Home Blog Page 48

Fack Ju Göhte 2 (2015)

Fack Ju Göhte 2, D 2015 • 115 Min • Regie: Bora Dagtekin • Mit: Elyas M’Barek, Jella Haase, Karoline Herfurth, Volker Bruch, Katja Riemann, Max von der Groeben, Anna Lena Klenke, Gizem Emre • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 10.09.2015 • Deutsche Website

Handlung

Der Lehrerjob ist kein Zuckerschlecken, stellt Ex-Knacki Zeki Müller (Elyas M’Barek) schnell fest. Jeden Morgen klingelt einen der Wecker früh aus dem Bett, man muss tatsächlich Lernstoff vorbereiten, seine Problemfälle aus der 10b rauben ihm den letzten Nerv und obendrein gibt es dafür auch nur wenig Kohle. Wer will das schon freiwillig ein Leben lang machen? Zeki träumt davon, eine Bar zu eröffnen und plötzlich bietet sich ihm auch ein Ausweg – Diamanten aus seiner alten Beute tauchen auf, die er prompt in einem Stofftier versteckt, damit seine Freundin und Kollegin Lisi (Karoline Herfurth) ihm nicht auf die Schliche kommt. Zu blöd, dass eben dieses Stofftier als Spende nach Thailand geht. Also meldet sich Zeki gemeinsam mit Lisi freiwillig zur Klassenfahrt in ein thailändisches Dorf, um den Diamanten hinterherzujagen. Die Schulleiterin Frau Gerster (Katja Riemann) verfolgt durch die Klassenfahrt auch eigene Absichten: Zeki soll dem konkurrierenden Schillergymnasium die dortige Partnerschule vor der Nase wegschnappen und so der Goethe-Gesamtschule die Werbekampagne des Bildungsministeriums sichern. Als Lisi durch einen Streich von Zekis Schülern die Reise nicht antreten kann, muss er sich in Thailand nicht nur alleine mit der Rasselbande herumplagen, sondern auch mit dem elitären, übermotivierten Lehrer Hauke Wölki (Volker Bruch) vom Schillergymnasium. Kann er die Diamanten finden und den verhassten Lehrerjob an den Nagel hängen?

Kritik

Fack Ju Göhte 2 (2015) Filmbild 1Offenbar ist Thailand der Ort, an dem mittelprächtige Comedy-Fortsetzungen landen. Wie die Produktionsnotizen zu Fack Ju Göhte 2 erklären, wurde der Film nicht nur im gleichen Gebiet gedreht, wie Hangover 2, sondern zeigt in einer Szene sogar die Luftaufnahme von der gleichen Straße, die so auch im Hollywood-Komödienhit zu sehen ist. Der Drehort ist jedoch nicht die einzige Gemeinsamkeit, die Fack Ju Göhte 2 und Hangover 2 verbindet. Beide sind Fortsetzungen zu Riesenhits, mit denen niemand gerechnet hat, und beide versuchen die Erfolgsformel des jeweiligen Vorgängers in einem neuen Setting haargenau anzuwenden, nach dem Motto „man soll nicht reparieren, was nicht kaputt ist“. In beiden Fällen entstand dabei eine akzeptable Zeitvertreib-Komödie, die jedoch nur wenig vom Esprit des ersten Teils hat. Filmfortsetzungen wandeln meist auf einem schmalen Grat. Einerseits wollen die Zuschauer ein Erlebnis, wie sie es schon beim ersten Film hatten, doch andererseits will man auch nicht eine Kopie sehen. Das gilt umso mehr für Komödien, denn gerade Gags funktionieren weniger gut, wenn man sie einfach in abgewandelter Form wiederholt. Daran litt das Hangover-Sequel und auch Fack Ju Göhte 2 entkommt dem Fluch von Comedy-Sequels nicht.

Ist eine gleichwertige Komödien-Fortsetzung grundsätzlich unmöglich? Sicherlich nicht, wie diverse Beispiele in Vergangenheit schon gezeigt haben. Die meisten von ihnen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich zwar auf die Stärken des Vorgängers besinnen, aber zugleich auch die Geschichte natürlich weiterentwickeln. Genau das geschieht in Fack Ju Göhte 2 aber nicht. Im Mittelpunkt stehen wieder der gleiche Aufbau und der gleiche Konflikt wie im ersten Film. Zeki spielt halbherzig den Lehrer vor, während er nach seiner Beute sucht und sich irgendwann der Entscheidung zwischen seinen Chaoten-Schülern, die ihm ans Herz gewachsen sind, und einem unbeschwerten Leben ohne Verantwortung stellen muss. Da er zwar ein Krimineller ist, aber unter seinem rüpelhaften Auftreten sich ein Herz aus Gold verbirgt, kennen wir wieder einmal seine Entscheidung, noch bevor seine Filmfigur sich dessen bewusst wird.

Fack Ju Göhte 2 (2015) Filmbild 2Natürlich ist es nicht die aus diesem Konflikt resultierende Spannung, die den ersten Film so reizvoll gemacht hat, sondern vielmehr der Weg zu der vorhersehbaren Entscheidung, der Spaß gemacht hat und dieser Weg kommt einem im zweiten Film allzu bekannt vor, nur eben ein wenig flacher und abgetretener. Zeki darf wieder einmal abgefuckt dreinschauen und mit einer Assi-Attitüde seine Schüler wüst beschimpfen. Jella Haase und Gizem Emre lassen die dumpfen Obertussen heraushängen und Lucas Reiber gibt wieder einmal der sozial inkompetente Obernerd. Die Gagdichte ist ähnlich hoch wie im Vorgänger, doch deren Erfolgsquote ist deutlich niedriger. Fack Ju Göhte war überraschend frech und pointiert, wie ein frischer Wind inmitten der recht biederen Schweiger/Schweighöfer-Komödien Deutschlands. Dieser Überraschungseffekt ist diesmal weg und was bleibt, ist eine passable Komödie, die aber weder die Frische noch den Wiederanschauungswert des Vorgängers hat.

Fack Ju Göhte 2 (2015) Filmbild 3An den Darstellern liegt es freilich nicht. Elyas M’Barek beweist wieder einmal, dass er Charisma und Leinwandpräsenz besitzt und obwohl er natürlich am Ende immer die richtige Entscheidung trifft, fühlt sich Zeki selten weichgespült an. Jella Haase, der nicht-so-heimliche Star des ersten Films, stiehlt wieder einmal die Show und wird zu Recht auf der Besetzungsliste mittlerweile direkt nach M’Barek. Sie spielt die prollige Chantal so erschreckend überzeugend, dass man sie sich kaum in einer anderen Rolle vorstellen kann. Auch der Rest der 10b-Schwachmaten schlägt sich gut und Volker Bruch als neuer Antagonist ist genau die Art überengagierter und vor Begeisterung überschäumender Lehrer, die einen in der Schulzeit reichlich genervt haben. Einige der lustigsten Momente gehören wieder einmal Katja Riemann in ihrer kurzen Rolle als leistungsmotivierte Schuldirektorin. Lediglich Karoline Herfurth als Herzblut-Lehrerin Lisi wird diesmal zugunsten von Zekis Klasse zur Nebenfigur degradiert und nach dem ersten Filmdrittel spielt nach dem ersten Drittel keine nennenswerte Rolle mehr. Das ist schade, denn die Chemie zwischen M’Barek und Herfurth stimmt immer noch.

Seinem Vorgänger entspricht Fack Ju Göhte 2 leider auch in einem weiteren, wenig glücklich geratenen Punkt – einer überlangen Laufzeit. Schon der erste Film zerrte gegen Ende ein wenig am Geduldsfaden, doch hier fühlt man die knapp zweistündige Laufzeit noch mehr, weil sie mit einem Subplot über verwilderte Waisenkinder von Tsumani-Opfern aufgepolstert wurde, der sich irgendwo zwischen überflüssig und leicht geschmacklos bewegt.

Fazit

Fack Ju Göhte 2 weist die üblichen Schwächen eines Comedy-Sequels auf. Was im ersten Teil gut funktionierte, wird noch einmal aufgewärmt, doch es gibt eben nur ein erstes Mal. Die Fortsetzung wirkt nicht mehr so erfrischend, frech und lustig wie der Vorgänger und leidet an unnötigen Subplots, doch Fans von Elyas M’Bareks Draufgänger-Charme und Jella Haases sympathisch-unterbelichteter Tussi werden immer noch auf ihre Kosten kommen.

Trailer

The Tribe (2014) Kritik

0
The Tribe (2014) Filmkritik

Plemya, NL/UA 2014 • 132 Min. • Regie: Miroslav Slaboshipitsky • Mit: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy, Alexander Dsiadevich, Yaroslav Biletskiy, Ivan Tishko • Kinostart: 15.10.2015 • Deutsche Website

The Tribe (2014) Filmbild 1Es ist eine unglaublich triste Welt, in die Regisseur Miroslav Slaboshipitsky uns und Hauptprotagonist Sergey (Grigory Fesenko) entführt. Dreckig und kalt ist sein neues Zuhause: Ein Internat für Gehörlose, das aussieht wie ein Gefängnis und damit fast sinnbildlich für die Gefilde stehen könnte, in die sich Sergey schnell begibt. „The Tribe“, eine viele Mitglieder umfassende Gang, die das Internat unter ihrer Kontrolle hat, nimmt den Neuen nämlich sofort unter ihre Fittiche. Gewalt, Raub und Prostitution prägen ihren Alltag. Dabei verzichtet Slaboshipitsky in seiner Erzählung auch weitestgehend darauf, die schulischen Aktivitäten mit einzubinden, sondern konzentriert sich voll und ganz auf das kaputte Leben abseits des Klassenraums. In diesem muss sich Sergey zwangsläufig durchsetzen, damit er nicht wie andere unter dem Druck der Gang leidet und verliebt sich dabei in Gangmitglied und Schulkameradin Anna (Yana Novikova), die ihren Körper jede Nacht an Lastwagenfahrer verkauft.

The Tribe (2014) Filmbild 2Lange Aufnahmen, die auch in den schlimmsten Momenten schonungslos draufhalten, machen die dichte und gezielt Unwohlsein erregende Atmosphäre von The Tribe aus. Dialoge gibt es unter den Gehörlosen natürlich nicht und auch auf Untertitel wird bewusst verzichtet. Damit kehrt der Film mit seinen viel durch Mimik und Gestik arbeitenden Schauspielern nicht nur zu den Wurzeln des Kinos zurück, es ist auch ein äußerst mutiges Vorgehen. Das reine Erzählen durch die Kraft der Bilder bleibt in Hollywood oft auf der Strecke. Man verlässt sich auf erklärende Voiceover oder TV-Zusammenschnitte, die als Exposition dienen. Der Handlung von The Tribe kann man jedoch allein durch seine Bildsprache folgen. Allein dadurch ist dieses Experiment schon ein Sieg für das Kino, dem man Beachtung schenken sollte. Außerdem profitiert die Atmosphäre davon und die ruhige Erzählstruktur kann in ihren explosionsartigen Momenten ihre volle Wirkung entfalten.

Personen mit einem dünnen Nervenkostüm sollten diesen Film jedoch trotzdem meiden, denn The Tribe raubt einem mit seiner Skrupellosigkeit oft den Atem. Mord und Totschlag, Prostitution, Vergewaltigung und sogar eine Abtreibung sind Teil des zutiefst beklemmenden Bildes, das Miroslav Slaboshipitsky in seinem ersten Langspielfilm zeichnet. Der Verzicht auf Untertitel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Dadurch weiß man oft nie, wo die Reise als nächstes hingeht und die schrittweise ansteigende Schockwirkung der Ereignisse und die somit immer einhergehende böse Vorahnung, führen zu einem nervenaufreibenden Spiel mit den Erwartungen.

The Tribe (2014) Filmbild 3Die engagierten Schauspieler sind alle selbst gehörlos und bringen deshalb eine sehr ausdrucksstarke Gestik mit sich. Alle strengen sich merkbar an, doch trotzdem leidet die Authentizität hier und da leider doch etwas unter ihrem Spiel. Allein Hauptdarsteller Grigory Fesenko liefert durchgehend gute Arbeit ab und verarbeitet seine Charakterentwicklung überzeugend in seinem Mimik- und Gestikspiel. Es sind oft Kleinigkeiten, die einen durch ihre offensichtliche Falschheit aus dem Film ziehen, was sehr schade ist. So muss sich Sergey zu Anfang zum Beispiel in einem Kampf beweisen, der in der sonst so ernsten Atmosphäre unglaublich einstudiert und lächerlich wirkt. Auch auf der technischen Seite bewegt man sich durchaus im soliden Bereich. Auch wenn einige Einstellungen des talentierten Kameramanns Valentyn Vasyanovych oft doch etwas zu gedehnt ausfallen, schafft er es durchweg, atmosphärische Bilder zu generieren.

Mit The Tribe lässt Rapid Eyes Movement die Filmreihe „Freie Radikale“ los. „Freie Radikale sind Fundstücke, die heftige Reaktionen hervorrufen“, heißt es in der Erklärung. Und so verabschiedet sich der erste Vertreter mit einem lauten Knall, der noch lange nach dem Film nachwirkt. Faszinierend, ja. Aber auch eben dadurch schwer zu mögen.

Fazit

Dieser Film hinterlässt Spuren. The Tribe ist ein schweres, hartes und höchst unangenehmes Stück Kino. Miroslav Slaboshipitsky zeichnet ein verstörendes Bild einer kranken Gesellschaft, in einer dunklen, einsaugenden Atmosphäre und macht The Tribe damit zum Feel-Bad-Film des Jahres!

Trailer

https://youtu.be/d5DN8EFcz58

The Visit (2015)

0
The Visit (2015) Filmkritik

The Visit, USA 2015 • 94 Min • Regie & Drehbuch: M. Night Shyamalan • Mit: Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Deanna Dunagan, Peter McRobbie, Kathryn Hahn • Kamera: Maryse Alberti • FSK: ab 12 Jahren • Verleih: Universal Pictures International • Kinostart: 24.09.2015 • Deutsche Website

The Visit (2015) Filmbild 1M. Night Shyamalan, nach „The Sixth Sense“ kurzzeitig Hollywoods Wunderkind, hat einen neuen Film gemacht, doch alle rümpfen nur skeptisch die Nase. Grund für diese Haltung dürften vor allem die letzten Werke des Regisseurs ab dem überwiegend negativ rezensierten „The Happening“ von 2008 sein. Die Mischung aus 50er-B-Horror und 70er-Paranoiakino hat mich seinerzeit noch solide unterhalten (neben einer dichten Atmosphäre gab es Menschen, die vor gifttragenden Winden buchstäblich weggelaufen sind, und den wohl flachsten Hustensaftwitz aller Zeiten, vorgetragen von Hauptdarsteller Mark Wahlberg), doch den meisten Kinogängern ist die bewusst trashige Arbeit einfach zu lächerlich gewesen – von unlogisch ganz zu schweigen. Zwischen den folgenden Projekten „Die Legende von Aang“ (2010) und „After Earth“ (2013) hat der Regisseur infolge des wachsenden Spotts gar überlegt, seinen Job gänzlich an den Nagel zu hängen und ins Produktionsfach zu wechseln. So ist schließlich John Erick Dowdles nettes Genreoutput „Devil“ entstanden. Jetzt möchte uns Shyamalan mit seiner Mockumentary „The Visit“ doch nochmal höchstpersönlich das Fürchten lehren. Aber ob ihm das gelingt?

The Visit (2015) Filmbild 2Zwei Handkameras, zwei Kinderdarsteller, ein älteres Schauspielerpaar und sein eigenes Landhaus in Pennsylvania benötigt der Regisseur als Zutaten für seine kleine und gemeine Geschichte: Die Geschwister Becca (Olivia DeJonge) und Tyler (Ed Oxenbould) werden von ihrer Mom (Kathryn Hahn) in den Zug gesetzt, um endlich die Großeltern zu treffen. Becca plant eine Dokumentation über die noch unbekannten Familienmitglieder, die nach einem heftigen Streit die Beziehung zu ihrer Tochter abgebrochen haben. Bei der Ankunft entpuppen sich Omi (Deanna Dunagan) und Opi (Peter McRobbie) als vielleicht etwas zerzauste, aber dennoch liebenswerte Gestalten. Schleckereien gibt es reichlich, aber auch gewisse Regeln müssen in dem abgelegenen Anwesen eingehalten werden. Nicht nach 21:30 Uhr das Zimmer zu verlassen, zum Beispiel. Recht früh bemerken die aufgeweckten Kids, dass zumindest bei Nana gewaltig eine Schraube locker zu sein scheint, wandelt diese doch nachts nackt durchs Haus und kratzt an Türen. Auch Pop Pop benimmt sich inzwischen etwas seltsam; tauscht finstere Blicke, leckt am Lauf seines Gewehres und schlägt auf der Straße wildfremde Leute zusammen. Die Großeltern seien eben alt, gibt Mama per Skypechat aus dem Urlaub zu bedenken. Aber wieso starrt Omi immer so trostlos in den Brunnen und welches schmutzige Geheimnis versteckt Opi im Schuppen? Die seltsamen Vorfälle häufen sich, und die Kinder beschließen, der Sache per Videoüberwachung auf den Grund zu gehen …

The Visit (2015) Filmbild 3Analog zu der Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer sei, darf man sich nach der Sichtung von „The Visit“ (der ursprünglich den mild plotspoilernden Titel „Sundowning“ tragen sollte) fragen, ob das Werk nun halb gut oder halb schlecht ist. Als triumphales Comeback Shyamalans kann man die Arbeit ganz sicher nicht bezeichnen, dennoch fällt die Entscheidung für mich letztlich eher im positiven Sinne aus: Sieht man über den inzwischen arg nervigen Dokumentationscharakter mit Metaebene und zahllose, verbale Zitate hinweg, ist „The Visit“ ein Film, der sicher keine tiefen Spuren hinterlassen wird, aber auf seine extrem eigentümliche Weise Spaß macht. Shyamalan schlägt mehr als nur die Schock- oder Gruseltaste an und überzieht seinen Schrecken außerdem mit einer dicken Glasur galligen Humors. Vorbei ist die Zeit der langen, bedeutungsschwangeren Blicke und geflüsterten Worte, die bis „Das Mädchen aus dem Wasser“ (2006) ein Markenzeichen des Regisseurs gewesen sind. Hier kommt eine flotte und auf den ersten Blick konventionelle Genrenummer, die aber im Verlauf genüsslich aus der Bahn fliegt und manchem Zuschauer böse vor den Kopf stoßen könnte. Wirklich cool in „The Visit“ ist lediglich der rappende Tyler, von dem man sich gar ein Spin Off wünschen würde. „Tyler geht zur Schule“? Ich wäre dabei, wenn der Racker seine Lehrerin mit Namen von Popsängerinnen anstelle von Fluchwörtern beleidigt. Der Rest des Werkes ist ebenfalls nicht uninteressant, aber eher als gaga, schräg oder stellenweise völlig krank zu werten. Zum Beispiel eine deftige Abreibung mit Fäkalien gefällig? Dann kommen und staunen Sie doch bitte!

The Visit (2015) Filmbild 4Bevor das hier jemand in den falschen Hals bekommt: „The Visit“ ist kein guter Film, aber er unterhält und versteht es, bei seinem Publikum an den passenden Stellen spezifische Reaktionen hervorzurufen. Und zwar nicht durch laute oder spektakuläre Effekte, sondern durch puren erzählerischen Wahnwitz. Die Performances sind durch die Bank gelungen, das Timing passt und der obligatorische Twist am Ende sitzt: Eltern werden sich nach „The Visit“ zweimal überlegen, ob sie ihre Kinder nochmal selbstständig zu Oma und Opa fahren lassen …


Trailer


Fantasy Filmfest 2015 Tagebuch – Tag 8

1
Fantasy Filmfest 2015 Tag 8

Liebe Filmfutter-Fans,

leider fand die Durststrecke an guten Filmen auch am achten Tag des Fantasy Filmfests 2015 in Köln kein Ende. Nachdem das Festival in der ersten Hälfte noch so gut angefangen hat, konnte mich in den letzten drei Tagen eigentlich nur ein Film wirklich begeistern. Dabei hatten die Filme an Tag 8 durchaus Potenzial und hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können. Es begann mit einer in den Kontext eines Genrefilms eingebetteten Coming-of-Age-Geschichte über zwei Jugendliche, die über ungewöhnliche Kräfte verfügen; danach gab es den jährlichen FFF-Mindfuck-Film und zum Abschluss heulten Werwölfe wieder den Vollmond an. Immerhin der letzte (und konventionellste) Beitrag des Tages war halbwegs sehenswert und immerhin eine Verbesserung gegenüber den zwei Werwolffilmen aus dem letzten Fantasy-Filmfest-Jahrgang. Die ersten beiden Filme versprachen dafür anfangs viel und hielten wenig davon ein. Ausführlicher gibt es meine Meinung unten nachzulesen:

TAG 8

One & Two

Fantasy Filmfest 2015 Tag 8 One & TwoSchon häufiger haben Filmemacher Genrefilme als Projektionsflächen genutzt, um klassische Coming-of-Age-Geschichten zu erzählen. Dabei sind auch einige echte Perlen entstanden, allen voran Ginger Snaps und So finster die Nacht, die auch beim Fantasy Filmfest liefen. Auch meinen FFF-Favoriten aus dem Vorjahr, It Follows, kann man vermutlich zu der Kategorie dazuzählen. Die besonders erfolgreichen Vertreter dieses kleinen Subgenres zeichnen sich dadurch aus, dass die Coming-of-Age-Geschichte nie auf Kosten der Horrorelemente geht, sondern dass beide Themen eine perfekte Symbiose miteinander eingehen. Um eine solche Verschmelzung bemüht sich auch der diesjährige Beitrag One & Two, erreicht sie aber nie. Der Film handelt von den Geschwistern Zac (Timothée Chalamet) und Eva (Kiernan Shipka), die ein sehr simples Leben auf einer abgeschiedenen Farm mit ihren Eltern (Grant Bowler und Elizabeth Reaser) führen. Die beiden verfügen über eine unerklärliche Fähigkeit: wenn sie sich konzentrieren, können sie sich meterweit teleportieren (man denke an Nightcrawler aus X-Men 2 oder den Film Jumper, jedoch mit deutlich geringerer Wirkungskraft). Dem gottesfürchtigen Vater ist diese Fähigkeit ein Dorn im Auge. Mit einer hohen Holzwand schirmt er seine Familie von der Außenwelt ab – angeblich zu ihrem Schutz. Doch besonders Eva kann diese Isolation und den Zwang, ihre Kräfte zu verbergen, kaum noch ertragen. Wenn die seltsamen Anfälle ihrer zurückhaltenden Mutter zunehmen, eskaliert langsam aber sicher die Situation…

Die Ausgangssituation ist zugegebenermaßen interessant und alle vier Darsteller des Films, insbesondere die beiden Jugendlichen, leisten tolle Arbeit in den Rollen. Doch nach einem interessanten Aufbau verläuft der Film ins Nichts. Das Problem dabei ist, dass die Superkraft der Geschwister zunehmend eine untergeordnete Rolle spielt, sodass man sich irgendwann fragt, wieso man sich überhaupt ausgerechnet für diese entschieden hat. Man erfährt weder etwas über den Ursprung noch über die Regeln, nach denen diese Teleportation funktioniert und irgendwie ist es auch für den Film nicht wichtig, doch die Coming-of-Age-Geschichte für sich genommen ist einfach nicht fesselnd genug. Was dabei herauskommt ist weder Fleisch noch Fisch, sondern eine vergebene Chance.  2/5

 

Observance

Fantasy Filmfest 2015 Tag 8 ObservanceDer obligatorische Mindfuck-Film des diesjährigen Fantasy Filmfests heißt Observance. Lindsay Farris spielt darin den Privatdetektiv Parker, dessen Leben droht, aus dem Ruder zu laufen. Sein Sohn ist kürzlich verstorben, seine Ehe ist nah am Scheitern und überfällige Krankenhausrechnungen stapeln sich. Um diese zu begleichen, verzichtet er auf die Trauerphase und nimmt einen neuen Auftrag an. Von einem schäbigen, langsam verfallenden Haus aus, soll er eine junge Frau (Stephanie King) in ihrer Wohnung beobachten, ihre Telefonate abhören und alle ihre Bewegungen dokumentieren. Doch etwas stimmt nicht. Das Haus um ihn herum scheint ein Eigenleben zu führen, sein mysteriöser Auftraggeber zwingt ihn gegen seinen Willen, die Beobachtung fortzusetzen, und Parker leidet zunehmend an schrecklichen Halluzinationen – oder sind es vielleicht reale Visionen?

Das Problem des Films ist, dass mir die Antwort auf diese Frage irgendwann einfach egal wurde. Ich habe durchaus meinen Spaß an Filmen, die man entweder auf metaphorischer oder auf handfester Ebene nachträglich entwirren kann oder über die man noch lange nachdenkt. Gerne dürfen diese Filme auch keine endgültige und genaue Auflösung haben. Enemy, Donnie Darko, Coherence und Under the Skin sind allesamt solche Filme, die sicherlich kein einfaches, aber ein umso befriedigenderes Sehvergnügen darstellen, weil sie entweder eine echte visuelle oder symbolische Wucht sind oder ihre Erzählweise so gestalten, dass es wirklich Spaß macht, aus dem Gesehenen einen Sinn zu machen. All das ist bei Observance nicht vorhanden. Der Film hat Atmosphäre, das will ich nicht leugnen und die zunehmende Intensität der bedrohlichen Visionen der Hauptfigur hinterlässt durchaus eine Gänsehaut. Doch letztlich fühlen sich die surrealen Versatzstücke hier irgendwann beliebig an. Schwarze Galle hier, eine tote Ratte da, Visionen vom toten Kind, Wellen die gegen eine felsige Küste krachen – vielleicht ist der Protagonist verrückt, vielleicht ist ein okkultes Ritual im Spiel, vielleicht ist es eine Zeitschleife. Mögliche Erklärungen gibt es viele, doch das Interesse, nach einer zu suchen, kann Observance beim besten Willen nicht erzeugen. Es ist ein Verwirrspiel um des Verwirrens willen und das macht nicht sonderlich Spaß. 2/5

Howl

Fantasy Filmfest 2015 Tag 8 HowlNach zwei eher eigenwilligen Filmen bildete ein sehr klassischer Fantasy-Filmfest-Stoff für mich den Abschluss des Tages: der gute alte Werwolffilm! Nachdem die zwei Beiträge über die lykanthropen Gestaltwandler (Wer und WolfCop) letztes Jahr beim FFF bei mir wenig Begeisterung auslösen konnten, war ich froh, wieder einmal einen soliden, wenn auch keineswegs herausragenden Vertreter des Horror-Subgenres, das im Gegensatz zu Vampir- und Zombiefilmen meist eher stiefmütterlich behandelt wird, zu sehen. Howl kommt aus Großbritannien, dem Land, das mit An American Werwolf in London und Dog Soldiers zwei der besten Werwolfstreifen überhaupt produziert hat. Die Geschichte ist schnell erzählt. Ein Nachtzug mit einigen missgelaunten Fahrgästen (darunter Shauna Macdonald aus The Descent) bleibt in einem nebligen Wald nach einer technischen Panne stehen und wird von einem Rudel blutrünstiger Werwölfe belagert. Doch die Passagiere, angeführt von einem jungen Fahrkartenkontrolleur (Ed Speleers), wissen sich zu wehren.

Man würde im heutigen Horrorklima vermuten, dass ein Film wie Howl sich vor Filmreferenzen strotzend als eine augenzwinkernde Party-Splattergranate entpuppen würde, doch Regisseur Paul Hyett, der bei den Fantasy Filmfest Nights mit seinem Debütfilm Seasoning House auf sich erstmals aufmerksam gemacht hat, wählte einen überraschend ernsten Ansatz. Okay, so ganz todernst ist der Film auch nicht, es gibt den einen oder anderen (manchmal leider erzwungen wirkenden) Lacher und auch Referenzen zu Horrorklassikern wie Nightmare on Elm Street oder John Carpenters The Fog sind hier zu finden. Doch im Großen und Ganzen ist Howl definitiv mehr Horror als Komödie und spielt mit einer Variation des Home-Invasion-Szenarios. Die Maskeneffekte der Werwölfe können sich sehen lassen und auch wenn der Film die Werwolf-Mythologie nicht neu erfindet, bastelt er sich seine eigenen Regeln für die haarigen Widersacher zusammen. Weder Vollmond noch Silberkugeln spielen eine Rolle, doch der Biss bleibt weiterhin die Tür zur Verwandlung.

Über weite Strecken ist der Film sehr atmosphärisch, auch wenn dem angeblich in einem Wald spielenden Film die computeranimierten Außenkulissen gelegentlich arg anzumerken sind. Bei den Splattereffekten hält sich Howl auch überraschend zurück, was aber möglicherweise auch am Budget des Films gelegen haben mag. Wie auch bei Stung gibt es zwischendrin einen längeren Durchhänger, wenn der Film versucht, seine eher uninteressanten Charaktere auszubauen, doch zum Glück kriegt er im letzten Drittel noch die Kurve und zieht die Werwolf-Action wieder an. An Dog Soldiers, dessen Darsteller Sean Pertwee hier ebenfalls (kurz) zu sehen ist, kommt Howl nicht heran, doch angesichts der recht mageren Ausbeute im Werwolfgenre in den letzten Jahren, kann der Film sich allemal sehen lassen. 3/5

____________________________________________________________

Wird am 9. Tag des Fantasy Filmfests 2015 meine Durststrecke enden und bekomme ich wieder einmal einige Highlights zu sehen? Die Chancen stehen gut, denn immerhin hat Strangerland mit Nicole Kidman, Joseph Fiennes und Hugo Weaving große Starpower zu bieten und der Metal-Zombie-Trash Deathgasm sieht nach einem klassischen FFF-Partyfilm aus. Schaut bei unserer nächsten Ausgabe rein und erfahrt, ob wie die beiden mir gefallen haben. Außerdem im Angebot: eine moderne Adaption von Mary Shelleys "Frankenstein" vom Candyman-Regisseur Bernard Rose.

Bisherige Ausgaben:

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Tag 7

A Most Violent Year (2014) Kritik

0
A Most Violent Year (2014) Filmkritik

A Most Violent Year, USA/AE 2015 • 125 Min. • Regie: J.C. Chandor • Mit: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo, Albert Brooks, Alessandro Nivola, Elyes Gabel • FSK: ab 12 Jahren • Kinostart: 19.03.2015 • Heimkinostart: 7.08.2015 • Deutsche Website

A Most Violent Year (2014) Filmbild 1Erst Anfang letzten Jahres ließ J.C. Chandor in dem grandiosen All Is Lost einen Mann um seine Existenz kämpfen. Mit A Most Violent Year reist er nun in das titelgebende Jahr 1981 zurück, das mit einer immensen Verbrechensstatistik als das gewaltsamste Jahr in die New Yorker Geschichte einging. In diesem düsteren Setting finden sich Abel (Oscar Isaac) und Anna Morales (Jessica Chastain) wieder, die sich einen Namen im ertragreichen Heizöl-Business gemacht haben. Doch die Statistiken lügen nicht und so kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Übergriffen auf die Heizöl-Trucks. Zu allem Überfluss muss sich Abel, der im Gegensatz zu seiner zwielichtigen Konkurrenz ein Mann von Ehre ist, mit dem Staatsanwalt Lawrence (David Oyelowo) herumschlagen.

A Most Violent Year (2014) Filmbild 2Mit All Is Lost bewies Chandor schon, dass er nicht mehr als einen Mann und ein Boot braucht, um eine packende Geschichte zu erzählen, und zu der Sorte Regisseur gehört, die verstanden hat, dass langsam nicht zwangsläufig langweilig bedeutet. In ruhigen, gelblichen Bildern erzählt er in seiner dritten Regiearbeit die Geschichte eines Mannes, der in einem korrupten Geschäft versucht, ehrlich und aufrichtig zu bleiben. Ein Mann, der alle Eigenschaften eines klassischen Gangsters aufweist, sich aber gegen sein Schicksal sträubt und sich immer bemüht, den harten, aber richtigen Weg zu gehen. Dieser innere Konflikt wird mit einer herausragenden Performance von Oscar Isaac eingefangen und verdeutlicht brillant, wie anstrengend Selbstbeherrschung sein kann. So wird beispielsweise in Streitgesprächen mit seiner Frau das Gefühl der unterdrückten Wut auch durch das Umschalten auf eine eher wacklige Handkamera intensiviert.

A Most Violent Year (2014) Filmbild 3Ansonsten erinnert der Film durch seine ruhige Optik nicht selten an Mafia-Epen wie Der Pate. Wenn es wieder einmal intensiv wird, darf Kameramann Bradford Young (Selma) sein Können unter Beweis stellen. Sein Talent schlägt sich dabei vor allem in unglaublich spannend gefilmten Verfolgungsjagden nieder. Zwei davon bilden gleichzeitig zwei der Plot-Höhepunkte sowie die besten Szenen und stehen stellvertretend für die Qualitäten des Films. Die erste fasziniert durch eben genannte Kameraführung, die letzte wiederum durch die der Spannung die Diamantenkrone aufsetzenden Echtzeit-Erzählung über mehrere Minuten hinweg.

Doch A Most Violent Year kann nicht nur durch seine technische Brillianz überzeugen. Fesselnd geschriebene Dialoge und eine langsame, aber umso intensivere Story lassen den Spannungsbogen nur wenige Male an seine Grenzen stoßen. Der wunderbare Cast ist aber weiterhin das Herzstück des Films. Oscar Isaac ist so gut, dass man sich sofort nach Star Wars: Episode VII sehnt und verkörpert den immigrierten Geschäftsbetreiber oscarwürdig. Jessica Chastain verzaubert als 80’s-MILF und spielt die zwischen Geschäft und Haushalt pendelnde Ehefrau mehr als überzeugend. Zum Ende hin vielleicht ein paar Minuten zu lang geraten, funktioniert J.C. Chandors neuestes Werk zwar auch noch als satirischer Abgesang auf das bis heute fortlaufende amerikanische Geschäftsmodell und dessen Korruption, endet storymäßig jedoch leider ein wenig im Nichts.

Fazit

A Most Violent Year ist ein genial erzählter Old-School-Crime-Thriller, der die unschönen Zustände im gewaltsamsten Jahr der New Yorker Geschichte über die Tragödie eines unter der amerikanischen Geschäftswelt leidenden Immigranten zeigt. Neben dem technisch hohen Niveau überzeugt auch der fantastische Cast.

Trailer

"Hannibal" S03E13 "The Wrath of the Lamb" Kritik

0

Der Artikel enthält einige "Hannibal"-SPOILER zur besprochenen Folge!

WOW! Zunächst einmal, dieser Text entsteht direkt nach meiner Sichtung der finalen "Hannibal"-Folge "The Wrath of the Lamb". Bedauerlicherweise wird diese Folge nicht nur die letzte der 3. Staffel, sondern auch der ganzen Serie sein (sind wir ehrlich, die Rettungschancen sind inzwischen nahezu bei null Prozent angekommen). Aufgrund all dieser Tatschen soll mir verziehen werden, dass ich im nun folgenden Text höchstwahrscheinlich in die ausschweifendsten und langwierigsten Lobeshymnen verfallen werde, die ich je zu Papier (oder eben über die Tastatur) gebracht habe. Macht euch also bereit für das Folgenreview zum überragenden Finale von "Hannibal"!

Wir beginnen mit der ikonischen Szene, auf die die Romanleser, zu denen ich mich zählen darf, sicher schon gewartet haben. Dolarhyde (Richard Armitage) macht Reba (Rutina Wesley) klar, wie ernst seine Lage ist. Da er sich allerdings nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, sie dem Drachen zu überlassen, hat er sich einen ausgefeilten Plan zurechtgelegt, mit dem er sie und auch sich selbst retten kann. Er täuscht seinen Tod vor und lässt alle in dem Glauben, er hätte sich aus Liebe zu ihr selbst umgebracht, um das Monster tief in sich selbst zu zerstören. Die verstörte Reba kann den Flammen gerade noch entkommen und wird nach dem schockierenden Ereignis von Will (Hugh Dancy) getröstet in Bezug auf ihre Anziehungskräfte für Dolarhyde. Wenn jemand versteht, wie es ist eine dunkle Seite mit sich zu tragen, dann ist es Will Graham.

You didn’t draw a freak. You drew a man with a freak on his back.

Nachdem sich der Rote Drache also scheinbar als Geschichte erwiesen hat, macht sich Will auf zu Hannibals (Mads Mikkelsen) Zelle, um ihm mitzuteilen, dass es aus und vorbei ist. Mal wieder erscheint uns das Glasgefängnis allerdings nicht in seiner eigentlichen Form, sondern als italienische Kirche, in der Hannibal schick angezogen ein Kerzenlicht auslöscht. Diese Momente werden mir fehlen. Doch Will hat nicht nur vor mit dem Fall abzuschließen, sondern auch ein für alle Mal mit Hannibal Lecter, und so verabschiedet er sich auf fast schon spöttische Art von seinem "Mentor", der genau weiß, dass Will sich nicht so leicht von ihm trennen kann, wie er es gerne tun würde.

Hannibal The Wrath of the Lamb Kritik

The unspoken knowledge will live with you like unwanted company in the house.

Beruhigt von den vorangegangenen Ereignissen verzieht sich Will in sein Hotelzimmer, um sich auszuruhen. Jetzt wo der Killer tot ist, und er mit Hannibal abgeschlossen hat, sollte ja alles in Ordnung sein oder etwa nicht? Falsch gedacht! Dolarhyde ist nämlich noch am Leben und sucht den Ermittler in seiner derzeitigen Bleibe auf um ihn an seinen Stuhl zu fesseln und sich endlich von Angesicht zu Angesicht mit ihm zu unterhalten. Seine Motivation in der Serie ist, dass er Hannibal Lecter wahrhaftig gegenüberstehen will. Im Buch war Dolarhyde zum Schluss nur noch auf Rache aus, was in einem extrem unbefriedigenden Finale eskalierte, Bryan Fuller schafft es die Geschichte neu und besser zu einem versöhnlichen Ende zu führen.

Kurz darauf wird uns Dolarhydes genialer Plan von den Gerichtsmedizinern genauer erklärt, während Jack und Will sich darüber unterhalten, wie sie den Killer anlocken könnten. Will hat eine fatale Idee: Er will Hannibal in Polizeigewahrsam überführen, sodass Dolarhyde leichter an ihn herankommen kann. Was wie der absurdeste Plan aller Zeiten klingt, wird von Jack erst einmal so hingenommen, der denkt, dass Will dieselben Absichten hat wie er, nämlich Dolarhyde und Hannibal zu töten. Die einzige Person, die etwas einzuwenden hat, ist Bedelia Du Maurier (Gillian Anderson). Sie scheint die einzige vernünftige Person zu sein, die das Ausmaß dieser Entscheidung begreift. Sie kritisiert Will aufs Schärfste und blickt hinter seine Fassade, etwas, dass er sich möglicherweise nicht einmal selbst traut.

Hannibal The Wrath of the Lamb Kritik

You just found religion. Nothing more dangerous than that.

Dr. Chilton (Raúl Esparza), der durch Alana Blooms (Caroline Dhavernas) Besuch von dem Vorhaben des FBI erfährt, hält den Plan zwar auch für höchst fragwürdig, hat aber keine Angst, nein er macht sich lustig darüber, wie einfältig die Verantwortlichen handeln, ohne auch nur an die möglichen Konsequenzen zu denken. Alana werden diese Konsequenzen noch einmal sehr persöhnlich vor Augen geführt, als sie Hannibal die Botschaft überbringt, dass man ihn als Köder benutzen will. Es ist unglaublich, wie bedrohlich Mads Mikkelsen in seiner Verkörperung des Hannibal Lecter ist, selbst jetzt noch, wo er hinter einer dicken Glasscheibe steht, die schiere Autorität in seinen Worten gepaart mit seiner Mimik ist teuflisch. Da bekommt man schon Mal Gänsehaut, als er Alana droht:

You died in my kitchen Alana when you chose to be brave. Every moment since is borrowed.

Es dauert nicht lange, da kommt auch der treue Will wieder angelaufen und Hannibal genießt seinen Triumph, die letzte Begegnung mit seinem "Schützling" doch gar nicht so endgültig gestaltet zu haben. Die beiden unterhalten sich noch kurz, danach beginnt auch schon die waghalsige Aktion. Natürlich ist die Überführung von Hannibal in einem Polizeiwagen voller unfähiger Schießbudenfiguren weniger als realistisch anzusehen, als ganz einfach als ein Plotinstrument von Bryan Fuller, doch darüber hinaus funktionieren die Szenen. Dolarhyde ermordet alle Wachmänner, worauf Hannibal und Will sich gemeinsam in einem Polizeiwagen auf den Weg zu einem von Hannibals Anwesen machen. Während Will zunächst noch etwas unsicher wirkt, merkt man schnell, dass er anfängt, sich wohlzufühlen.

Hannibal The Wrath of the Lamb Kritik

Für die letzten Szenen der Staffel und der Serie beschränkt sich die Folge auf das Essenzielle: Will Graham und Hannibal Lecter und die Beziehung der beiden zueinander. In Hannibals Anwesen angekommen wird erst einmal ein teurer Wein aufgemacht und sich unterhalten, bevor wenige Augenblicke später ein Schuss die Stille der Dunkelheit zerbricht. Unsere beiden Protagonisten (ja durchaus eine gewagte Bezeichnung) gingen zwar bereits davon aus, dass sie unter Beobachtung von Dolarhyde waren, doch die Überraschung kam nicht zu kurz, als er schließlich durch die Scheibe schlägt. Der Drache beugt sich über den am Boden liegenden Hannibal Lecter und macht sich daran zu filmen, wie er sein Idol verzehrt. Doch er hat die Rechnung ohne Will Graham gemacht.

Jener Kampf, in den die gerade angerissene Szene eskaliert, gehört sicherlich zu den schönsten aller "Hannibal"-Momenten und wird sich auf ewig in die Gedanken der Zuschauer brennen. Künstlerisch wunderschön aufgenommen bezwingen Hannibal und Will in grandios blutiger Teamarbeit den Roten Drachen, der um sich schlagen kann, soviel er will, am Ende muss er sich der schieren Stärke der beiden geschlagen geben und sinkt sterbend zu Boden. In seinem eigenen Blut sehen wir, wie die Flügel des Drachen sich ausbreiten: Ein würdiges Ende für einen fantastischen Antagonisten.

Hannibal The Wrath of the Lamb Kritik

Nach dem aufmürbenden und brutalen Kampf stolpern Will und Hannibal aneinander, Körper an Körper, Kopf an Kopf. Die Verbindung wird spürbar, die Luft ist elektrisiert von den vorigen Ereignissen und die beiden Männer liegen sich in den Armen und scheinen in der schwarzen Farbe des Blutes im Mondschein förmlich miteinander zu verschmelzen. Es ist die Bindung, zwischen den beiden, die die Serie seit je her vorangetrieben hatte, die den besonderen Reiz dieser Erfahrung ausmachte. In der dritten Staffel wurde diese Bindung zum ersten Mal auch mit dem Wort Liebe bezeichnet. Auf eine schräge Art romantisch ist der Abschluss alle Mal. Umeinandergeschlungen stürzen Will und Hannibal die Klippen hinunter und wir sehen die Credits laufen. Fantastisch!

See, this is all I ever wanted for you Will. For both of us.
– It’s beautiful.

Doch das war nicht alles, wie schon beim verheerenden Finale der zweiten Staffel bekommen wir auch hier eine Post-Credit-Scene geschenkt, in der wir Bedelia an einem Tisch sitzen sehen. Ihr Bein liegt abgetrennt und köstlich zubereitet auf dem Esstisch und sie sieht nicht gerade sehr glücklich darüber aus. Wir sehen, wie sie eine Gabel vom Tisch nimmt. Scheinbar steht sie unter Drogen und ist sich der kommenden Gefahr bewusst. Die Kamera setzt zurück und zwei weitere Stühle an dem Tisch fallen ins Blickfeld des Zuschauers, allerdings leer, für einen der beiden Stühle liegt aber auf jeden Fall noch Gedeck bereit…

Hannibal The Wrath of the Lamb Kritik

Doch was genau ist nun passiert? Hat Will sich geopfert, um Hannibal aufzuhalten? Sind die beiden geflohen und nun zusammen auf Kannibalen-Hochzeitsreise? Was ist mit Bedelia? Es steht in den Sternen, ob wir das je genau erfahren werden, und das Finale lässt so einige Interpretationsmöglichkeiten offen, also gehen wir doch einfach etwas genauer darauf ein. Wir sehen wie Will und Hannibal sich in den Armen liegen und Hannibal Will anspricht mit "See". Ein Wort, so simpel und zur gleichen Zeit doch auch so bedeutungsschwanger in "Hannibal". Bereits in der Pilotfolge der ersten Staffel ist es dieses Wort, dass der sterbende Garret Jacob Hobbs (Vladimir Jon Cubrt) dem verzweifelten Will Graham mit seinen letzten Atemzügen noch zukeucht. Es ist dieses kleine Wort, das sich durch die ganze Serie zieht.

Hannibal beabsichtigt Will damit klar machen, dass er ihm seine wahre, seine dunkle Seite zeigt. Wills inneres Monster, dem er sich jederzeit bewusst war, das er sich aber bisher weigerte zu sehen. Gewissermaßen brechen Wills Mauern, die er sich über die Jahre angeeignet hat, im Kampf mit Dolarhyde ein und die Dunkelheit, gemeinhin als das Böse bekannt, offenbart sich ihm. Genau das ist es, was Hannibal in Will schon immer zum Vorschein bringen wollte. Will sieht ein, wie wunderschön diese Seite ist, bemerkt aber gleichzeitig, wie fatal sie für die Menschen sein kann die er liebt und, dass er sich von nun an nie wieder unter Kontrolle haben wird. Gewissermaßen ist er jetzt Hannibal. In einer der vorigen Folgen (mir sei verziehen, dass ich nicht mehr genau weiß welche) wird Will klar, dass er Hannibal töten muss, um nicht selbst zu Hannibal zu werden. Dazu ist es jetzt zu spät.

It really does look black in the moonlight.

Allerdings ist Wills menschliche Seite noch nicht tot. Sie weiß zwar, dass sie verloren hat, doch sie sieht noch einen letzten Ausweg, um zumindest verhindern zu können, dass seine dunkel Seite noch mehr Schaden anrichtet und so stürzt sich Will mit Hannibal die Klippen hinunter. Dieser Ausweg beinhaltet zwar auch den Tod von Wills guter Seite, doch wissend, dass diese keine Chance mehr gegen Hannibal hat, ist Will bereit sich komplett hinzugeben und zu opfern. Was danach geschieht, bleibt Spekulation. Doch eines ist sicher, egal was aus den Wellen des Meeres aufsteigt, sei es in Form von Hannibal Lecter, sei es in Form von Will Graham oder sogar von beiden: Der Will Graham, den wir einmal glaubten zu kennen, liegt für immer auf dem Meeresgrund.

Save yourself. Kill them all.
– I don’t know if I can save myself. Maybe that’s just fine.

Die folgende Bedelia-Szene impliziert auf jeden Fall, dass mindestens einer der beiden, wenn nicht beide wegen den drei Stühlen, noch am Leben sind und sich der Jagd hingeben. Im Grunde bestehen nur die Möglichkeiten, dass Hannibal allein überlebt hat, oder er nun zusammen mit Will, endlich vereint, seiner Tätigkeit nachgeht. Ich halte es für ein perfektes Ende sowohl für die Staffel als auch für die Serie selbst, was mich weniger traurig um ihr so frühes Ende macht. Es wäre durchaus interessant die "Das Schweigen der Lämmer"-Story noch neu aufgelegt zu sehen, doch zwingend nötig ist es nicht, jetzt nach diesem grandiosen Knall von einem Finale. Möge "Hannibal" in Frieden ruhen und für immer in unserem DVD-Regal stehen. Ich hoffe die Ausführung meiner Interpretation hat euch gefallen und ihr seid ähnlicher Meinung, wenn nicht, könnt ihr das sehr gerne in die Kommentare schreiben.

Sicario (2015) Kritik

1
Sicario (2015) Filmkritik

Sicario, USA 2015 • 121 Min • Regie: Denis Villeneuve • Drehbuch: Taylor Sheridan • Mit: Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Jon Bernthal, Jeffrey Donovan • Kamera: Roger Deakins • Musik: Jóhann Jóhannsson • FSK: ab 16 Jahren • Verleih: StudioCanal • Kinostart: 1.10.2015 • Deutsche Website

Sicario (2015) Filmbild 1Willkommen in Juárez! Die mexikanische Grenzstadt, die zu den gefährlichsten Orten der Welt zählt, bildet den Hauptschauplatz von „Sicario“, der neuen Arbeit des „Prisoners“-Regisseurs Denis Villeneuve. Aus Gründen der Sicherheit für Leib und Leben mussten die Dreharbeiten zu dem höllisch spannenden Thriller allerdings auf andere Städte umgelegt werden. Wer denkt, man könne als Tourist mal eben locker durch die Hochburg der Drogenkartelle bummeln, liegt ganz klar daneben. So erinnert sich Basil Iwanyk, ein Produzent des Films, noch lebhaft an seinen Kurzbesuch für die Recherchen, der unter strengster Polizeiüberwachung stattgefunden hat: „Sie hatten vorne im Wagen Maschinenpistolen griffbereit und gaben uns ganz detaillierte Ratschläge. In meinem Fall zum Beispiel den, als Träger von Kontaktlinsen eine Brille mitzubringen, falls unser Wagen aufgehalten und ich entführt werden würde.“ Diese nervenzerrende Erfahrung spiegelt sich direkt in einer der intensivsten Szenen des Werkes wider, in der sich ein Konvoi durch die Stadt schlängelt, um einen Gefangenen in US-Territorium zu überführen. In seiner hautnahen Aufarbeitung strategischer Einsätze ruft Villeneuve diesmal vor allem die letzten Filme von Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow – „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ und „Zero Dark Thirty“ – in Erinnerung, nur dass der Krieg hier ein anderer ist und der moralische Konflikt des Geschehens direkt durch die Figur der FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) kommentiert wird. „Sicario“ ist im Vergleich zu den genannten Werken emotional weniger distanziert und fordert nicht so viel Selbstentscheidung von den Zuschauern. Aber das macht ihn nicht weniger packend.

Sicario (2015) Filmbild 2Zu Beginn werden wir Zeugen eines grausamen Leichenfundes in einem Haus am Rande Arizonas. Der infolge einer Bombenexplosion verheerende Einsatz schockiert die idealistische Leiterin Macer bis ins Mark und so erklärt sie sich bereit, sich dem Sonderkommando des Geheimagenten Matt Graver (Josh Brolin) anzuschließen, um die wahren Täter aufzuspüren. Zu der Einheit gehört außerdem der mysteriöse Alejandro (Benicio Del Toro), der, wie wir bald erfahren, besonders für den dreckigen Teil des Auftrags zuständig ist. Eine Sache steht von vornherein fest: Juristen sollen nicht mit an Bord, denn das Unternehmen überschreitet Grenzen – sowohl geographischer als auch moralischer Natur. Um in die Welt der mexikanischen Kartelle vorzudringen müssen Regeln akzeptiert werden, die der sauberen US-Gesetzesgrundlage widersprechen. Je mehr sich das Team dem Kern der Mission nähert, desto mehr wachsen Macers Zweifel an den fragwürdigen Methoden und die Agentin manövriert sich in tödliche Gefahr …

Sicario (2015) Filmbild 3 Wer sich so tief in den Dreck begibt wie die Charaktere in „Sicario“ (der Titel bedeutet übrigens übersetzt Auftragskiller), wird auch mit den besten Absichten nicht in strahlendem Weiss, sondern bestenfalls in einem schmutzigen Grau das Feld verlassen. Während die übrigen Beteiligten schon gleich zu Anfang in einem gewissen Zwielicht erscheinen, bietet sich Macer als Identifikationsfigur für ein Publikum an, das sich ebenso unwissend diesem urbanen Terror nähert. Und von sich behaupten, selbst schon einmal auf diesem rauen Boden gestanden zu haben, kann wohl kaum ein hiesiger Kinogänger. Ob Steven Soderberghs thematisch verwandter „Traffic“ auf den puren Nervenkitzel von „Sicario“ vorbereiten kann, wage ich übrigens zu bezweifeln – auch wenn das erwähnte Werk komplexere Zusammenhänge entwirft als der eher gradlinige Actionthriller Villeneuves. Es ist die Art der Gestaltung – zum Beispiel die ruhigen, warmen Aufnahmen von Kameramann Roger Deakins („Skyfall“), die sich auf interessante Weise mit den unterschwelligen, bedrohlichen Klängen Jóhann Jóhannssons („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) ergänzen -, die eine absolute Sogwirkung auf die Zuschauer hat.

Sicario (2015) Filmbild 4Die Bedrohung bleibt hier manchmal ohne Gesicht, so auch während eines schweißtreibenden Feuergefechtes in einem unterirdischen Tunnel. Das macht Sinn, denn schließlich bleiben die großen Drahtzieher des organisierten Verbrechens in der Regel ebenso anonym. Die gefallenen Kämpfer sind dann meist arme Handlanger, deren Schicksal schon durch das Aufwachsen im gnadenlosen Umfeld determiniert erscheint. Ein solches Leben wird in „Sicario“ knapp angerissen, und so vorhersehbar der Ausgang von diesem auch ist, so verdeutlicht es doch, dass unter dem großen Ganzen immer auch ein einzelner Mensch steckt, der vielleicht eine Familie ernähren muss. Auch der undurchdringlichste Charakter des Films, der von Benicio Del Toro verkörperte Alejandro, wird schließlich zeigen, warum genau er tut was er tut.

Sicario (2015) Filmbild 5Mit „Sicario“ hat Denis Villeneuve seine bis dato beste Arbeit abgeliefert. Selbst wenn er sich wie bei den Vorgängern erkennbar bei Vorbildern bedient (David Lynch bei „Enemy“, David Fincher bei „Prisoners“), kann man dem kanadischen Regisseur eine faszinierende individuelle Ästhetik und ein starkes Gespür für atemlose Spannung nicht absprechen. Bei „Sicario“ passt das alles perfekt zusammen und der straff erzählte Film dürfte viele Zuschauer in seinen kompromisslosen Bann ziehen. Wenn am Ende Schüsse und Explosionen ein unschuldiges Kinderfußballspiel unterbrechen, setzt diese Szene einen klareren Schlusspunkt als jedes lange Plädoyer.


Trailer


Bourne 5: Vincent Cassel als Bösewicht, Matt Damon verrät neue Details

0
Bourne 5 Matt Damon Vincent Cassel

Vincent Cassel in Public Enemy No. 1 (2008) © Pathé

Quellen: Variety, Buzzfeed

Eins der größten Highlights für Actionfans nächstes Jahr die Rückkehr von Matt Damon als Superagent Jason Bourne im bislang noch unbetitelten fünften Bourne-Film sein. Es wird Damons vierter Auftritt im Franchise sein und sein erster seit neun Jahren, nachdem er in der Zwischenzeit für Das Bourne Vermächtnis das Zepter Jeremy Renner (der allerdings einen neuen Charakter spielte) ausgeliehen hat. Ursprünglich sollte der Renner-Film noch eine direkte Fortsetzung erhalten, diese wurde aber sofort auf Eis gelegt, als Damon und Regisseur Paul Greengrass, der am zweiten und dritten Bourne gearbeitet hat, sich bereit erklärt haben, für einen weiteren Film zurückzukehren. Im Laufe der letzten Monate wuchs langsam aber stetig die Besetzung des Films. Neben Damon wurde auch Julia Stiles als CIA-Analytikerin Nicky Parsons aus der Original-Trilogie zurückgebracht. Außerdem wurden der Shooting Star Alicia Vikander (Ex Machina) und der Schauspielveteran Tommy Lee Jones besetzt. Doch obwohl die Dreharbeiten bereits diese Woche beginnen, wurde erst jetzt bekannt, wer Damons Gegenspieler im Film sein wird.

Ursprünglich visierte die Produktion den Herr-der-Ringe-Star Viggo Mortensen für den Part des Bösewichts an, doch der mittlerweile Blockbuster-scheue Darsteller konnte offensichtlich nicht überzeugt werden. Deshalb wurde nun der Franzose Vincent Cassel als ein Killer verpflichtet, der in die Fußstapfen von Clive Owen, Karl Urban und Edgar Ramirez tritt und sich an die Fersen von Jason Bourne heftet. Dass er dabei mehr Erfolg haben wird als seine Vorgänger, darf allerdings bezweifelt werden. Keine Zweifel habe ich hingegen am Casting von Cassel, der immer sehr charismatische und ausdrucksstarke Performances abliefert. Bekannt dürfte er den Zuschauern vor allem durch seine Rollen in Black Swan, Pakt der Wölfe und Die purpurnen Flüsse sein.

Dafür, dass Bourne 5 schon sehr bald vor die Kameras geht und am 25.08.2016 in die deutschen Kinos kommen soll, ist über den Film extrem wenig bekannt. Hauptdarsteller Matt Damon brach nun das Schweigen und verriet letzte Woche in einem Interview die allerersten, wenn auch weiterhin spärlichen Details zu Bourne 5: (aus dem Englischen)

Ohne zu viel zu verraten, geht es um Bourne im von der Finanzkrise gebeutelten Europa und in einer post-Snowden-Welt. Es scheint so, als hätte sich viel verändert. Es gibt diese ganzen Diskussionen und Kontroversen über Spionage, bürgerliche Freiheiten und die Natur der Demokratie. Wir beginnen, in Griechenland, der Geburtsstätte der Demokratie, und der Film endet in Las Vegas, einer wirklich grotesken Inkarnation von…(lacht).

Da haben wir es also: Jason Bourne wird sich in Griechenland und Las Vegas seinen Verfolgern stellen und wie die Thrillerserie "Homeland" wird auch hier das aktuelle politische Klima zum Thema. Angesichts der ironiefreien Nüchternheit der bisherigen Bourne-Filme passt das natürlich auch ganz gut.

Was haltet Ihr von Cassels Besetzung als Bösewicht und den Infos, die Damon verraten hat?

 

Fantasy Filmfest 2015 Tagebuch – Tag 7

0
Fantasy Filmfest 2015 Tag 7

Nachdem das Fantasy Filmfest 2015 in Köln in den ersten fünf Tagen mit diversen kleineren und größeren Höhepunkten durchaus zu begeistern wusste, war Tag 6 leider eher durchwachsen und am siebten Tag ging es weiter bergab. Keiner der drei gesehenen Filme hat einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Während der Geisterhorror Demonic durchschnittliche, unaufregende Genrekost vom Reißbrett bot, war Body, der erste Film des Tages, leider ein absoluter Reinfall. Der französische Streifen Night Fare schnitt noch am besten ab und hätte auch das Zeug zu einem kleinen Triumph gehabt, wäre da nicht das blöde Ende gewesen, das mir schon den einen oder anderen französischen Thriller in Vergangenheit ruiniert hat. Ausführlicher gibt es alles unten nachzulesen:

TAG 7

Body

Fantasy Filmfest 2015 Tag 7 BodyHolly (Helen Rogers), Cali (Alexandra Turshen) und Mel (Lauren Molina) sind drei gelangweilte junge Mädels, die es an Heiligabend im luxuriösen Haus von Calis steinreichem Onkel ordentlich krachen lassen – bis Holly irgendwann auffällt, dass das Haus gar nicht dem lieben Onkelchen gehört, sondern wildfremden Leuten. Die drei treten eine hektische Flucht an, rennen dabei aber den Hausmeister (Genre-Multitalent Larry Fessenden) um, der die Treppe runterfällt und mit offenbar gebrochenem Genick leblos liegen bleibt. Doch was tun? Polizei rufen, sich für die Taten verantworten und in den Knast gehen oder vielleicht die Situation zu eigenen Gunsten inszenieren? Schließlich kann ein Toter seine Seite der Geschichte nicht erzählen…

Body ist nach einem sehr simplen Muster gestrickt, bei dem drei durchschnittliche Leute in eine Ausnahmesituation geraten und Freundschaften und Moralvorstellungen einer harten Probe unterzogen werden. Die Charakterkonstellation ist dabei schon klar, noch bevor es überhaupt mit dem Hauptplot losgeht. Cali ist die partygeile, rücksichtslose und nicht sehr helle Bitch (und dementsprechend natürlich die einzige Blondine unter den drei), Helen ist die Gutmütige und Rechtschaffene im Bunde, die das ausgeprägteste Gewissen hat und Mel hat als graues Mäuschen eigentlich nicht wirklich eine eigene Meinung und lässt sich mal von Cali, mal von Helen zu irgendwas überreden. Solche Figurenzusammenstellungen kennt man bereits aus zig Filmen und auch das Dilemma der Hauptfiguren kommt einem irgendwie bekannt vor. Dass trotz nur 75-minütiger Laufzeit die erste halbe Stunde eigentlich nur mit blödem, langweiligem Gelaber der drei Schauspielerinnen verbracht wird, ist eigentlich unverzeihlich. Auch der plötzliche und absolut nicht zur Handlung beitragende Auftritt des Freundes einer der Hauptfiguren wirkt vollkommen deplatziert. Der Plot von Body reicht allenfalls für einen längeren Kurzfilm aus und auch dieser wäre immer noch keine Offenbarung. Keine der Figuren verdient auch nur ein Körnchen Sympathie und wenn das Filmende nach einer deutlich länger gefühlten als tatsächlichen Laufzeit dann da ist, beginnt der Film bereits damit, aus dem Gedächtnis zu schwinden. 1,5/5

 

Night Fare

Fantasy Filmfest 2015 Tag 7 Night FareWarum machen es handwerklich gute gemachte französische Thriller immer wieder? Nach einem sehr spannenden Aufbau, der den Zuschauer fesselt und einige Fragen aufwirft, wird das Ganze durch einen wirklich weit hergeholten, fast schon beliebig wirkenden Twist am Ende ruiniert. Das hat mir schon den Genuss von Das Imperium der Wölfe, Miserere und The Brotherhood of Tears beim Fantasy Filmfest etwas versauert und auch dem ansonsten sehr ordentlichen und kurzweiligen Night Fare tut die abwegige Wendung gegen Ende keinen Gefallen. Die etwa 70 Minuten davor weiß der größtenteils englischsprachige (da einer der Protagonisten Engländer ist) in bester Hitcher – Der Highwaykiller– bzw. Joyride-Manier zu unterhalten.

Chris (Jonathan Howard) und Luc (Jonathan Demurger) wollen eine nachtlang in Paris ordentlich einen draufmachen. Die beiden Jungs sind nicht gerade Chorknaben und haben ordentlich was auf dem Kerbholz, doch während Engländer Chris versucht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, steckt Luc noch tief in Drogengeschäften drin. Den Taxifahrer um seine Rechnung zu prellen gehört da noch zu den eher kleineren Vergehen. Der imposante Taxifahrer sieht das aber anders und heftet sich an die Fersen der beiden. Mit unheimlicher, fast unmenschlich anmutender Präsenz lässt er sich weder von Gangstern noch von der Polizei aufhalten und hinterlässt eine Blutspur durch Paris.

Die Ausgangssituation ist simpel, funktionierte bereits in anderen Filmen und funktioniert auch hier gut. Ich kann nicht behaupten, Sympathie für einen unserer beiden Protagonisten empfunden zu haben, doch Regisseur Julien Seri zieht die Spannungsschraube ordentlich an und der Kickboxer Jess Liaudin, der den wortlosen Rächer der Nacht spielt, macht eine wirklich bedrohliche Figur. Er ist eine Naturgewalt, die durch nichts und niemanden aufzuhalten ist und gemeinsam mit ominösen Sprüchen über Schulden, die jeder begleichen muss, natürlich Fragen aufkommen lässt, ob etwas Übernatürliches hinter den Geschehnissen steckt. Ich schätze in manchen Fällen ist keine Erklärung besser als eine blöde und vielleicht hätte es dem Film gut getan, sein Ende einfach offen zu lassen. Denn als er sich aufmacht in den finalen Minuten aus dem Vorherigen Sinn zu machen, holt er so weit aus, dass man meint, in einem anderen Film gelandet zu sein. Eine zusätzliche Szene während des Abspanns ist dann nur noch albern. Schade. 3/5

Demonic

Fantasy Filmfest 2015 Tag 7 DemonicDemonic ist mehr oder weniger die Definition eines "Fast Food"-Horrorfilms, in dem all die üblichen Elemente eines Geisterhaus-Horrorfilms verarbeitet werden. Produziert vom jungen Horror-Papst James Wan, der mit Insidious und Conjuring zwei sehr gute und erfolgreiche Vertreter des Genres in den letzten Jahren ins Leben rief (und natürlich Jahre zuvor mit Saw auch die Torture-Porn-Welle startete), ließ sich Regisseur Will Canon bei Demonic offensichtlich von seinen Filmen sehr inspirieren – aber ebenso auch von jedem anderen Geister- oder Dämonenfilm, der in den letzten 20 Jahren produziert wurde. Eine Gruppe junger Studenten, die das Paranormale erforschen, versammelt sich in einem verlassenen Haus, in dem viele Jahre zuvor nach einem okkulten Ritual zu einem Massaker kam. Natürlich ist die beste Idee, die ihnen dann in den Sinn kommt, das gleiche Ritual noch einmal zu wiederholen – mit ähnlichem Ausgang. Erzählt wird dieser Teil der Geschichte jedoch in Flashbacks, denn der Film beginnt damit, dass die Polizei im besagten Haus einige über zugerichtete Leichen und einen traumatisierten Überlebenden (Dustin Milligan) findet. Polizeipsychologin Elizabeth (Maria Bello) versucht durch ihn die Geschehnisse zu rekonstruieren und zweifelt langsam am eigenen Verstand.

Demonic mag von James Wan produziert worden sein, doch an seine toll inszenierten und ins Mark treffenden Gruselstreifen kommt er nicht heran, obwohl der Regisseur die gesamte Horror-Trickkiste hier durchgeht: zufallende Türen, schreckliche Visionen in Spiegeln, Geisterwesen, die man nur durch die Kamera sieht und "Da ist etwas hinter dir"-Momente kommen allesamt zum Einsatz. Manches davon funktioniert und ich werde nicht leugnen, dass der Film einige spannende Stellen und gelungene Jump Scares aufweist. Doch Will Canon, der mit dem Thriller Brotherhood beim Fantasy Filmfest vor einigen Jahren einen sehr gelungenen Einstand feierte, ist so sehr mit Horroreffekten beschäftigt, dass die Charaktere dabei völlig auf der Strecke bleiben. Insbesondere das Schicksal der jungen Leute, zu denen auch die eigentlich sympathische Cody Horn (Magic Mike) gehört, kümmern einen nicht die Bohne und erprobte Darsteller wie Maria Bello und Frank Grillo sind in ihren Rollen sträflich unterfordert. Der finale Twist ist zwar durchaus überraschend, doch andererseits erwartet auch jeder genreerprobte Zuschauer, dass ein Twist kommen würde, denn der Film befolgt haargenau das abgenutzte "Geisterfilme für Dummies"-Handbuch.

Demonic ist harmlose Horrorunterhaltung, mit der man sich durchaus einen ruhigen Abend daheim vertreiben kann, der aber in keiner Weise aus der schieren Masse solcher Filme hervorsticht. 2,5/5

____________________________________________________________

In der morgigen Ausgabe meines Fantasy Filmfest 2015 Tagebuchs erwarten Euch teleportierende Teenager, ein Voyeur von Beruf und die guten, alten Werwölfe.

Bisherige Ausgaben:

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Turbo Kid (2015) Kritik

0
Turbo Kid (2015) Filmkritik

Turbo Kid, CA/NZ 2015 • 93 Min • Regie und Drehbuch: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell • Mit: Munro Chambers, Laurence Leboeuf, Michael Ironside, Edwin Wright, Aaron Jeffery • Kamera: Jean-Philippe Bernier • Musik: Le Matos • FSK: ab 16 Jahren • Verleih: Edel Germany GmbH • Heimkinostart: 13.11.2015 • Facebook-Seite

Turbo Kid (2015) Filmbild 1Da ist etwas Wahres an der Theorie, dass man als Anhänger großer Filmkunst auch großen Trash zu schätzen wissen sollte. Beide Pole besitzen schließlich einen ureigenen Reiz und auch ich bekenne mich als Anhänger von diversen C-Produktionen, vorzugsweise aus der Italohorrorfraktion oder dem Hause Roger Corman. Wenn die Qualität allerdings einen gewissen Schwellenwert unterschreitet und es nur noch um ein Sammelsurium der abwegigsten geistigen Abfälle auf niedrigstem inszenatorischem Niveau geht, wird es für mich schwierig. Ein solcher Schwellenwert ist natürlich nicht objektivierbar und so mancher mag Freude an Haien in Tornados, Nazis im Weltall oder David-Hasselhoff-Musikvideos haben – von Milliarden weiterer Beispiele abgesehen. Auch der Fantasy Filmfest-Publikumshit „Turbo Kid“ fällt für mich leider in die Kategorie „nicht ganz so schmerzhaft wie eine Zahnwurzelbehandlung, aber nah dran“. Und um eines gleich klarzustellen: Ich habe sogar eine marginal bessere Zeit mit dem grenzwertigen Troma-Schund „Surf Nazis Must Die“ von 1987 gehabt, als mit dieser ebenfalls postapokalyptischen Grütze. Dabei habe ich die ersten zehn Minuten des Klamauks noch auf einen originelleren und spaßigeren Vertreter des schlechten Geschmacks gehofft.

Turbo Kid (2015) Filmbild 2Und darum geht’s: 1997 ist die Erde Ödland und die überlebenden Menschen spalten sich in einigermaßen nett oder ganz schön finster und böse auf. Die Bösen haben die Kontrolle, töten dabei selbstverständlich die Guten und extrahieren auf geschickte Weise aus deren Blut den Wasseranteil. Die Guten wiederum sammeln fleißig Müll und tauschen diesen auf einer Börse ein. Ein wenig aus der Reihe fällt ein namenloser Junge (Munro Chambers), der sich einsam seinen geliebten "Turbo Rider"-Comicheften hingibt und eines Tages das aufdringliche Mädchen Apple (Laurence Leboeuf) kennenlernt, die sich wie eine mit synthetischen Drogen vollgepumpte Raverin aufführt. In Wirklichkeit ist Apple übrigens kein Mädchen, aber ihr Geheimnis ist entweder in Anbetracht des Mikroplots unwichtig oder für Fans des Stoffes wohl als Spoiler zu werten. Was man jedoch inhaltlich erwähnen sollte ist, dass der jugendliche Held in einem irgendwie abgestürzten Raumschiff einen Originalanzug seines Comicvorbilds findet, mit dem er Leute wie Melonen zerplatzen lassen kann, und dass er inzwischen gewaltigen Ärger mit dem sinistren Herrscher Zeus (ein gealterter Michael Ironside) und dessen Pappkameraden hat. Jetzt fliegen buchstäblich die Fetzen …

Turbo Kid (2015) Filmbild 3Eigentlich gibt es über „Turbo Kid“ wenig zu sagen, da die Story problemlos auf einem Bierdeckel Platz findet und einen die bemüht dilettantische Umsetzung entweder anspricht oder abschreckt. Ein Dazwischen gibt es nicht – vertraut mir! „Turbo Kid“ basiert übrigens auf dem Kurzfilm „T is for Turbo“, der Teil der anstrengenden „ABCs of Death“-Reihe ist. Vor allem auf dem Trashsektor hat sich die Spielfilmausarbeitung eines Shorties zuletzt qualitativ nicht sehr bewährt: Angefangen bei dem streckenweise noch charmanten aber insgesamt unausgegorenen „Machete“ von Robert Rodriguez über Jason Eiseners nahezu unerträglichen „Hobo with a Shotgun“ bis schließlich zu dem gänzlich unerträglichen „Turbo Kid“ habe ich mich immer gefragt, ob es die wenigen Minuten an kostengünstiger Selbstironie nicht auch getan hätten. Wenn man hier das erste Mal darüber gelacht hat, dass sämtliche Protagonisten auf BMX-Rädern unterwegs sind und die ersten Gliedmaßen, Torsos und Eingeweide über die Leinwand geflogen sind, stellt sich – zumindest bei mir – sehr schnell die Ernüchterung ein, da es sonst nicht wirklich viel zu sehen und zu erleben gibt. Es stellt sich genau das ein, was vor allem für guten Trash eine Todsünde ist: Langeweile und Lethargie. Im weiteren Verlauf werden Kiefer herausgerissen, abgetrennte Oberkörper landen auf Köpfen, weitere abgetrennte Oberkörper landen auf Köpfen von abgetrennten Oberkörpern, die auf Köpfen sitzen, und Figuren werden von Regenschirmen durchspießt, woraufhin es in dieser Parallelvergangenheit offensichtlich minutenlang Blut regnet.

Nein, „Turbo Kid“ ist nicht mein Film, aber das werde ich verkraften. Die Chemie zwischen den beiden Kindern, die von vielen zufriedenen Zuschauern sehr gelobt worden ist, hat mich übrigens auch nicht erreicht. Dafür muss ich zumindest hervorheben dass Hauptdarsteller Munro Chambers durchaus Potential für bessere Rollen erkennen lässt und der Synthiesoundtrack von Le Matos teilweise sogar gelungen ist. Dass ich dagegen gar nicht erwähnt habe, dass der Film von François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell inszeniert worden ist, zeigt schon, dass ich hier überhaupt wenig von einer professionellen Inszenierung bemerkt habe …


Trailer


Film- und Serien-News