Rocky-Horror-Picture-Show- und "Es"-Kultstar Tim Curry ist tot

Die britische Schauspiellegende Tim Curry, dessen Filmdebüt The Rocky Horror Picture Show zu einem der größten Kultfilme aller Zeiten wurde und dessen Interpretation des Horrorclowns Pennywise im TV-Zweiteiler "Es" die Albträume einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen heimsuchte, ist am Dienstag bei sich zu Hause in Los Angeles gestorben. Die konkrete Todesursache des Schauspielers wurde nicht veröffentlicht, er litt jedoch seit seinem schweren Schlaganfall 2012, der ihn an einen Rollstuhl fesselte, unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen.

Curry, der seit seinem sechsten Lebensjahr als Knabensopran im Kirchenchor sang, entschied sich früh für eine Schauspielkarriere und studierte Drama und Anglistik an der University of Birmingham. Currys erste große Theaterrolle war im Ensemble des Musicals "Hair" im Londoner West End. Dort traf er auch Richard O’Brien, der "The Rocky Horror Show" als Hommage an Science-Fiction- und Horror-B-Movies schrieb. Das Musical feierte 1973 seine Premiere in London, und Curry spielte die ikonische Rolle des schrillen Dr. Frank-N-Furter. Zwei Jahre später wurde das Musical als The Rocky Horror Picture Show fürs Kino adaptiert. Für Curry war es die erste Kinorolle, und mit seiner unvergleichlichen Performance als Frank-N-Furter leistete er einen essenziellen Beitrag zum Kultstatus des Films.

The Rocky Horror Picture Show war kein sofortiger Hit. Kritiker ignorierten den Film weitgehend, und an den Kinokassen spielte er im ersten Jahr nur knapp mehr als eine Million US-Dollar ein. Weil einige Kinos ihn jedoch jahrelang im Programm behielten – hauptsächlich in Spätvorstellungen –, wuchs die Fangemeinde des Films stetig. Es gibt Kinos in den USA, die den Film seit den späten Siebzigerjahren ununterbrochen im Programm haben. Bis heute spielte er rund 170 Millionen US-Dollar ein.

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Nach The Rocky Horror Picture Show schlug Curry eine parallele Laufbahn als Musiker ein und veröffentlichte bis 1981 drei Rockmusik-Alben. Danach fokussierte er sich ausschließlich auf seine Schauspielkarriere. Ridley Scott besetzte ihn 1985 im Fantasyfilm Legende (OT: Legend) als Herr der Finsternis. Im selben Jahr spielte Curry den undurchsichtigen Butler Wadsworth in Alle Mörder sind da (OT: Clue), der Verfilmung des Gesellschaftsspiels Cluedo, die inzwischen ebenfalls Kultstatus hat.

Seine berühmteste Rolle neben Frank-N-Furter verkörperte Curry 1990 als monströsen Clown Pennywise im TV-Zweiteiler "Es" (OT: "Stephen King’s It") nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King. Currys Performance ging unter die Haut, prägte das Bild des stereotypen Horrorclowns und hinterließ insbesondere in meiner Generation, die in den Neunzigern aufgewachsen ist, einen nachhaltigen Eindruck. Ich bin mit Horrorfilmen aufgewachsen und war für mein Alter nicht leicht zu erschrecken. Doch es waren nicht Freddy, Jason oder Michael, vor denen ich mich als Kind fürchtete, sondern Currys Pennywise.

Im selben Jahr, in dem "Stephen Kings Es" ausgestrahlt wurde, spielte Curry auch im Kinohit Jagd auf Roter Oktober (OT: The Hunt for Red October) mit. Zwei Jahre später trat er als fieser Hotel-Concierge in Kevin – Allein in New York (OT: Home Alone 2: Lost in New York) auf. Im weiteren Verlauf der Neunziger spielte er u. a. in Congo, Muppets – Die Schatzinsel (OT: Muppets Treasure Island), Shadow und der Fluch des Khan (OT: The Shadow), Die drei Musketiere (OT: The Three Musketeers) und Addams Family – Und die lieben Verwandten (OT: Addams Family Values) mit. Für seine Mehrfachrolle in einer Episode der Horror-Anthologie "Geschichten aus der Gruft" (OT: "Tales from the Crypt") wurde Curry für einen Gastdarsteller-Emmy nominiert.

In den 2000ern trat Curry u. a. in 3 Engel für Charlie (OT: Charlie’s Angels), Scary Movie 2 und Kinsey auf und absolvierte Gastauftritte in den Serienhits "Monk", "Psych" und "Will & Grace". Seine letzte Filmrolle vor dem Schlaganfall spielte Curry 2010 in der schwarzen britischen Komödie Burke & Hare.

Nach mehreren Jahren gesundheitsbedingter Auszeit kehrte Curry 2016 als Erzähler für das TV-Remake seines Kulthits The Rocky Horror Picture Show zurück, das unter dem Titel The Rocky Horror Picture Show: Let’s Do the Time Warp Again produziert wurde. Vorletztes Jahr absolvierte Curry einen Gastauftritt neben zahlreichen Horrorikonen im Horrorfilm Stream. Seine Rückkehr im Sequel Stream 2: Sudden Death wurde dieses Jahr angekündigt, und laut Regisseur Michael Leavy drehte Curry alle seine Szenen vor seinem Tod ab. Es wird also die letzte Performance des ikonischen Schauspielers sein. Wann Stream 2 erscheinen wird, steht noch nicht fest.

Quelle: Deadline

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