Rambo Serie

Sylvester Stallone in Rambo (1982) © Orion Pictures/Studiocanal

Quelle: DigitalSpy

Bevor Sylvester Stallone seine Streitigkeiten mit Produzent Avi Lerner beigelegt und sich doch entschieden hat, ein letztes Mal in die Rolle des Vietnam-Veteranen John Rambo zu schlüpfen, gab es mehrere Ideen, wie man das Franchise anderweitig fortführen könnte, mit oder ohne Stallones Beteiligung. Wenig überraschend ist, dass sich diese Ideen bei den Fans nicht gerade großer Beliebtheit erfreuten.

Eine solche Idee war ein direktes Reboot des Originalfilms, das von Ariel Vromen (Das Jerico Projekt) inszeniert werden sollte. Angekündigt wurde die Neuauflage vor zwei Jahren, doch dank dem kommenden Rambo 5: Last Blood dürfte das Thema fürs Erste gegessen sein. Eine weitere Idee, mit der herumgespielt wurde, war eine "Rambo"-TV-Serie, die vom US-Sender FOX entwickelt wurde. Die Intention dahinter war, John Rambo in einer Nebenrolle zu haben, während sein Sohn die Hauptfigur werden würde. Obwohl ursprünglich berichtet wurde, dass Stallone selbst Rambos Part übernehmen könnte, distanzierte er sich recht schnell von der Serie, womit auch jegliches Restinteresse seitens der Fans verschwand. Wie gut die Kombination von Actionikonen und ihren Söhnen ist, hat man ja schon bei Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben gesehen.

Wie sich herausstellt, arbeitete an der "Rambo"-Serie zeitweise sogar der Schöpfer der Figur selbst. David Morell, auf dessen Roman "Erstes Blut" der erste Rambo-Film beruhte, wurde als Ideengeber an Bord gebracht. In einem brandneuen Interview erklärte er, weshalb die Serie, von der man zuletzt 2015 gehört hat, nie zustandekam: (aus dem Englischen)

Rambo wäre in der Serie in seinen frühen 70ern, also so wie Sylvester jetzt. Man kann heutzutage keine TV-Serie mit einem Mann dieses Alters als Star haben. Es ist aktuell einfach nicht das, was die Leute schauen. Also sollte Rambo ein Kind haben. Und dieses Kind hat in den Golfkriegen gekämpft und kehrte ähnlich aus dem Krieg zurück wie Rambo aus Vietnam.

Ganz abgesehen davon, dass der gesamte Punkt ursprünglich war, dass Rambo so sehr vom Krieg traumatisiert war, dass er keine bedeutungsvolle Beziehung führen konnte, geschweige denn ein Kind haben. Aber vergessen wir das mal.

Im Prinzip wäre Rambos Sohn jemand im bürgerlichen Leben mit militärischen Fähigkeiten, der…genau was getan hätte? Unrechtes wiedergutmachen? Wäre er eine Version des Equalizers? Ich wurde daraus nicht schlau.

Also meines Wissens verlief das Projekt ins Nichts.

Das ergibt Sinn. Letztlich wäre die Serie vermutlich entweder in die "Equalizer"– oder in die "Taken"-Schiene abgerutscht. Kann man machen, braucht man aber auch nicht wirklich. Für die meisten Fans ist es wohl eher eine Erleichterung, dass anstelle eines Reboots oder einer Serie ein weiteres direktes Sequel kommt.

Interessant ist dennoch, dass Morrell sich aktiv an einem neuen "Rambo"-Projekt beteiligt hat. Die von ihm ursprünglich erschaffene Figur hat nur noch wenig mit der gemeinsam, die Rambo im Laufe der Filme geworden ist. Morrell ging es um ein tief sitzendes Kriegstrauma und im Roman ließ er seinen Helden am Ende sogar sterben. Die erste Verfilmung hielt sich auch weitgehend an den nüchternen Ton der Vorlage. Heutzutage kennt man John Rambo als unaufhaltsame Tötungsmaschine, aber man sollte nicht vergessen, dass er im ersten Film nur einen einzigen Menschen tötet, und auch das eher unbeabsichtigt. Es war erst Rambo II, der den Charakter so geprägt hat, wie die meisten Actionfans ihn heute kennen.