Kate Beckinsale Canary Black

Kate Beckinsale in Jolt © 2021 Amazon Studios

Quelle: Deadline

Pierre Morel, der in Zusammenarbeit mit Luc Besson (als Drehbuchautor und Produzent) eine Reihe erfolgreicher Actionstreifen wie 96 Hours und From Paris with Love gedreht hat, wird den Actionthriller Canary Black mit Kate Beckinsale in der Hauptrolle inszenieren. In einer interessanten Umkehr der stereotypen Geschlechterverteilungen in solchen Filmen wird Beckinsale in Canary Black die hochrangige CIA-Agentin Avery Graves verkörpern, deren Ehemann von Terroristen entführt wird, die sie dazu erpressen, ihr Land zu verraten. Abgeschnitten von ihrem Team, wendet sich Avery an ihre Kontakte in der Unterwelt, um zu überleben und an die Informationen zu gelangen, die die Entführer von ihr verlangen.

Matthew Kennedy (Inheritance) schrieb das Drehbuch zum Film, dessen Dreharbeiten voraussichtlich Ende 2022 beginnen sollen. Beim Filmmarkt in Cannes werden die Vertriebsrechte internationalen Verleihen angeboten und Beckinsale und Morel alleine sollten für großes Interesse sorgen. Als ich Beckinsale erstmals in Filmen wie Weil es dich gibt und Pearl Harbor gesehen habe, hätte ich sie mir definitiv nicht als eine Badass-Actionheldin vorgestellt, doch ihr ultracooler Latexkluft-Auftritt als Selen in Underworld belehrte mich schnell eines Besseren.

Kaum zu glauben, doch der erste Underworld ist auch schon fast 20 Jahre her und ihre Qualitäten als Actionstar stellte Beckinsale seitdem in dessen Sequels, aber auch in Filmen wie Total Recall und Jolt unter Beweis. Eine neue Actionrolle mit ihr weckt automatisch mein Interesse.

Auch Pierre Morel ist jemand, der in puncto Action weiß, was er tut. Als Kameramann der von Besson geschriebenen und produzierten europäischen Filme wie Transporter, Unleashed – Entfesselt und Taxi 4 hat der Franzose so Einiges über die Inszenierung von Actionsequenzen gelernt. Sein ebenfalls aus Bessons EuropaCorp-Schmiede stammendes Regiedebüt Ghettogangz – Die Hölle vor Paris bestach durch virtuose Parkour-Action, wie ich sie zuvor noch nie in einem Film gesehen habe. Mit seiner zweiten Regiearbeit und seinem englischsprachigen Debüt 96 Hours (OT: Taken) empfahl sich Morel auf Anhieb als begnadeter Action-Regisseur auf internationaler Ebene.

96 Hours wurde zu einem riesigen Überraschungserfolg an den Kinokassen und machte aus dem damals schon 56-jährigen Charakterdarsteller Liam Neeson plötzlich einen der gefragtesten Actiondarsteller Hollywoods. Neesons Karriere schlug nach 96 Hours einen unerwarteten Kurs ein und neben zwei direkten Fortsetzungen drehte der Schauspieler seitdem unzählige weitere Actionthriller, die schon zu einer eigenen Marke, dem Neeson-Actioner, wurden. Morel war an den Sequels nicht beteiligt und drehte stattdessen – erneut in Zusammenarbeit mit Besson – die sträflich unterschätzten, schwarzhumorigen Actionthriller From Russia with Love mit John Travolta und Jonathan Rhys Meyers, der meiner Meinung nach locker mit 96 Hours mithalten kann.

Auf diese drei Volltreffer in Folge (wobei Ghettogangz weiterhin mein Favorit ist), folgten leider zwei Reinfälle: der unfassbar öde und generische The Gunman mit Sean Penn und der maue und unglaubwürdige Racheactioner Peppermint mit Jennifer Garner. Seinen neusten Film, der emiratischen Kriegsstreifen Al Kameen, habe ich noch nicht gesehen. Aufgrund des sehr starken Trios, mit dem er seinen Regie-Einstand gefeiert hat, bin ich aber gewillt, ihm die späteren Ausrutscher nachzusehen und freue mich auf seine nächsten Filme. Aktuell arbeitet er noch an der kürzlich abgedrehten Actionkomödie Freelance mit John Cena, Alison Brie, Christian Slater und Alice Eve.