Jurassic Park James Cameron

© Universal Pictures

Quelle: Huffington Post UK

ANZEIGE

Jurassic Park ist zweifelsfrei einer der beliebtesten Kino-Blockbuster aller Zeiten. Wie beliebt der Film ist, der eine ganze Generation von Kindern in den Neunzigern dem Dino-Wahn verfallen ließ, zeigte sich vor drei Jahren, als Jurassic World in die Kinos kam. Der Film war bewusst eine deutliche Hommage an Teil 1, betonte die Nostalgie und wurde zu einem gigantischen weltweiten Kinohit. Steven Spielberg hat mit Jurassic Park in meinen Augen den perfekten Popcorn-Blockbuster erschaffen und seit jeher einen meiner absoluten Lieblingsfilme.

Doch was wäre, wenn nicht Spielberg 1990 die Filmrechte an Michael Crichtons Roman noch vor seiner Veröffentlichung erworben hätte, sondern, sagen wir mal, James Cameron? Diese Vorstellung ist gar nicht weit hergeholt, denn wie ein neu entdecktes Interview aus dem Jahr 2012 mit dem Regisseur von Titanic und Avatar enthüllt, kam Spielberg ihm "nur wenige Stunden" zuvor und schnappte die Rechte vor seiner Nase weg.

Es klingt nach einem der größten "was wäre wenn" der modernen Blockbuster-Geschichte. Cameron war in den Neunzigern, was Blockbuster betrifft, nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt mehr. Sein Sequel Terminator 2 – Tag der Abrechnung war ebenso ein Meilenstein von visuellen Effekten wie zwei Jahre später Jurassic Park. In dieser Hinsicht wäre Camerons Version Spielbergs vermutlich ähnlich.  Der Film hätte spektakulär ausgesehen, denn alles andere wäre einfach nicht Cameron.

Doch ansonsten hatte Cameron eine ganz andere Herangehensweise im Sinn, wie er verriet: (aus dem Englischen)

Als ich den Film gesehen habe, wurde mir klar, dass ich nicht die richtige Person dafür war, er (Spielberg) war es. Weil er einen Dinosaurier-Film für die ganze Familie gemacht hat, und meiner wäre Aliens mit Dinosauriern, und das wäre nicht fair gewesen. Dinosaurier sind für Achtjährige. Wir können auch alle daran Spaß haben, aber die Kinder lieben Dinosaurier und man sollte sie nicht ausschließen. Seine Herangehensweise war richtig für den Film. Ich wäre viel weiter gegangen, böser, viel böser.

Obwohl Cameron eingesteht, dass Spielberg der passendere Regisseur für Jurassic Park war als er selbst, kann ich mich beim Lesen dieser Zeilen des Gefühls einer herablassenden Abwertung nicht erwehren. Insbesondere wenn ich Zeilen wie "Dinosaurier sind für Achtjährige" lese. Camerons Version wäre vermutlich näher an Crichtons Vorlage, die deutlich brutaler ist als Spielbergs Film. Und so sehr ich Jurassic Park liebe und nichts an dem Film ändern würde, eine R-rated Verison à la Aliens weckt auf jeden Fall auch meine Neugier. Vielleicht sollte Cameron "Dino Crisis" verfilmen.

Im gleichen Interview ging Cameron auch darauf ein, wie er bekannterweise kurz davor war, Spider-Man für die Leinwand zu adaptieren:

Spider-Man machte keine Fortschritte. Canon, eine Low-Budget-Produkionsfirma in den Achtzigern, hatte kurzzeitig die Rechte. Niemand hat etwas daraus gemacht. Marvel-Figuren wurden derzeit nicht wirklich für das Kino entwickelt. Ich habe Carolco Pictures dazu gebracht, Spider-Man zu kaufen. Ich wollte daraus eine Filmreihe machen und schrieb einen ausführlichen Storyentwurf, 80 oder 90 Seiten lang. Dann, als Carolco zusammenbrach, waren die Filmrechte wieder auf dem Markt und ich habe mich nicht mehr darum gekümmert, weil ich gerade an Titanic dran war und anderweitig beschäftigt war.

Einen Spider-Man-Film von Cameron hätte ich noch lieber gesehen als Jurassic Park von ihm. Doch es sollte nicht sein und fortan wird Cameron die nächsten Jahre zig Avatar-Fortsetzungen inszenieren.