Oppenheimer: Feuriges Poster zu Christopher Nolans Biopic mit gigantischer Starbesetzung

Quelle: Universal Pictures

Warner Bros. war das einzige Studio, das sich 2020 nach dem Ausbruch der Covid-Pandemie getraut hat, mit Tenet einen großen Blockbuster-Kandidaten exklusiv in die Kinos zu bringen. Der löbliche Versuch war nicht vom großen kommerziellen Erfolg gekrönt, u. a. da vieke Kinos, darunter in den Metropolen New York und Los Angeles, weiterhin geschlossen blieben. Wäre es rein nach den Wünschen des Studios gegangen, wäre Tenet vermutlich verschoben oder parallel zum Kinostart auch im Stream veröffentlicht worden, doch um Regisseur Christopher Nolan, einen leidenschaftlichen Verfechter des Kinos als ultimatives Filmerlebnis, der dem Studio Riesenhits wie Inception und die Dark-Knight-Trilogie beschert hat, zu beschwichtigen und die Geschäftsbeziehung mit ihm aufrechtzuerhalten, wurde sein Wunsch nach einem Kinostart erfüllt.

Doch der gute Wille, den Warner sich durch die Kinoveröffentlichung des Films bei Nolan aufgebaut hat, wurde durch die Entscheidung des Studios, alle seine Filme 2021 in Nordamerika parallel zum Kinostart einen Monat lang auch über HBO Max zu veröffentlichen, zunichtegemacht. Einige renommierte Filmemacher reagierten negativ auf die Entscheidung, keiner jedoch so sehr wie Nolan, der HBO Max prompt als "schlechtesten Streaming-Dienst" bezeichnet und seine seit 2002 bestehende Zusammenarbeit mit Warner nach neun Filmen beendet hat. Sofort rissen sich andere Hollywood-Studios um einen der meistgefeierten Blockbuster-Regisseure unserer Zeit, doch Nolan hatte ganz spezifische Forderungen an die exklusive Kinoauswertung seines nächsten Films, die mindestens 100 Tage betragen soll – in heutiger Zeit nahezu unerhört.

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Letztlich setzt sich Universal gegen Konkurrenten durch und produziert Nolans neustes Werk, eine Filmbiografie über den Physiker J. Robert Oppenheimer, der als wissenschaftlicher Leiter des Manhattan-projekts als "Vater der Atombombe" gilt. Nachdem er Zeuge der Zerstörungskraft der Waffe wurde, wurde seine Einstellung zu ihr ambivalent und er setzte sich gegen ein nukleares Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion ein.

Die Titelrolle in Nolans Oppenheimer spielt sein Stammdarsteller Cillian Murphy, der nach fünf vorigen Kollaborationen mit den Regisseur erstmals die Hauptrolle in einem seiner Filme übernimmt. Ein Blick auf die restliche Besetzung enthüllt eins der beeindruckendsten Cast-Ensembles der modernen Filmgeschichte diesseits der Avengers-Filme. Als Oppenheimers Ehefrau spielt Emily Blunt (Jungle Cruise) in dem Film mit. Robert Downey Jr. (Iron Man), Florence Pugh (Midsommar), Matt Damon (Der Marsianer), Rami Malek (Bohemian Rapsody), Jason Clarke (Zero Dark Thirty), Kenneth Branagh (Tenet), Josh Hartnett (Pearl Harbor), Emma Dumont ("The Gifted"), Benny Safdie (Licorice Pizza), James D’Arcy (Dunkirk), Olivia Thirlby (Juno), Dane DeHaan (Chronicle), David Dastmalchian (The Suicide Squad) Jack Quaid ("The Boys"), Alex Wolff (Hereditary – Das Vermächtnis), Casey Affleck (Gone Baby Gone), Matthew Modine (Full Metal Jacket), Alden Ehrenreich (Solo: A Star Wars Story) und Matthias Schweighöfer (Army of the Dead) spielen weitere Rollen in dem Film. Auch Gary Oldman (Batman Begins) absolviert einen Gastauftritt in einer Szene, wie er kürzlich enthüllt hat. Überraschenderweise war noch nichts zu Michael Caines Beteiligung zu lesen gewesen, der seit Batman Begins an jedem Nolan-Film mitgewirkt hat.

Oppenheimer trägt ein Budget von rund $100 Mio, was fast schon bescheiden nach Nolans Verhältnissen ist. Um das zu ermöglichen, erklärten sich Superstars wie Downey Jr., Damon und Blunt bereit, reduzierte Gagen von rund $4 Mio anstelle ihrer ansonsten deutlich höheren Entlohnungen anzunehmen, um mit Nolan zusammenzuarbeiten. Wie man es von Nolan nicht anders erwarten würde, soll Oppenheimer dennoch ein Spektakel werden, das komplett auf 65mm bzw. IMAX 65mm gedreht wird. Erstmals wurde ein Film zum Teil auch in Schwarzweiß mit IMAX-Kameras gedreht. Die Wucht der Nuklearexplosionen soll auf den IMAX-Leinwänden besonders zur Geltung kommen. Eingefangen werden die Bilder des Films wieder von Nolans neuem Stamm-Kameramann Hoyte van Hoytema.

Oppenheimer wird voraussichtlich am 20.07.2023 in den deutschen und einen Tag später in den nordamerikanischen Kinos starten. Exakt ein Jahr vor Kinostart hat Universal das erste Teaser-Poster zum Film veröffentlicht, das trotz des gigantischen Ensembles lediglich Murphy als Oppenheimer in den Vordergrund rückt, umgeben von feurigen Rauchschwaden einer atomaren Explosion:

Oppenheimer Christopher Nolan PosterNach seinem Kriegsfilm Dunkirk wird Oppenheimer vermutlich Nolans bislang beste Chance auf Oscars-Anerkennung und seine zweite Regie-Nominierung. Da die meisten von Nolans Filmen, einschließlich Tenet, zu meinen Favoriten ihrer jeweiligen Jahre gehören und ich etliche von ihnen mehrmals im Kino und im IMAX gesehen habe, kann ich sein neustes Epos kaum abwarten.

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