz 1. In Russland brachte der Film sein Einspiel derweil auf grandiose $31,2 Mio nach drei Wochen. In Brasilien kann er $17,3 Mio nach zwei Wochen vorweisen und hat jetzt schon Hits wie Hangover 3, Man of Steel, Skyfall und Die Tribute von Panem – Catching Fire dort überholt. Hier winkt auf jeden Fall ein Gesamteinspiel von mehr als $25 Mio und vielleicht sogar mehr als $30 Mio. In Mexiko ist der Streifen mit $14,6 Mio auf Platz 3 der aktuellen Jahres-Charts aufgestiegen. Insgesamt erwarte ich für den Streifen ein Einspiel von mehr als $275 Mio – vorausgesetzt er darf in China starten.

Divergent – Die Bestimmung wird zwar nicht die Höhen von Die Tribute von Panem international erreichen (auch nicht vom ersten Film), doch die frühen Ergebnisse außerhalb von USA und Kanada sind vielversprechend. Letztes Wochenende brachte er $23,2 Mio von 62 Ländern ein und hievte sein internationales Einspiel auf $50,3 Mio. Der beste Start gelang ihm mit $3,4 Mio in Frankreich, wobei das nur für Rang 3 reichte. In Russland belegte der Film Platz 1 der Charts mit $3,2 Mio. Hingegen enttäuschte die Bestsellerverfilmung in Großbritannien und Deutschland mit jeweils $2,9 Mio und $2 Mio. In beiden Ländern belegte Divergent nur Platz 4 der Charts. Im Laufe der nächsten Wochen wird der Film noch in Schweden, Brasilien, Spanien und Südkorea starten, bevor er dann im Juli Japan erreicht. Das Studio kann hier mit $130-150 Mio außerhalb von Nordamerika rechnen.

The LEGO Movie befand sich letztes Wochenende wieder im Aufschwung und spülte $9,8 Mio in die internationalen Kinokassen ein. Davon kamen $3,2 Mio von dem #1-Start in Deutschland. In Australien fiel der Film nur um mickrige 8% und steig mit $4,9 Mio am zweiten Wochenende auf Platz 1 der Charts auf. Insgesamt spielte er dort bislang $13,6 Mio ein. Das macht The LEGO Movie jetzt schon zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres in Australien. Der Film hat insgesamt $173,3 Mio erreicht und hat noch Neuseeland und eventuell China vor sich. Sollte er in China anlaufen, dass glaube ich definitiv an ein Gesamteinspiel von $250 Mio außerhalb von Nordamerika.

Auch an seinem fünften Wochenende in Japan blieb Die Eiskönigin – Völlig unverfroren von jeglicher Konkurrenz unbeeindruckt und spielte $8,3 Mio ein – fast 1% mehr als an seinem vorherigen Wochenende und immer noch mehr als an seinem Startwochenende. Das Animationsphänomen brachte sein Einspiel in Japan auf $90,6 Mio und das internationale Einspielergebnis auf $713,1 Mio. Damit zog er an Ice Age 3 – Die Dinos sind los vorbei und liegt jetzt nur noch hinter Ice Age 4, was Animationsfilme betrifft. Rechnet man das Einspiel aus den USA und aus Kanada hinzu, so steht de Film weltweit bei $1,113 Mrd und damit auf Rang 8 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Platz 6 ist ihm auf der All-Time-Liste sicher, denn ich erwarte mindestens weitere $50 Mio aus Japan, was das internationale Einspiel des Films auf mehr als $760 Mio bringen wird.

Grand Budapest Hotel setzte seine internationale Performance als erfolgreichster Wes-Anderson-Film fort und sammelte weitere $7,4 Mio ein, sodass er jetzt international bei $64,6 Mio steht. Weltweit überquerte Grand Budapest Hotel als erster Streifen des Regisseurs Wes Anderson die $100-Mio-Marke! In Australien startete der Film mit $1,8 Mio und in Italien mit $1 Mio – beide Male waren es Rekorde für Wes Anderson. Mit $16,4 Mio und $11,2 Mio sind Großbritannien und Frankreich die bislang erfolgreichsten Märkte des Films. Da der Film mittlerweile fast überall gestartet wurde, wird er sich bald dem Ende seiner Laufzeit nähern, hat jedoch weiterhin eine kleine Chance auf $100 Mio international und $150 Mio weltweit, das sich die Laufzeit in den Arthouse-Kinos lange gestalten sollte.

300: Rise of an Empire erreichte an dem Wochenende ein Gesamteinspiel von $223 Mio außerhalb von Nordamerika und wartet jetzt noch auf Starts in Japan und vielleicht China. Sollte er in China tatsächlich anlaufen, dann wird er wohl international mehr als $280 Mio einnehmen, ansonsten wird er nicht einmal den ersten Film ($245 Mio) übertreffen – trotz Inflation und 3D-Aufschlag.

Ein weiteres Update brachte das internationale Einspiel von Der Hobbit – Smaugs Einöde auf $694,5 Mio. Das ist natürlich eine sehr gute Zahl für die meisten Filme, doch er wird seinen Vorgänger um mindestens $15 Mio verfehlen und wahrscheinlich auch an der $700-Mio-marke scheitern.

Magic Mike XXL kommt im Juli 2015

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Magic Mike 2

Quelle: Warner Bros. Pictures

Am 3.07.2015 kommt es an den US-Kinokassen zum Zusammentreffen von durchtrainierten Männern. In der einen Ecke haben wir Killermaschinen und Widerstandskämpfer im Terminator-Reboot und in der anderen neuerdings, ähm, männliche Stripper.

Warner Bros. hat den Starttermin für das kürzlich offiziell angekündigte Magic-Mike-Sequel, vorläufig Magic Mike XXL betitelt, festgelegt. Damit kommt der Film drei Jahre nach Teil 1 und nur eine Woche nach Ted 2, dessen erster Teil noch am selben Wochenende startete wie der erste Magic Mike. Eigentlich ist Magic Mike XXL, der mit Sicherheit wie auch Teil 1 einen außerordentlich hohen Frauenanteil am Startwochenende haben wird, perfektes Gegenprogramm zu Terminator, der aller Wahrscheinlichkeit nach primär das männliche Publikum ansprechen wird.

Zur Handlung und dem Cast von Magic Mike XXL ist noch nicht viel bekannt, doch man geht davon aus, dass der Großteil der Besetzung von Teil 1 zurückkehren wird. Außerdem soll der Film, wie bereits der erste, auf realen Erlebnissen des Stars Channing Tatum beruhen. Tatum selbst arbeitet auch am Drehbuch für den zweiten Film mit. Die Regie übernimmt Greg Jacobs, ein langjähriger Regieassistent von Steven Soderbergh. Sobald mehr zum Film bekannt wird, werden wir es Euch wissen lassen. Da die Dreharbeiten wahrscheinlich im Herbst beginnen werden, sollten demnächst weitere Details reinkommen.

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