Avengers Endgame Abspannszene

Robert Downey Jr. in Avengers: Endgame © 2019 Marvel Studios/Walt Disney Pictures

Quelle: Screenrant

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Nur noch $44 Mio trennen Avengers: Endgame davon, auf Platz 1 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten weltweit aufzusteigen. Da der Film bereits mehr als $2,7 Mrd umgesetzt hat, klingen $44 Mio nach Peanuts, doch aus eigener Kraft würde Endgame den Meilenstein nicht mehr erreichen. Als Endgame im April mit knapp $1,2 Mrd allein in den ersten fünf Tagen angelaufen ist, dachten viele, dass es ein leichtes Spiel werden würde, Avatar nach fast zehn Jahren vom Thron zu stoßen. Weit gefehlt: Endgame war zum Start zwar extrem erfolgreich, aber auch sehr frontlastig. Der Hype und die Angst vor Spoilern waren so groß, dass die Fans den Film möglichst schnell sehen wollten. Das bedeutete nach dem Riesenstart also auch deutliche Rückgänge. Langsam geht dem Film das Benzin aus, also muss Disney zu einer altbewährten Strategie greifen, um doch noch eine Chance auf den weltweiten Box-Office-Thron zu haben: einer Wiederaufführung.

Der Begriff klingt bei einem Film, der immer noch in unzähligen Kinos läuft, zunächst einmal seltsam. Doch es soll nicht einfach nur der gleiche Film in mehr Kinos zurückkehren, sondern eine etwas veränderte Version.

Als Marvel-Studios-Boss Kevin Feige das zunächst in einem Interview mit Comicbook fallen ließ, haben das viele als eine Langfassung des mit 181 Minuten Laufzeit bereits längsten MCU-Films verstanden. In einem kurz darauf erfolgten Interview mit Screenrant klärte Feige jedoch auf, dass dem Hauptfilm selbst nichts hinzugefügt werden wird. Die neuen Szenen sollen tatsächlich erst ganz am Ende, während und/oder nach dem Abspann, zu sehen sein: (aus dem Englischen)

Keine Langfassung, aber es wird eine Version in den Kinos geben, mit einem neuen Marketing-Push, die einige Dinge am Ende des Films enthalten wird. Wenn man bleibt und den Film schaut, nach dem Abspann wird es eine gelöschte Szene, eine kleine Hommage und einige Überraschungen geben. Das wird nächstes Wochenende sein.

Da habt Ihr es also: Avengers: Endgame wird das bekommen, das einige Zuschauer beim Film bislang vermissten – eine Abspannszene. Abgesehen vom Geräusch von Tony Stark, wie er sich seinen ersten Iron-Man-Anzug in der Höhe schmiedet, war Endgame der erste MCU-Film, der keine Szene nach dem Abspann hatte. Das fanden die Regisseure Joe und Anthony Russo bei einem Film, der eine ganze Ära abgeschlossen hat, passend, und ich muss ihnen auch zustimmen. Eine Szene, die den nächsten Film angeteasert hätte, hätte nicht so gut zu diesem Gefühl des Abgeschlossenen gepasst, das sich durch den ganzen Film zog. Später wurde in den USA der neue Trailer zu Spider-Man: Far From Home im Anschluss an den Endgame-Abspann gezeigt, da er auch große Endgame-Spoiler enthielt. Doch jetzt soll der Film so etwas wie echte Abspannszenen bekommen.

Wie Feige schon sagt, wird diese Fassung am 28. Juni in die Kinos kommen, wenige Tage vor dem Start von Spider-Man: Far From Home. Ob sie nur in Nordamerika zu sehen sein wird oder auch nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Es würde mich aber sehr überraschen, wenn Disney nicht die Gelegenheit nutzen würde, weltweit an den Kinokassen etwas mehr abzusahnen. Bei der Jagd nach Avatars Titel ist schließlich jeder Cent wichtig.

Bevor Ihr dem Film aber durch die Strategie unlauteren Wettbewerb vorwerft, denkt daran: Auch Avatar wurde 2010 mit einer Langfassung wiederaufgeführt und spielte zusätzliche $33 Mio weltweit ein. Der Unterschied war, dass der Film zu dem Zeitpunkt bereits der mit Abstand umsatzstärkste Streifen aller Zeiten war und diese Wiederaufführung nicht wirklich nötig hatte. Nichtsdestotrotz gab es sie und ihre Umsätze machen den Großteil der aktuellen Differenz zwischen dem Film und Avengers: Endgame aus.

Ich fand es zwar perfekt, dass Endgame keine Abspannszene hatte, doch natürlich bin ich als großer Fan des Films und des MCU gespannt, welche Überraschungen die neue Version bereithalten wird, und ob sich einige von diesen auf die Zukunft des MCU beziehen.