Gaspard Ulliel tot

Gaspard Ulliel in Hannibal Rising (2007) © MGM

Quelle: Deadline

Ein tragischer Tod hat die Filmwelt erschüttert. Der französische Schauspieler Gaspard Ulliel, dem internationalen Publikum vermutlich am besten als junger Hannibal Lecter aus dem Prequel Hannibal Rising – Wie alles begann bekannt, ist heute an den Folgen eines Skiunfalls gestorben. Bei einem Skiurlaub in französischen Alpen kollidierte Ulliel am Dienstag auf einer Pistenkreuzung mit einem anderen Skifahrer und erlitt dabei eine schwere Kopfverletzung. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik von Grenoble geflogen, in die 2013 auch Michael Schumacher nach seinem Skiunfall eingeliefert wurde. Heute erlag Ulliel seiner Verletzung. Er war erst 37 Jahre alt.

Ulliels Karriere begann zunächst mit einer Reihe von TV-Filmen in den späten Neunzigern. Sein Kinodebüt feierte er im Fantasyfilm Pakt der Wölfe aus dem Jahr 2001, der auch jenseits von Frankeichs Grenzen großen Erfolg hatte. Ein Jahr später wurde er für seinen Auftritt in der romantischen Komödie Küss mich, wenn du willst erstmals für den César, den renommiertesten französischen Filmpreis, als vielversprechendster Newcomer nominiert. In beiden aufeinanderfolgenden Jahren wurde er wieder in dieser Kategorie nominiert, zunächst für Die Flüchtigen und dann für Jean-Pierre Jeunets Mathilde – Eine große Liebe, für den er den Preis dann auch endlich gewonnen hat.

Unter der Regie von Gus Van Sant (Good Will Hunting) spielte Ulliel 2006 in einem Segment des Episodenfilms Paris, je t’aime mit. Im selben Jahr setzte er sich bei einem Casting gegen Mitbewerber wie Hugh Dancy, Hayden Christensen, Dominic Cooper, Rupert Friend und Tom Payne durch und wurde als Gourmet-Psychopath Hannibal Lecter in Peter Webbers Prequel Hannibal Rising besetzt. Der Film kam 2007 in die Kinos konnte aber weder in der Kritik noch an den Kinokassen mit den Vorgängern mit Anthony Hopkins mithalten. Dennoch hätte die Rolle Ulliel sicherlich Türen in Hollywood geöffnet, doch er zog es vor, dem französischen Kino treu zu bleiben, wo er sich als Charakterdarsteller etabliert und eine sehr vielseitige Filmografie aufgebaut hat. Im Crime-Thriller Inside Ring spielte er 2009 Jean Renos Filmsohn und 2010 war er unter der Regie des gefeierten Filmemachers Bertrand Tavernier im Historiendrama Die Prinzessin von Montpensier zu sehen.

Eine seiner meistgefeierten Rollen verkörperte Ulliel 2014 in Saint Laurent als legendärer Modedesigner Yves Saint Laurent. Die Rolle brachte ihm eine weitere César-Nominierung ein. Der Film wurde von Frankreich für den Auslands-Oscar eingereicht, wurde aber nicht nominiert. Für seine Rolle in Xavier Dolans Drama Einfach das Ende der Welt gewann Ulliel 2017 schließlich seinen zweiten César.

Im Kino war Ulliel zuletzt in Sybil – Therape zwecklos neben Virginie Efira zu sehen. Bereits abgedreht ist der Film Plus que jamais, in dem Ulliel neben Vicky Krieps und Jesper Christensen mitgewirkt hat. Demnächst wird Ulliel außerdem als Bösewicht Midnight Man in der Marvel-Serie "Moon Knight" bei Disney+ zu sehen sein, über die wir erst gestern berichtet haben. Es ist kaum zu fassen, dass das junge Talent jetzt so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Ulliel hinterlässt einen fünfjährigen Sohn mit seiner Partnerin Gaëlle Pietri.