Box-Office Deutschland: Fack Ju Göhte 2 bleibt gigantisch

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Box Office Deutschland Fack Ju Göhte 2 zweites Wochenende

Quelle: Insidekino

Fack Ju Göhte 2 sorgte weiterhin für Leben in den deutschen Kinocharts und bekam letztes Wochenende auch Unterstützung von zwei solide gestarteten Newcomern. Mit über 1,9 Millionen Kinogängern von Donnerstag bis Sonntag steigerte sich die Top 10 der deutschen Kinocharts um gewaltige 94% gegenüber dem vergleichbaren Wochenende im letzten Jahr. Gegenüber dem vorherigen Wochenende ging es um 21% hinab, da natürlich auch die Neueinsteiger den Riesenstart des deutschen Sequels nicht ausgleichen konnten.

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Nach dem gigantischen Startwochenende von Fack Ju Göhte 2 hofften einige Gegner des Films sicherlich auf einen gigantischen Absturz am zweiten Wochenende, doch es kam ganz anders. Zwar konnte er selbstverständlich nicht, wie sein Vorgänger, in Woche 2 noch zulegen, aber der Verlust von nur 33% gegenüber dem Start ist extrem bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Film keinerlei Unterstützung durch Ferien oder Feiertage hatte. Mit etwa 1,416,000 Besuchern am zweiten Wochenende gelang Fack Ju Göhte 2 nicht nur das beste zweite Wochenendergebnis eines deutschen Films (deutlich vor dem bisherigen Spitzenreiter (T)Raumschiff Surprise), sondern auch das achtbeste zweite Wochenende aller Zeiten in Deutschland. Alle sieben Filme, die auf der Liste der besten zweiten Wochenenden noch vor Fack Ju Göhte 2 stehen, haben Der Herr der Ringe, Harry Potter oder Ice Age als Teil ihrer Titel, womit die deutsche Comedy-Fortsetzung sich in wirklich starker Gesellschaft befindet. Hut ab!

Nach 11 Tagen steht der Film bereits bei etwa 4,13 Millionen Zuschauern und belegt damit schon den vierten Platz der Jahres-Charts 2015, vor Jurassic World und knapp hinter Fast & Furious 7. Noch vor dem nächsten Wochenende sollte er auf Rang 2 vordringen. Sein Vorgänger hat im gleichen Zeitraum nur etwa halb so viele Zuschauer gehabt. Natürlich wird Fack Ju Göhte 2 nicht so viel Ausdauer haben, wie Teil 2, was einfach in der Natur von Sequels liegt, doch der Vorsprung ist bereits so groß, dass er gute Chancen hat, die Gesamtbesucherzahl des ersten Films (7,38 Millionen) zu toppen. Er hat jetzt schon mehr als 55% von dessen finalem Ergebnis erreicht. (T)Raumschiff Surprise: Periode I ist der einzige deutsche Film, der im gleichen Zeitraum noch mehr Besucher verbuchen konnte (4,62 Millionen). Allerdings profitierte Bullys Film auch stark von den Sommerferien, während Fack Ju Göhte 2 die Herbstferien noch vor sich hat, was dem Film einen späteren Push verschaffen sollte. Es gilt zu betonen, dass kein Film, der eins der zehn besten zweiten Wochenenden aller Zeiten in Deutschland schaffen konnte, die 8-Millionen-Besuchermarke verfehlte. Sogar der schwächste davon (Ice Age 3) erreichte am Ende 8,7 Millionen und so nimmt auch Fack Ju Göhte 2 Kurs auf mindestens 8 Millionen Zuschauer. Es ist noch zu früh, um genau einzugrenzen, wo er denn letztendlich landen wird, doch die große Frage ist, ob er die 9,166,000 Besucher von (T)Raumschiff Surprise toppen und zum zweiterfolgreichsten deutschen Film seit 1968 aufsteigen kann. Sollte er das schaffen, wäre er auch einer der 20 erfolgreichsten Filme überhaupt in Deutschland seit 1968 und der besucherstärkste Film seit Avatar vor sechs Jahren.

Natürlich liefen alle anderen Filme in den deutschen Kinos im Schatten der Lehrerkomödie, doch dem 3D-Katastrophendrama Everest gelang dennoch ein respektabler Start auf Rang 2 mit 199,000 Besuchern von 475 Kinos und einem Schnitt von 420 Zuschauern pro Location. Einschließlich Previews hat der starbesetzte Film bis Sonntag 234,000 Besucher erreicht. Natürlich wird der Film nicht an die Zahlen von Vertical Limit (1,3 Millionen Besucher) aus dem Jahr 2001 herankommen, aber das war auch eine andere Box-Office-Ära. Everest sollte gute Mundpropaganda haben und könnte am Ende bis zu 750,000 Besucher erreichen.

Platz 3 belegte das Horror-Sequel Sinister 2 mit 91,000 Besuchern (inkl. Sneaks und Previews) von243 Kinos. Am regulären Wochenende waren es immerhin 74,000 Zuschauer, womit er einen ordentlichen Schnitt von 306 Besuchern pro Kino hatte. Der Start sieht vielleicht nicht nach viel aus, doch für einen Horrorfilm in Deutschland ist er nicht schlecht und dazu noch deutlich besser als der wesentlich kleiner gestartete Vorgänger, der mit 27,000 Zuschauern von etwa 94 Kinos aus den Startlöchern kam. Der erste Film hielt sich sehr gut und erreichte am Ende knapp 125,000 Zuschauer. Das wird Sinister 2 bereits kommendes Wochenende überholen. Horror-Konkurrenz von The Visit und Crimson Peak wird ihm in den kommenden Wochen allerdings die Zuschauer rauben, sodass Sinister 2 nicht mehr als 250,000 Besucher am Ende haben sollte.

Platz 4 der Wochenend-Charts ging an das Animations-Spin-Off Minions, das einfach nicht verschwinden will. In seiner 12. Woche fiel er um 2% auf 64,000 Zuschauer und steht nun bei 6,675,000 Besuchern. Weniger als €100,000 trennen den Film übrigens davon, zum umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten in Deutschland zu werden. Nach Besuchern winkt ihm immerhin Platz 5 unter computeranimierten Filmen. Angesichts des enormen Durchhaltevermögens fange ich langsam an zu glauben, dass Minions auf lange Sicht sogar 7 Millionen Besucher in Deutschland erreichen könnte, wenn Alles steht Kopf und Hotel Transsilvanien 2 ihn nicht komplett vernichten.

Gut ging es am Wochenende auch dem deutschen Animationsfilm Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen, der um 7% zulegte und mit 31,000 Zuschauern die Top 5 abrundete. Insgesamt steht er jetzt bei 259,000 Besuchern. Mit den Herbstferien im Rücken sollte er sogar 400,000 erreichen und damit gar nicht weit hinter dem ersten Film landen.

Straight Outta Compton verließ an seinem vierten Wochenende mit etwa 29,000 Besuchern (-43%) die Top 5, knackte aber bereits eine halbe Million Zuschauer, was für einen überlangen Hip-Hop-Film in Deutschland wirklich ansehnlich ist. Am Ende winken ihm etwa 600,000 Zuschauer.

Wolfgang Beckers Ich und Kaminski, der erste Film des Regisseurs seit seinem Überflieger Good Bye, Lenin!, eroberte auf Anhieb den ersten Platz der deutschen Arthouse-Charts und stieg mit 28,000 Besuchern von 106 Kinos auf Platz 7 in die regulären Charts ein. Bis Sonntag waren es dank Sneaks und Previews insgesamt 34,000 Zuschauer. Hier ist Langlebigkeit in den Programmkinos zu erwarten und eine Gesamtbesucherzahl von 200,000 oder mehr.