Ant-Man and the Wasp: Quantumania: VFX-Künstler räumen schlechtes CGI ein

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Ant Man and the Wasp Quantumania Effekte

Paul Rudd und Kathryn Newton in Ant-Man and the Wasp: Quantumania © 2022 Walt Disney Studios/Marvel Studios

Quelle: Vulture

Neun Wochen lang herrschte Disney mit James Camerons Avatar: The Way of Water weltweit an der Spitze der Kinocharts. Auch mit dem Wachwechsel vergangenes Wochenende bleibt Disney Spitzenreiter, diesmal mit der neusten Marvel-Produktion. Trotz eines enttäuschenden Starts in China, wo nach einer dreijährigen Sperre Marvel-Filme endlich wieder starten dürfen, spielte Ant-Man and the Wasp: Quantumania am ersten Wochenende rund $230 Mio weltweit ein und legte den besten Start der Reihe um MCUs kleinsten Helden hin.

Kommerziell ist der Auftakt zur wichtigen Phase Fünf also gelungen, die Kritiker- und Zuschauerreaktionen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Mit 48% bei RottenTomatoes liegt Quantumania nur haarscharf von Eternals (47%) als am zweitschlechtesten bewerteter MCU-Film. Auf der Plattform MetaCritic ist er mit nur 48/100 sogar eindeutig das Schlusslicht. Aber auch reguläre Zuschauer sind vom Ausflug ins Quantenreich und Kangs großem Auftritt wenig begeistert: Bei IMDb liegt Quantumania mit einer Durchschnittswertung von 6,5/10 hinter allen MCU-Filmen außer Eternals und Thor: Love and Thunder mit jeweils 6,3/10.

Einer der häufigsten Kritikpunkte der Kinogänger an dem Sequel sind ausgerechnet mittelmäßige Computereffekte, die im dritten Ant-Man-Film aufgrund seines Settings im Quantenreich sehr ausgiebig zum Einsatz kamen. Dass CGI-Overkill alleine die Zuschauer nicht so sehr stört, wenn er hochwertig ausgeführt ist, zeigt der Erfolg des neuen Avatar-Films. Dass die Effekte in einem Marvel-Film mit gigantischem $200-Mio-Budget unterdurchschnittlich sind, ist eigentlich ein Armutszeugnis und dennoch überraschenderweise keine Seltenheit im MCU. Nicht ohne Grund hat noch kein MCU-Film den Effekte-Oscar bis heute gewonnen und lediglich 13 der ersten 30 Filme wurden überhaupt in der Kategorie nominiert.

Jetzt meldeten sich mehrere VFX-Künstler, die an dem Film gearbeitet haben, anonym zu Wort und räumten ein, dass das CGI in dem Film tatsächlich zu wünschen übriglässt und dass es den verantwortlichen auch bekannt war. Als Grund für die schwachen Effekte nannten sie eine andere Marvel-Produktion, für die vom Studio entscheidende Ressourcen abgezogen wurden: Damit Black Panther: Wakanda Forever glänzen konnte, musste Ant-Man and the Wasp: Quantumania in der Post-Production unter Personal- und Geldmangel leiden. Beide befanden sich zur selben Zeit in der Nachbearbeitung und laut einem Effekte-Spezialisten gingen der Großteil des Geldes und all die besten Ressourcen an Wakanda Forever, während bei Quantumania Kompromisse gemacht und Abkürzungen genommen wurden, die es unmöglich gemacht haben, den Film entsprechend den hohen Standards rechtzeitig fertigzustellen. Immerhin hat sich der Einsatz bei Wakanda Forever gelohnt: Der Film ist aktuell für seine Effekte bei den Oscars nominiert.

Die VFX-Künstler bestätigten auch den in der Gaming-Industrie üblichen "Crunch", also die exzessive Anhäufung von Überstunden und monatelange 80-Stunden-Wochen, um unrealistische Deadlines zu erfüllen. Außerdem sollen die Filmemacher und das Studio viel kleinlich kritisiert haben und kurzfristig große Teile des Films abgeändert haben, ohne die notwendige Zeit für die VFX-Spezialisten einzuplanen, um die Veränderungen auch angemessen zu implementieren.

Weil der Kinostart unverrückbar war und VFX-Studios nicht in der Lage waren, den Film rechtzeitig fertigzustellen, wurde laut den VFX-Artists etliche effektreiche Actionszenen im Film einfach gekürzt um Geld oder Zeit zu sparen. Einer der interviewten Leute sagte dazu: (aus dem Englischen)

Sie pressen Blut aus Steinen. Und uns ist das Blut ausgegangen.

Doch waren die Arbeitsbedingungen bei Marvel schlimmer als an anderen großen Produktionen? Scheinbar nicht, denn ein anderer VFX Artist meinte dazu, dass seien Erfahrung bei Quantumania vergleichbar war mit der Arbeit an den meisten heutigen Blockbustern und war nicht besonders schlecht oder schwierig. Vielmehr sind die allgemeinen Arbeitsbedingungen in der Industrie spätestens seit Corona schlecht – unbezahlte Überstunden und unrealistische Deadlines. Die Pandemie sorgte für einen Rückstau an Projekten, die VFX-Häuser in kurzer Zeit abarbeiten mussten.

Tja, nicht jeder kann es sich wie James Cameron leisten, fünf Jahre für die Fertigstellung seines Films zu nehmen, damit er makellos aussieht.

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