Paul Ritter tot

Paul Ritter in "Chernobyl" © 2019 HBO

Quelle: Variety

Der britische Charakterdarsteller Paul Ritter, an den sich viele Zuschauer als "nicht großartig, nicht schrecklich" Anatoli Djatlow aus "Chernobyl" erinnern, ist im Alter von 54 an einem Hirntumor gestorben. Das teilte sein Agent mit.

In seiner Heimat Großbritannien ist Ritter am besten als exzentrischer Familienvater Martin Goodman aus der Comedyserie "Friday Night Dinner" bekannt, von der zwischen 2011 und 2020 sechs Staffeln produziert wurden. Ritter wird demnächst auch in der Retrospektive zum zehnjährigen Jubiläum der Serie zu sehen sein.

Ritter spielte der Schlüsselrollen in den ersten drei Staffeln der britischen Krimiserie "Vera – Ein ganz spezieller Fall". Eine Hauptrolle spielte er außerdem zwischen 2015 und 2018 in allen drei Staffeln der Krimiserie "No Offence". Kürzlich war er auch als Butler Turton in der Kostümserie "Belgravia" nach dem gleichnamigen Roman des "Downton Abbey"-Schöpfers Julian Fellowes zu sehen. Ironischerweise diente er dort einer von Tamsin Greig verkörperten Figur, Ritters Co-Star aus "Friday Night Dinner".

Internationalem Publikum wurde er jedoch vor allem als leugnender, verharmlosender stellvertretender Atomkraftwerk-Chefingenieur Djatlow aus der geefeierten HBO-Miniserie "Chernobyl" bekannt. Sein eingangs erwähnter Spruch verbreitete sich als Meme wie ein Lauffeuer durchs Internet.

Kino war Ritter u. a. als Verräter und QUANTUM-Mitglied im Bond-Film Ein Quantum Trost und als ehemaliger Schüler von Horace Slughorn, Eldred Worple, in Harry Potter und der Halbblutprinz zu sehen. Ihre beste Stunde (OT: Their Finest) und die Dan-Brown-Adaption Inferno gehören zu seinen weiteren bekannten Filmen.

Neben seiner Tätigkeit als Film-. und TV-Darsteller war Ritter auch ein gefeierter Theaterschauspieler, der für seinen Auftritt in "Normans Eroberungen" (OT: "The Norman Conquests") am Broadway für einen Tony Award nominiert wurde.

Ritters finaler Filmauftritt wird in John Maddens Kriegsfilm Operation Mincemeat mit Colin Firth und Kelly Macdonald sein, der im Laufe des Jahres bei Netflix erscheinen wird.