Influencer, die ein bestimmtes Bild von sich in den Medien kultivieren und von Massen bewundert werden, existierten auch schon vor dem Aufkommen des Internets, doch erst im 21. Jahrhundert wurde der Begriff durch die Verbreitung der sozialen Medien popularisiert. Gerade viele junge Menschen werden von der Aussicht, als Influencer Geld und Ruhm zu erlangen, verlockt. Letztlich ist es natürlich wie im Profisport: Einige wenige verdienen als Influencer großes Geld, viele dümpeln jedoch vor sich hin und kämpfen mit Provokation und Clickbaiting um jeden Follower. Erfolgreiche Influencer werden von vielen bewundert, aber auch beneidet und verachtet, weil es ja "kein richtiger Job" sei. Wie auch immer die Einstellung zu Influencern ist, sie sind heutzutage omnipräsent und lassen kaum jemanden kalt.
Und so ist es kaum überraschend, dass in den letzten fünf Jahren zahlreiche satirische Filme über Influencer produziert wurden, die einen kritischen Blick hinter den Schein und Glanz werfen. Einer dieser Filme, Triangle of Sadness, gewann sogar die Goldene Palme in Cannes und wurde als bester Film bei den Oscars nominiert. Viele der cineastischen Abrechnungen mit Influencern fallen jedoch ins Horrorgenre, von Sissy über Deadstream bis hin zu Netflix' #AMFAD: All My Friends Are Dead.
Kurtis David Harders Horrorthriller Influencer aus dem Jahr 2022 packte seine Thematik gleich in den Filmtitel. Emily Tennant spielte darin die Reise-Influencerin Madison, die sich in Thailand mit der geheimnisvollen CW (Cassandra Naud) anfreundet. CW entpuppt sich jedoch als Psychopathin, setzt Madison auf einer einsamen Insel aus, stiehlt ihre Identität, zerstört ihre Karriere, ermordet ihren Freund und schiebt Madison die Tat in die Schuhe. Am Ende kann Madison zwar von der Insel fliehen, ihr Leben ist jedoch ruiniert.
Genrefans waren vom Film und insbesondere von Nauds Performance begeistert, sodass Harder CW drei Jahre später im ambitionierten Sequel Influencers zurückbrachte, das sich zum ersten Film verhielt wie Aliens zu Alien. Das bedeutete mehr Morde, mehr Intrigen und natürlich mehr unsympathische Influencer. Zu Beginn des Films führt CW ein Traumleben mit ihrer Freundin Diane, doch es dauert natürlich nicht lange, bis ihre Vergangenheit sie einholt und ihre dunklen Triebe wieder die Oberhand gewinnen. Derweil sinnt Madison, die aus Mangel an Beweisen nicht angeklagt wurde, auf Rache und spürt CW auf. Naud und Tennant kehren in ihren Rollen aus dem ersten Film zurück, neu im Cast ist Horror-Queen Georgina Campbell (Barbarian, Cold Storage).
Die Reaktionen auf Influencers waren noch begeisterter als auf den ersten Film. Auf dem Aggregationsportal Rotten Tomatoes verzeichnet er beachtliche 96 % positive Kritiken. PLAION Pictures veröffentlichte das Sequel unter dem Titel Influencer 2 im Januar in Deutschland und am 29. Mai wird es bei Amazon Prime Video im Stream erscheinen. Der erste Film ist bereits bei Prime zu sehen. Allen, die an einer cleveren Gen-Z-Version von Der talentierte Mr. Ripley interessiert sind, kann ich beide Filme empfehlen.
Hier ist der deutsche Trailer zu Influencer 2:
Quelle: Amazon Prime Video Deutschland














