Die "Mortal Kombat"-Videospielreihe ist nicht gerade für zimperliche Zeitgenossen geeignet. Die blutigen Kämpfe und die ultrabrutalen, kreativen Fatalitys sind das hervorstechendste Merkmal der "Mortal Kombat"-Spiele. Nicht umsonst waren mehrere Teile der Reihe hierzulande jahrelang indiziert oder gar beschlagnahmt. Kein Hauptspiel der Reihe ist mit einer niedrigeren Altersfreigabe als USK 18 erschienen und diese war in der Regel auch wohlverdient. Insbesondere in den neueren Teilen wie "Mortal Kombat X" und "Mortal Kombat 11" wurden die Splatterelemente dank moderner Grafik besonders ausgekostet. Schließlich wollen die Fans genau das sehen und mit mehr als 100 Millionen verkauften Kopien und einem Umsatz von mehr als fünf Milliarden US-Dollar ist "Mortal Kombat" die mit Abstand erfolgreichste Kampfspielreihe aller Zeiten
Die ersten beiden "Mortal Kombat"-Verfilmungen aus den Neunzigern wurden mit einer PG-13-Freigabe in den USA produziert, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen, verärgerten aber viele Fans, in deren Augen der berüchtigte Gewaltgrad der Spiele ein essentielles Element ist. In Deutschland ist der erste Film mit einer FSK 16 und der zweite sogar mit einer FSK 18 erschienen, wobei beide nach heutigen Maßstäben sehr harmlos erscheinen. Als das Franchise 2021 rebootet wurde, wollten die Macher es besser machen. Reichlich (computeranimiertes) Blut spritzte durch die Gegend und es gab Fatalitys, wie man sie aus den Spielen kennt. Ein R-Rating in den USA und eine (diesmal gerechtfertigte) FSK-18-Freigabe waren die Folge.
Ganz zufrieden waren die Fans mit dem neuen Film jedoch auch nicht, denn es fehlte darin das eigentliche titelgebende Turnier. Als Mortal Kombat II angekündigt wurde, versprachen Regisseur Simon McQuoid und der neue Drehbuchautor Jeremy Slater, das Feedback der Fans zum ersten Film zu berücksichtigen. Nicht nur wurde mit Karl Urban als Johnny Cage einer der beliebtesten Charaktere aus den Spielen perfekt besetzt, diesmal soll der Film seinem Titel auch gerecht werden. Die ersten Trailer sahen sehr vielversprechend aus – nicht zuletzt, weil der langweilige Hauptcharakter des ersten Films Joe Cole zu einer Randfigur degradiert wurde. Doch jetzt sind viele Fans plötzlich verunsichert und der Grund dafür ist die überraschende Altersfreigabe für den Film: Mortal Kombat II ist jugendfrei! Das Sequel wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben und dafür waren auch keine Kürzungen notwendig, wie meine Nachfrage bei einer Pressevertreterin des Verleihs ergab.
Die milde Einstufung muss jedoch nicht zwingend heißen, dass Mortal Kombat II weichgespült wurde oder auf vorlagengetreue Fatalitys verzichtet. Sie kann schlichtweg bedeuten, dass sich die Zeiten geändert haben und ein anderer Wind in der FSK weht. Vor 20 Jahren wäre es noch undenkbar, dass Filme wie Terrifier 2 und Terrifier 3 ungekürzt in den deutschen Kinos laufen würden. Die kürzliche Freigaben-Herabstufung von Lee Cronin’s The Mummy zeigt, wie weit FSK-16-Filme heutzutage gehen dürfen. Daher bin ich mir sicher, dass in Mortal Kombat II weiterhin mit harten Bandagen gekämpft wird und der Blutdurst der Fans gestillt werden wird. Es kann natürlich auch sein, dass ich den Film bereits gesehen habe und weiß, wovon ich spreche, aber das wird an dieser Stelle weder bestätigt noch dementiert.
Hier noch der neueste deutsche Trailer zum Film:
Quelle: FSK














