American Werewolf Reboot

© Universal Pictures

Quelle: Variety

Vor etwa drei Jahren wurde angekündigt, dass Max Landis ("Dirk Gentlys holistische Detektei") das Remake des Horrorfilmklassikers American Werewolf in London aus dem Jahr 1981 schreiben und inszenieren würde. Sein eigener Vater, John Landis, drehte  den Originalfilm, der unter Genrefans gemeinhin als einer der besten Werwolffilme aller Zeiten gilt – nicht zuletzt dank Rick Bakers oscarprämierten, äußert realistischen Verwandlungseffekten, die auch in fast 40 Jahren danach nicht getoppt werden konnten.

Natürlich stößt die Bekanntgabe eines solchen Remakes unter vielen Cineasten auf ablehnende Reaktionen. Es handelt sich hierbei schließlich um den heiligen Gral des Werwolf-Genres und bereits die unnötige Fortsetzung American Werwewolf in Paris hat gezeigt, wie schlecht man es machen kann. Sogar Landis eigener Vater hielt wenig von der Remake-Idee und riet seinem Sohn davon ab. Landis Junior versuchte die negativen Reaktionen abzumildern, indem er für seinen Film eine Mischung aus CGI und handgemachten Effekten versprochen hat.

Max Landis ist inzwischen nach mehreren schwerwiegenden Vorwürfen sexueller Übergriffe, Belästigung und emotionalen Missbrauchs weg vom Fenster in Hollywood, und damit ist auch seine Beteiligung am Remake gestorben. Das bedeutet aber nicht, dass Universal die Idee einer Neuinterpretation ad acta gelegt hat. Ein neuer Artikel des Branchenblatts Variety, das eigentlich primär von Dexter Fletchers (Rocketman) geplantem Film über Draculas Handlanger Renfield handelt, erwähnt fast beiläufig, dass Universal "The Walking Dead"-Comicautor und Serienproduzenten Robert Kirkman für eine Reihe von Horrorstoffen zu begeistern versucht, darunter auch das Reboot von American Werewolf. Ob dieses Projekt konkret auf Kirkmans Agenda steht, spezifiziert der Bericht jedoch nicht. Die größte neu gewonnene Erkenntnis ist, dass das Studio weiterhin aktiv an dem Reboot arbeitet. Von Kirkman stammt auch die Idee zu Fletchers Renfield-Film, dessen Drehbuch jedoch von Ryan Ridley ("Rick and Morty") geschrieben wurde.

Ich bleibe weiterhin etwas skeptisch. American Werewolf ist ein für sein Subgenre nahezu vollkommener Film, der auch wirklich gut gealtert ist. Ich befürworte auf jeden Fall neue, hochwertige Werwolffilme (diese ziehen neben den Vampiren und den Zombies im Kino echt den Kürzeren), aber muss unbedingt ein Klassiker dafür herhalten? Kultregisseur Edgar Wright (Shaun of the Dead) sah es jedenfalls ähnlich und lehnte die Regie des Remakes ab.