Hayden Panettiere, die vor 20 Jahren als unverwundbare Cheerleaderin in der Superheldenserie "Heroes" ihren Durchbruch feierte, ist gestern in South Carolina gestorben, nur fünf Tage vor ihrem 37. Geburtstag. Ihr Agent hat den Tod der Schauspielerin bestätigt, weitere Details sind jedoch noch nicht bekannt.
Seit sie denken konnte, stand Panettiere vor der Kamera. In ihrem ersten Werbespot trat sie im Alter von neun Monaten auf. Mit fünf Jahren übernahm sie 1994 eine Rolle in der langlebigen Seifenoper "Liebe, Lüge, Leidenschaft" (OT: "One Life to Live") und trat bis 1997 in 26 Folgen auf. Zwischen 1996 und 2000 spielte sie außerdem in der Soap "Springfield Story" (OT: "Guiding Light") mit.
Ihr Filmdebüt feierte Panettiere mit neun Jahren als Originalstimme von Prinzessin Dot in Pixars Das große Krabbeln (OT: A Bug’s Life). Darauf folgten kleine Rollen im Romantikdrama Message in a Bottle und im Sportfilm Gegen jede Regel (OT: Remember the Titans). Ihre erste Serien-Hauptrolle spielte sie in der fünften Staffel von "Ally McBeal" als Tochter von Calista Flockharts Titelfigur. Außerdem hatte sie eine wiederkehrende Rolle im Sitcom-Hit "Malcolm mittendrin" (OT: "Malcolm in the Middle"). Im Kino war sie neben Michelle Trachtenberg in Die Eisprinzessin (OT: Ice Princess) und als Kate Hudsons Nichte in Liebe auf Umwegen (OT: Raising Helen) zu sehen.
Die Besetzung als Cheerleaderin Claire Bennett in "Heroes" katapultierte Panettiere 2006 über Nacht ins Rampenlicht. "Rette die Cheerleaderin, rette die Welt" wurde zum berühmtesten Zitat und inoffiziellen Slogan der Serie, und Panettiere trat in mehr Episoden auf als jeder andere ihrer Co-Stars. Sie klagte jedoch später darüber, dass die Popularität der Serie und ihres Charakters dazu führte, dass sie nur noch Rollenangebote als Cheerleaderin oder Klischee-Blondine erhielt. Während "Heroes" lief, verkörperte Panettiere in Girls United – Alles oder nichts (OT: Bring It On: All or Nothing) und I Love You, Beth Cooper ebenfalls Cheerleaderinnen.
Produziert in einer Zeit vor dem MCU und dem Überangebot an Comicverfilmungen, sorgte die erste "Heroes"-Staffel für großen Hype und wurde zu einem riesigen Hit. Leider entwickelte sich die Serie später zu einem der unrühmlichsten Beispiele für einen drastischen Qualitätsabsturz im Fernsehen. Nach vier Staffeln setzte NBC "Heroes" 2010 ab. Im fünf Jahre später produzierten Revival "Heroes Reborn" kehrte Panettiere nicht zurück.
Kurz nach dem Ende von "Heroes" trat Panettiere in Wes Cravens Slasher-Sequel Scream 4 auf. Ihre schlagfertige, filmaffine Figur Kirby Reed wurde schnell zum Liebling vieler Scream-Fans, die auf ihre Rückkehr hofften, nachdem ihr Schicksal nach einem Ghostface-Angriff offen geblieben war. Zwölf Jahre später bestätigte der fünfte Scream-Film zur Freude vieler Fans, dass Kirby überlebt hatte, und in Scream VI kehrte sie schließlich zurück, um die neuen Hauptfiguren im Kampf gegen die Ghostface-Killer zu unterstützen. Panettiere sprach sich offen gegen die Entlassung von Melissa Barrera aus Scream 7 aus und war im siebten Film ebenfalls nicht mehr dabei.
Ihre erfolgreichste Serienrolle spielte Panettiere von 2012 bis 2018 als aufstrebende Country-Sängerin Juliette Barnes in der Musikserie "Nashville". Für ihre Performance wurde sie zweimal für einen Golden Globe nominiert.
Nach dem Ende von "Nashville" zog sich Panettiere zunächst von der Schauspielerei zurück. Wie sie später enthüllte, trank die Schauspielerin bereits während der Zeit von "Heroes" viel Alkohol und nahm Opiate. Ohne Alkohol und Drogen konnte sie kaum leben, wie sie erzählte. Nach der Geburt ihrer Tochter Kaya 2014 litt Panettiere unter einer postnatalen Depression und fing wieder an zu trinken. Als sie vier Jahre später noch immer unter Alkohol- und Drogensucht litt, endete ihre Beziehung zu Kayas Vater, dem ehemaligen Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko, und sie übergab ihm das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter – was sie später als die schwerste Entscheidung ihres Lebens bezeichnete. Vor drei Jahren starb Panettieres Bruder Jansen Panettiere, der ebenfalls als Schauspieler tätig war, im Alter von 28 an den Auswirkungen einer Kardiomegalie.
Panettiere bekam ihre Probleme in den Griff, wurde trocken und kehrte 2023 nach einer fünfjährigen Schauspielpause mit Scream VI in die Kinos zurück. Seitdem wirkte sie in mehreren kleineren Filmen wie Amber Alert und A Breed Apart mit. Im Mai dieses Jahres veröffentlichte Panettiere ihre Autobiografie mit dem Titel "This Is Me: A Reckoning", in der sie offen über die Schattenseiten des Ruhms in jungen Jahren erzählte.
Quelle: Deadline














