Fast and Furious 7 Box-Office

Quelle: Boxofficemojo

Es sind Tage wie dieser, die das Herz eines Box-Office-Fanatikers wie mich höher schlagen lassen. Tage, an denen Rekorde nicht nur geschlagen, sondern pulverisiert werden und Filme die an sie gestellten hohen Erwartungen an den Kinokassen noch deutlich übertreffen.

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Die Rede ist hier natürlich von Fast & Furious 7, der am Karfreitag die US-Kinocharts nicht nur angeführt hat, sondern mehr als das Doppelte von dem eingespielt hat, was die restlichen neun Filme der Top 10 zusammengerechnet einnahmen. Mit $67,3 Mio von 4004 Kinos legte Fast & Furious 7 einen gewaltigen Starttag hin. Davon spielte er $15,8 Mio in den Previews ein. Wir alle wussten, dass Fast & Furious 7 ein Gigant an den Kinokassen sein würde. Alle Vorzeichen sprachen dafür: tolle Kritiken, enormer Hype, positive Rezeption der Vorgänger, schwache Konkurrenz und natürlich, unvermeidlich, der Paul-Walker-Faktor. Trotzdem konnte man sich kaum vorstellen, wie enorm der Ansturm sein würde. Um klar zu machen, wie immens das Einspiel des Films an seinem Starttag ist, muss man diesen in Perspektive bringen. Es ist natürlich der erfolgreichste Starttag in der Geschichte von Universal und in der Franchise-Geschichte. Den ersten Tag von Fast & Furious 6 ($38,7 Mio) hat er um 74% (!!) geschlagen. Dabei hat der sechste Film den Starttag seines Vorgängers nur um 13% getoppt. Doch es geht weiter. Es ist der zehntbeste Starttag aller Zeiten und der beste außerhalb der Sommer- oder Feiertags-Saison. Es ist außerdem der beste Starttag eines Films, der nicht auf einer beliebten Roman- oder Comicvorlage beruht. Der letzte Film, der einen noch besseren ersten Tag hinlegte, war Iron Man 3.

Das Fast-&-Furious-Franchise ist ein Phänomen, darüber bestehen keine Zweifel. Es begann alles im Sommer 2001 mit einem Überraschungserfolg, als ein nicht besonders teuerer Film über illegale Autorennen mit mehr als $40 Mio am ersten Wochenende startete und mehr als $140 Mio in den USA einspielte. Doch es war kein durchgehend steiler Weg nach oben und gerade das macht den aktuellen Erfolg der Reihe phänomenal. 2 Fast 2 Furious lief zwei Jahre später ohne Vin Diesel, dafür aber mit Paul Walker und Tyrese Gibson an und legte zwar ein besseres Startwochenende hin, spielte aber mit insgesamt knapp $127 Mio weniger ein. Drei Jahre später glaubten fast alle (einschließlich einiger Manager bei Universal) das Franchise am Ende. The Fast and the Furious: Tokyo Drift, ohne Diesel (vom Cameo mal abgesehen) und Walker, spielte in Nordamerika $62,5 Mio ein. Dank weltweiten Einnahmen wurde die Produktion zwar letztlich zu einem mageren Erfolg, doch Universal überlegte schon, die künftigen Filme direkt auf DVD herauszubringen. Stattdessen versuchte man es drei Jahre später mit einem Reunion der Original-Castmitglieder bei Fast and Furious und siehe da, der Film startete in den USA mit großartigen $71 Mio und spielte mehr als $150 Mio ein. Das Interesse war also da. Der größte Coup gelang Universal und Justin Lin jedoch mit Fast and Furious Five, der das Konzept der Filmreihe von Grund auf überholte und mit Dwayne The Rock Johnson einen weiteren zugkräftigen Player ins Spiel brachte. Das Ergebnis: als erster Teil der Reihe erntete der Film überwiegend positive Rezensionen, brach abermals den damaligen April-Startrekord mit $86,2 Mio und spielte insgesamt fast $210 Mio in den USA ein. Fast & Furious 6 legte noch einen drauf und spülte vorletztes Jahr fast $239 Mio in die US-Kinokassen ein – eine Zahl, die Fast & Furious 7 vermutlich innerhalb von zwei Wochen toppen wird. Die Steigerung ist unglaublich, ebenso wie die Tatsache, dass der Film am ersten Tag schon mehr eingespielt hat, als der dritte Film insgesamt.

Wie wird es ab jetzt weitergehen? Man muss sich vor Augen halten, dass am Osterwochenende Filme besonders frontlastig sind und Karfreitag deutlich stärker ist, als normaler Freitag. Nimmt man die zusätzliche Frontlastigkeit des Films aufgrund des Fan-Ansturms hinzu, so winkt dem Film ein Abstieg um 2530% am Samstag. Doch auch dann sollte er am Gesamtwochenende $140 Mio knacken und sich irgendwo im Bereich von $140-145 Mio ansiedeln. Das könnte für Fast & Furious 7 eins der zehn besten Startwochenenden aller Zeiten bedeuten. Im Vergleich: Fast & Furious 6 spielte in den ersten drei Tagen knapp $97,4 Mio ein. Die Reaktionen auf den Film sind sehr positiv, die Rezensionen die besten, die die Reihe jemals erhalten hat und Blockbuster-Konkurrenz hat er nicht bis zum Start von Avengers: Age of Ultron am 28. April. Sollte der Film einen ähnlichen Verlauf ab seinem Start haben, wie Teil 6, so wird er in den USA mit $340-355 Mio enden. Aber auch wenn die Frontlastigkeit größer ist diesmal, sollte er mindestens $320 Mio einspielen und damit eine gute Chance haben, sich unter den fünf erfolgreichsten Filmen des Jahres zu platzieren.

Weit abgeschlagen auf Platz 2 folgte der DreamWorks-Animationsfilm Home – Ein smektakulärer Trip, der an seinem zweiten Freitag $11,3 Mio einnahm und sein Gesamteinspiel auf $79,5 Mio nach acht Tagen brachte. Für die von Flops und Enttäuschungen in letzter Zeit geplagte Animationsschmiede ist die Performance von Home die lange ersehnte und leicht überraschende Wende, doch der Film hat eben enorm von einem Mangel an direkter Konkurrenz profitiert und von der Tatsache, dass es der erste große Animationsfilm seit November ist. Die Mundpropaganda scheint allerdings nicht so toll zu sein und am zweiten Wochenende winkt ein Drop von etwa 45%. So stark baute bislang noch kein Animationsfilm ab, wenn sein zweites Wochenende auf Ostern fiel. Trotzdem ist der Film ein solider Erfolg nach Enttäuschungen wie Die Pinguine aus Madagascar, Turbo und Die Abenteuer von Mr. Peabody und Sherman. Als erster Original-Animationsfilm von DreamWorks seit Die Croods wird er in den USA die $150-Mio-Marke erreichen und vielleicht sogar $175 Mio.

Auf Platz 3 folgte die Will Ferrell/Kevin Hart-Komödie Der Knastcoach, die nach dem Überraschungserfolg vergangenes Wochenende stark abbaute und mit $5 Mio am Freitag mehr als 60% unter ihrem Starttag lag. Damit kann der Film jegliche Hoffnung auf $100 Mio vergessen. Dank des erfolgreichen Starts wird die mit $40 Mio bescheiden budgetierte Komödie trotzdem zu einem weiteren Hit für Kevin Hart, der dieses Jahr bereits mit Die Trauzeugen AG einen Erfolg feierte. Hier winken insgesamt etwa $85-90 Mio.

Auf Platz 4 landete das Disney-Märchen Cinderella mit $4,1 Mio und einem vorläufigen Gesamtergebnis von $161 Mio nach 22 Tagen. Nach einer Reihe von starken Rückgängen hat sich der Film endlich ein wenig berappelt. Nichtsdestotrotz wird es ein harter Kampf auf die $200-Mio-Linie zu. Zwar wird Cinderella es vermutlich knapp schaffen, doch an die US-Erfolge von Filmen wie Maleficent oder Die fantastische Welt von Oz kommt er trotzdem nicht heran. Das kann u. a. an dem Fehlen von 3D und des dadurch bedingten Ticket-Zuschlags liegen.

Abgerundet wurde die Top 5 am Freitag durch Die Bestimmung – Insurgent, der mit $4 Mio sein Gesamteinspiel auf $97,4 Mio nach 15 Tagen brachte. Das Sequel liegt damit knapp 7% hinter seinem Vorgänger im gleichen Zeitraum und dieser Rückstand wird in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden. Man kann realistisch von einem Endergebnis im Bereich von $130-135 Mio ausgehen. Angesichts der Tatsache, dass der Film den 3D-Bonus hatte, den sein Vorgänger nicht hatte, ist dieser Abfall im Einspiel ein leichte Enttäuschung und es deutet einiges darauf hin, dass der Abwärtstrend mit den nächsten Sequels weitergehen wird.