Das waren die größten Kassenflops 2022

Links: Christian Bale und Margot Robbie in Amsterdam © 2022 20th Century Studios
Mitte: Margot Robbie in Babylon – Rausch der Ekstase © 2022 Paramount Pictures
Rechts: Chris Evans in Lightyear © 2022 Walt Disney Studios/Pixar Animation

Quelle: Deadline

Seit die Pandemie das gesamte Kinogeschäft 2020 monatelang zum Stillstand gebracht hatte, erholt es sich langsam aber stetig. Ob es jemals wieder das prä-Corona-Niveau erreichen wird, ist unklar, da die Pandemie auch zum Katalysator für kürzere Kino-Auswertungsfenster und den aktuellen Streaming-Boom wurde. Dennoch trauen sich allmählich immer mehr Menschen in die Kinos und auch Studios wie Warner Bros. haben ihre Streaming-Strategie reevaluiert und setzen wieder vermehrt auf Kinostarts. Letztes Jahr wurden weltweit rund 26 Milliarden US-Dollar an den weltweiten Kinokassen erwirtschaftet. Das ist zwar immer noch deutlich weniger als die 42,5 Milliarden, die 2019 umgesetzt wurden, aber dennoch 27% mehr als 2021, als nur $21,4 Milliarden in die Kinokassen gespült wurden.

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Zwei Sequels haben dazu massiv beigetragen: Disneys Avatar: The Way of Water und Paramounts Top Gun: Maverick. Die beiden oscarnominierten Filme zusammen haben bis heute mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar weltweit eingenommen und ihre Studios sehr, sehr glücklich gemacht. Überhaupt war Disney mit gleich vier Filmen unter den zehn weltweit größten Hits 2022 vertreten. Neben The Way of Water haben auch MCU-Titel Doctor Strange in the Multiverse of Madness, Black Panther: Wakanda Forever und Thor: Love & Thunder viel Kohle gescheffelt. Auch Paramount hat seit Beginn der Pandemie einen wirklich tollen Lauf. Neben dem, Top-Gun-Sequel feierte das Studio seit 2021 große Erfolge mit A Quiet Place 2, The Lost City, Sonic the Hedgehog 2, Jackass Forever und dem Revival der Scream-Reihe.

Bei all den großen Erfolgen zeichneten sich Disney und Paramount auch für einige der größten Kassenflops des letzten Jahres verantwortlich. Ausgerechnet der vermeintliche Kassengarant Disney, der lange den Animationsmarkt dominiert hat, hatte 2022 die drei größten Box-Office-Verlierer des Jahres im Portfolio, darunter zwei Animationsfilme. Paramount scheiterte hingegen mit der Oscarhoffnung Babylon – Rausch der Ekstase, bei dem Regisseur Damien Chazelle offenbar freie Hand und viele Ressourcen hatte. Die Zuschauer hatten jedoch wenig Interesse an den Hollywood-Exzessen der Goldenen Zwanziger.

Die Finanzanalysten des Industrie-Portals Deadline haben einen ausführlichen Blick auf die fünf größten Kassenflops des letzten Jahres geworfen. Dafür wurden alle Einnahmen eines Films, einschließlich der Kino- und Heimkinoumsätze sowie der Streaming- und TV-Lizenzen, gegen die Kosten aufgewogen, zu denen neben Produktionskosten auch Beteiligungen der Darsteller und Marketingausgaben zählen. Bei den Einnahmen muss man natürlich auch bedenken, dass nur ein Teil der Kinoumsätze an das Studio zurückfließt, während der Rest den Kinobetreibern gehört. Da nicht alle Daten von den Studios öffentlich gemacht werden, wurden die Summen zum Teil auch geschätzt.

Nach absolutem Verlust haben sich diese fünf Filme als Spitzenreiter der letztjährigen Kassenflops herauskristallisiert:

Strange World – $197,4 Mio Verlust
Amsterdam – $108,4 Mio Verlust
Lightyear – $106 Mio Verlust
Devotion – $89,2 Mio Verlust
Babylon – Rausch der Ekstase – $87,4 Mio Verlust

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Eine ausführliche Auflistung der Ausgaben und Einnahmen dieser Filme, aus denen sich die obigen Summen zusammensetzen, findet Ihr unter dem Quellenlink oben.

Der enorme Flop des Disney-Animationsfilms Strange World fällt besonders ins Auge. Disney hielt ganz große Stücke auf den Film und investierte allein 270 Millionen US-Dollar in sein Budget und das Marketing. Voller Zuversicht wurde er am Thanksgiving-Wochenende gestartet. Am selben Wochenende sind in Vergangenheit Disney-Hits wie Rapunzel – Neu verföhnt, Die Eiskönigin und Chaos im Netz gestartet. Ob es nun an einer offen homosexuellen Hauptfigur lag oder an lauwarmen Kritiken, Strange World spielte weltweit mickrige $74 Mio ein. Disney resignierte und schickte den Film nur einen Monat nach Kinostart bei Disney+ in den Stream. Einen Verlust von fast $200 Mio konnte das Studio nicht verhindern. Zum Glück dürfte Avatar: The Way of Water das einen Monat später mehr als wiedergutgemacht haben.

Ein besonders schlechtes Jahr hatte auch Superstar Margot Robbie, die gleich in zwei der fünf besagten Flops die Hauptrolle spielte. Amsterdam, der neuste Film des Silver-Linings– und The-Fighter-Regisseurs David O. Russell wurde von Disneys 20th Century Studios produziert und wurde sicherlich als potenzieller Oscaranwärter gehandelt. Der Film wurde jedoch in der Kritik verrissen und legte eine Bauchlandung an den Kinokassen hin. Auch der Misserfolg von Babylon ist damit vergleichbar, wobei Babylon immerhin für fünf Golden Globes und drei Oscars nominiert wurde. Überhaupt haben Filme wie Babylon und Amsterdam gezeigt, dass Starpower alleine keinen mehr hinter dem Ofen hervorlockt.

Flieger-Kriegsfilm Devotion erhielt wohl die besten Kritiken unter den fünf oben aufgeführten Filmen, doch weder Shooting Stars Glen Powell (Top Gun: Maverick) und Jonathan Majors (Creed III) noch der Erfolg von Top Gun: Maverick konnten dem Film helfen, der hierzulande direkt zu Netflix ging.

Ich habe vier dieser fünf Kassenflops im Kino gesehen, die beiden Animationsfilme sogar jeweils zweimal, und gerade die beiden hätten meiner Meinung nach ein besseres Schicksal verdient. Auch Babylon fand ich zumindest mutig und audiovisuell toll, wenn auch inhaltlich zu flach für seine dreistündige Laufzeit. Lediglich Amsterdam fand ich tatsächlich durch und durch misslungen.

Habt Ihr irgendwelche dieser fünf Filme gesehen vielleicht sogar im Kino?

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