Quellen: MPAA, Universal Pictures

Die Erwartungs-Messlatte liegt bei Videospielverfilmungen nicht besonders hoch, und das aus gutem Grund. Das ist leider das Ergebnis von mehr als zwei Jahrzehnten von überwiegend gescheiterten Adaptionen. Doch sogar diese niedrigen Erwartungen konnte der Doom-Film von 2005 mit Karl Urban und Dwayne Johnson in einer seiner seltenen Schurkenrollen nicht erfüllen. Die Verfilmung des First-Person-Horror-Shooters ist vielleicht nicht die schlechteste Gameadaption aller Zeiten, tat aber auch nichts, um den Ruf solcher Verfilmungen zu verbessern. Sogar Johnson selbst gab einige Jahre später zu, dass der Film ein Paradebeispiel dafür sei, wenn man etwas versucht und scheitert, und als Warnung dienen sollte, hinsichtlich dessen, was man eben nicht machen sollte.

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Wie viele andere Videospieladaptionen, floppte Doom vor 14 Jahren an den Kinokassen und damit war’s das erst einmal. Doch letztes Jahr verspürte Universal die Lust, mit einem Reboot ins Doom-Universum zurückzukehren. Doom: Annihilation wurde wie aus dem Nichts angekündigt und vom Direct-to-DVD-Label Universal 1440 Entertainment direkt für den Heimkinomarkt produziert. Es ist die Tochterfirma, der wir bereits so tolle “Sequels” wie Jarhead 2 und Kindergarten Cop 2 zu verdanken haben. Regie bei Doom: Annihilation führte Tony Giglio, der zuvor S.W.A.T.: Under Siege inszenierte, den dritten Teil der S.W.A.T.-Reihe, von dem Ihr vermutlich nicht wusstet, dass er existiert. Immerhin war Giglio vor zwölf Jahren auch für den netten Horrorstreifen Timber Falls verantwortlich.

In Doom: Annihilation empfängt eine Gruppe von Space Marines einen Notruf von einem Marsmond und stellt vor Ort fest, dass die Basis von dämonischen Kreaturen besetzt wurde, die die Hölle auf Erden bringen wollen. Zeit also, die großen Wummen rauszuholen und sie zurück in die Hölle zu schicken.

Die Ankündigung einer Videospielverfilmung führt selten zur großen Zuversicht. Wenn sie zudem direkt fürs Heimkino produziert wird, mit unbekannten Darstellern besetzt ist und vom Regisseur von S.W.A.T. 3 (!) kommt, sollte man wirklich nicht allzu viel erwarten. Eben diese niedrigen Erwartungshaltung bestätigte auch der im März veröffentlichte Teaser-Trailer, dem “Direct-to-DVD” in jeder Aufnahme abzulesen ist. Schaut selbst:

Die negativen Reaktionen der Fans kamen schnell und sogar “Doom”-Spieleentwickler und -Publisher Bethesda distanzierte sich schnell von der Verfilmung. Immerhin kam das Echo bei den Verantwortlichen an. Ursprünglich war die Veröffentlichung für den 17. Mai geplant, jedoch wurde der Film bis Herbst verschoben, um mehr Zeit zu haben, an den Hölleneffekten zu arbeiten.

Wann der Film nach Deutschland kommen wird, steht noch nicht fest, jedoch scheint die Arbeit daran abgeschlossen zu sein. Von der MPAA, dem US-Pendant zur FSK, hat Doom: Annihilation sein R-Rating bekommen. Begründet wird es mit “durchgehend blutiger Gewalt und Kraftausdrücken”. Immerhin bekommen also Splatterfans was zu sehen, doch auch die FSK18-Freigabe konnte den letzten Film nicht retten.