Scarlett Johansson Serie

Scarlett Johansson in Jojo Rabbit © 2019 Searchlight Pictures

Quelle: Deadline

Jahrzehntelang waren die Karrierepfade in Hollywood klar definiert und verliefen im Idealfall nur in eine Richtung. Fernsehen galt gegenüber dem Kino als minderwertig. Erst wenn man endgültig den Sprung von Serien zu Filmen geschafft hat, wie Bruce Willis, George Clooney oder Jennifer Aniston, ist man ein richtiger Star geworden. Übernahm ein Kino-Schauspieler und -Schauspielerin wiederum eine Serienrolle, wurde dies häufig als Karriereknick gesehen. Für große Filmstars der Achtziger und Neunziger war es undenkbar, auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren eine Serie zu drehen, zumindest in einer Rolle, die über einen kurzen Gastauftritt hinausgeht.

Doch Zeitnn haben sich geändert. Serien haben heutzutage Prestige, hohe Produktionsmaßstäbe und entsprechend stattliche Gagen. Kaum ein Superstar ist sich für Serien zu schade. Oscarpreisträger Reese Witherspoon, Julia Roberts, Meryl Streep, Anthony Hopkins, Nicole Kidman und viele andere namhafte Stars haben in den letzten Jahren Serienrollen übernommen, wenn auch häufig nicht in fortlaufenden, sondern in Miniserien.

Nun wagt ein weiterer Hollywood-Superstar, der noch nie eine Serienrolle verkörpert hat, den Sprung ins Fernsehen. Scarlett Johansson, die dank Marvel zwischenzeitlich zur bestbezahlten Schauspielerin der Welt avancierte und für Jojo Rabbit und Marriage Story vor zwei Jahren eine doppelte Oscarnominierung kassierte, wird die Hauptrolle in der Miniserie "Just Cause" spielen und diese auch produzieren. Nein, leider handelt es sich dabei nicht um die Serienadaption der actionreichen Videospiele, sondern um die neue Adaption von John Katzenbachs Roman "Der Sumpf", der bereits 1995 unter dem deutschen Titel Im Sumpf des Verbrechens mit Sean Connery und Laurence Fishburne verfilmt wurde und in meiner Jugend gefühlt alle sechs Monate bei RTL 2 lief. Kurioserweise spielte die damals zehnjährige Johansson als Tochter von Connerys Hauptfigur in dem Film mit.

Christy Hall ("I Am Not Okay With This") schrieb die Serie und Amazon setzte sich beim Bieterwettstreit um die Rechte durch und wird die Miniserie für Prime produzieren. Während die erste Verfilmung den Namen und den Beruf des Protagonisten aus dem Roman geändert und aus einem Journalisten aus Miami namens Matt Cowart den Jura-Professor Paul Armstrong aus Harvard gemacht hat, ändert die kommende Miniserie lediglich das Geschlecht der Hauptfigur. Johansson spielt Madison "Madi" Cowart, eine etwas erfolglose Journalistin einer Zeitung aus Florida, die den Auftrag bekommt, die letzten Tage eines Gefängnisinsassen im Todestrakt zu dokumentieren.

Der Originalfilm gehörte nicht gerade zu Connerys besten Werken, ich bin aber gespannt, wie die neue Version mit Scarlett Johansson werden wird. Sie muss schließlich etwas in dem Projekt gesehen haben, was sie dazu bewegt hat, erstmals in einer Serie mitzuspielen.