Karate Kid Film

Ralph Macchio in "Cobra Kai" © 2019 Netflix

Quellen: Sony Pictures, Jon Hurwitz Twitter

Top Gun: Maverick ist das perfekte Beispiel dafür, wie man einen mehr als drei Jahrzehnte alten, in den Achtzigern tief verwurzelten Film mit einer Fortsetzung einerseits für eine neue Generation modernisiert und andererseits alle Elemente, die das Original ausgemacht haben, zurückbringt. Es ist diese magische Fusion von Nostalgie und Weiterentwicklung, die Maverick zum mit Abstand erfolgreichsten Film des Jahres gemacht hat.

Was Maverick im Kino geschafft hat, macht die Karate-Kid-Sequelserie "Cobra Kai" im Fernsehen bzw. Stream seit Jahren vor. Jedes Studio, das eines seiner früheren Filmhits als Serie adaptieren oder fortsetzen will, sollte sich eine Scheibe von "Cobra Kai" abschneiden, der ebenfalls den Originalfilmen und ihren Charakteren sehr treu bleibt, sie organisch weiterentwickelt und interessante neue Figuren ins Universum einführt.

Nur gut zu sein, reicht jedoch nicht aus: Eine Serie braucht auch die richtige Plattform, um sein Publikum zu erreichen. "Cobra Kai" wurde ursprünglich von YouTube Premium produziert, Netflix kaufte jedoch die exklusiven Streaming-Rechte an der Serie ab der dritten Staffel und produziert sie ab Staffel 4 komplett in Eigenregie. Erst bei Netflix wurde "Cobra Kai" richtig groß und beschert dem Streamer traumhafte Zuschauerzahlen, sodass diesen Monat bereits die fünfte Staffel erschienen ist, die sogar die bislang besten Rezensionen der Serie erhalten hat.

Es lässt sich kaum von der Hand weisen, dass es dieser phänomenale Erfolg der Serie ist, der Sony dazu beflügelt hat, überraschend einen brandneuen Karate-Kid-Film für den US-Kinostart am 7.06.2024 anzukündigen mit der Ansage, dieser sei "die Rückkehr des ursprünglichen Karate-Kid-Franchises" auf die Kinoleinwände. Damit stellt das Studio klar, dass es kein weiteres Reboot oder die Fortsetzung des Remakes von 2010 mit Jaden Smith und Jackie Chan in den Hauptrollen sein wird. Wer sich jedoch Hoffnung macht, Daniel LaRusso und Johnny Lawrence wieder im Kino zu sehen, sollte die Erwartungen zügeln. Jon Hurwitz, einer der Macher von "Cobra Kai", hat auf Nachfrage hin erklärt, dass der neue Film nichts mit der Serie oder deren Cast zu tun habe: (aus dem Englischen)

Die Jungs und ich würden sehr gerne Karate-Kid- und "Cobra Kai"-Filme machen und hoffen, es eines Tages zu tun. Aber dieser hier stammt nicht von uns und handelt nicht vom "Cobra Kai"-Cast. Ich weiß nicht viel darüber, aber ich wünsche ihnen alles Gute.

Tatsächlich hat Johnny-Darsteller William Zabka kürzlich eine "Cobra Kai"-Filmtrilogie nach dem Ende der Serie in Aussicht gestellt:

Es gibt definitiv ein Endziel. Wir werden die Serie beenden und dann werden wir eine Filmtrilogie machen, denke ich.

Als Sony nur wenige Tage nach Zabkas Ansage einen neuen Karate-Kid-Film angekündigt hat, war natürlich die Begeisterung zunächst groß, dürfte aber nach Hurwitz' Klarstellung deutlich gedämpft worden sein. Wie bringt man das "Original-Franchise" zurück, während "Cobra Kai" noch läuft und knüpft nicht an die Serie an?! Die Antwort auf diese Frage weiß man wohl nur bei Sony. Eine Theorie ist, dass der Film ein Prequel sein könnte und von den jungen Jahren von Pat Moritas Figur Mr. Miyagi handeln könnte. Viele weitere Optionen fallen mit, ehrlich gesagt, nicht ein. Einen Regisseur oder Autor hat der neue Karate-Kid-Film nicht.

Das Remake aus dem Jahr 2010 hat bewiesen, wie groß der Appeal der Reihe immer noch ist. Der Film spielte weltweit fast $360 Mio ein und mehrere Jahre lang hat Sony versucht, ein Sequel auf die Beine zu stellen, scheiterte jedoch aus irgendeinem Grund damit. Nach den Erfolgen von "Cobra Kai", Top Gun: Maverick und Sonys hauseigenem Ghostbusters: Legacy steht Nostalgie natürlich höher im Kurs denn je und darauf setzt Sony vermutlich mit dem neuen Karate Kid. Wie auch immer das aussehen mag. Ohne Daniel, Johnny und Kreese hält sich mein Interesse in Grenzen.