Writers Guild of America Nominierungen 2017

Links: Get Out © 2017 Universal Pictures
Rechts: Logan – The Wolverine © 2017 20th Century Fox

Quelle: Writers Guild of America West

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Nach der Screen Actors Guild im Dezember gab jetzt auch die zweite der großen vier Industriegewerkschaften ihre Nominierungen für das vergangene Jahr bekannt. Die Auszeichnungen der Writers Guild of America (WGA) unterliegen jedoch einer besonderen Regelung, die deren Vorhersagekraft zumindest etwas einschränkt. Die WGA lässt lediglich Filme für eine Nominierung zu, deren Drehbücher nach den Regularien der Gewerkschaft oder in Absprache mit der WGA verfasst wurden. Wenn diesen strikten Richtlinien nicht entsprochen wird, wird der Film gar nicht in Betracht für eine Nominierung gezogen. Deshalb sollte man sich nicht direkt wundern, wenn manch ein großer Oscarkandidat plötzlich unter den WGA-Nominierungen fehlt.

So konkurrieren dieses Jahr über 300 Drehbücher um die zehn Oscarnominierungen (je fünf in "Bestes Originaldrehbuch" und "Bestes adaptiertes Drehbuch"). Bei der WGA wurden jedoch im Vorfeld nur 59 Originaldrehbücher und 47 adaptierte Drehbücher für zulässig erklärt. Aus diesem Grund war Martin McDonaghs Drehbuch zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, trotz seiner so gut wie sicheren Oscarnominierung, hier nicht im Rennen. Weitere Filme, deren Drehbücher als unzulässig erklärt wurden, waren zu Die dunkelste Stunde, Victoria & Abdul und Coco. In den letzten Jahren wurden u. a. die Drehbücher zu Birdman, 12 Years a Slave, Lion und The King’s Speech für unzulässig erklärt, später aber allesamt für den Oscar nominiert (und drei davon gewannen auch).

Dennoch gab es einige echt große Überraschungen bei den diesjährigen Nominierungen, insbesondere in der dieses Jahr heiß umkämpften Originaldrehbuch-Kategorie. Steven Spielbergs Die Verlegerin wurde von der WGA verschmäht, was den Oscarchancen des Films erheblich schadet. Auch Paul Thomas Andersons Der seidene Faden wurde überraschend übergangen trotz der zahlreichen Auszeichnungen für das Skript im Vorfeld. Stattdessen schmuggelte sich I, Tonya an der Seite der Oscarkandidaten The Big Sick, Get Out, Lady Bird und Shape of Water in die Kategorie.

In der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" wurde nach Deadpool im Vorjahr mit James Mangolds Logan – The Wolverine wieder eine Comicverfilmung nominiert. Im Falle von Deadpool führte dies leider später nicht zu einer Oscarnominiering, doch vielleicht hat Logan mehr Glück. Die Kategorie ist dieses Jahr weniger umkämpft. Während es beim Originaldrehbuch ein knappes Rennen zwischen mehreren Anwärtern gibt, ist Call Me By Your Name der haushohe Favorit für adaptiertes Drehbuch und auch der einzige ernstzunehmende "Bester Film"-Kandidat unter den fünf Nominees in der Kategorie.

Stärke im Rennen zeigte wieder Aaron Sorkins Molly’s Game, der kürzlich erst vom Cutter-Verband nominiert wurde und bei den Golden Globes aktuell im Rennen um "Bestes Drehbuch" und "Beste Hauptdarstellerin (Drama)" ist.

Alle diesjährigen WGA-Nominierungen für die zehn Spielfilme und vier Dokus findet Ihr unten:

Bestes Originaldrehbuch

Emily V. Gordon & Kumail Nanjiani (The Big Sick)
Jordan Peele (Get Out)
Steven Rogers (I, Tonya)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Guillermo del Toro & Vanessa Taylor (Shape of Water – Das Flüstern des Wassers)

Bestes adaptiertes Drehbuch

James Ivory (Call Me By Your Name)
Scott Neustadter & Michael H. Weber (The Disaster Artist)
Scott Frank, James Mangold & Michael Green (Logan – The Wolverine)
Aaron Sorkin (Molly’s Game)
Virgil Williams and Dee Rees (Mudbound)

Bestes Drehbuch für einen Dokumentarfilm

Theodore Braun (Betting on Zero)
Brett Morgen (Jane)
Alex Gibney (No Stone Unturned)
Barak Goodman (Oklahoma City)
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Am 11. Februar werden in Los Angeles die Sieger verkündet werden. Wer hier in der Originaldrehbuch-Kategorie gewinnt, wird bei den Oscars höchstwahrscheinlich sehr gute Karten haben. Get Out und Lady Bird sollten dabei die Favoriten sein.