The Caine Mutiny Court-Martial: Trailer zu William Friedkins letztem Film mit Kiefer Sutherland

Quelle: Paramount+

Mit William Friedkin starb letzten Monat einer der größten und erfolgreichsten Hollywood-Filmemacher der siebziger Jahre. Sein oscarprämierter Thriller Brennpunkt Brooklyn (OT: The French Connection) und sein bahnbrechender Horrorklassiker Der Exorzist zementierten seinen Platz in der Filmgeschichte. Letzterer hat zwar schon 50 Jahre auf dem Buckel, sein massiver Einfluss auf das Genre hält jedoch bis heute an. So wie Steven Spielbergs Der weiße Hai zu einer Blaupause für Tierhorrorfilme wurde, ist Friedkins Der Exorzist der Maßstab für das beliebte Subgenre des Exorzismushorrors. Nächsten Monat kommt mit David Gordon Greens Der Exorzist: Bekenntnis sogar eine weitere direkte Fortsetzung zu Friedkins Original, keiner der Nachfolger konnte dem ersten Film jedoch bisher das Wasser reichen.

In den späten Jahren seiner Karriere was Friedkin vom modernen Hollywood-Kino desillusioniert und drehte nur noch selten Filme. Sein letzter Film, Killer Joe, lief hierzulande nicht einmal in den Kinos (wobei ich das Glück hatte, ihn beim Fantasy Filmfest zu sehen), gehört aber zu Friedkins stärksten Filmen überhaupt und war bezeichnend für Matthew McConaugheys Imagewandel in den frühen 2010ern.

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Killer Joe wäre ein mehr als würdiger Abschluss für Friedkins abwechslungsreiche Karriere gewesen, doch kurz vor seinem Tod drehte der Altmeister noch einen weiteren Film. Er inszenierte eine neue Adaption von Herman Wouks Roman "Die Caine war ihr Schicksal", deren berühmteste gleichnamige Verfilmung mit Humphrey Bogart aus dem Jahr 1954 für sieben Oscars, darunter als "Bester Film" nominiert war. In dem Film spielte Bogart den vielfach ausgezeichneten, aber psychisch angeschlagenen Lieutenant Commander Philip F. Queeg, dem das Kommando über einen Minenzerstörer übertragen wird. Als sein irrationales, paranoides und letztlich inkompetentes Verhalten die Mannschaft gefährdet, wird er von seinem ersten Offizier Maryk des Amtes enthoben. Maryk und seine Mitverschwörer kommen daraufhin wegen Meuterei vors Kriegstribunal, welches das Herzstück des Romans und des Films ausmacht.

Friedkins The Caine Mutiny Court-Martial behält die Handlung der Vorlage bei, verlegt sie jedoch in die Gegenwart. Kiefer Sutherland ("24") spielt in dieser Version Queeg, Jake Lacy ("The White Lotus") verkörpert Maryk, Jason Clarke (Zero Dark Thirty) spielt den Strafverteidiger Barney Greenwald und der leider verstorbene Lance Reddick (John Wick) verkörpert den Richter Captain Blakely. Monica Raymund ("Hightown"), Lewis Pullman (Bad Times at the El Royale) und Jay Duplass ("Transparent") spielen weitere Rollen. Unten findet Ihr den packenden Trailer zum Film:

The Caine Mutiny Court-Martial feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig und erhielt überwiegend sehr positive Rezensionen. Bei diesem Filmemacher und dem Cast würde man vielleicht sogar einen potenziellen Kinohit und Oscarkandidaten vermuten, stattdessen schickt Paramount den Film überraschenderweise direkt in den Stream bzw. ins Fernsehen. Am 6. Oktober wird er in den USA direkt bei Paramount+ veröffentlicht und zwei Tage später wird er bei US-Kabelsender Showtime ausgestrahlt. Wann und wo er in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch unbekannt, ich finde es jedoch sehr bedauerlich, Friedkins finalen Film nicht im Kino sehen zu dürfen.

Ther Caine Mutiny Court Martial Trailer & Poster

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