Planes (2013)

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Planes (2013) Filmkritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

Planes, USA 2013 • 106 Min • Regie: Klay Hall • Mit Oiginalstimmen von: Dane Cook, Stacy Keach, Brad Garrett, Teri Hatcher, Julia Louis-Dreyfus, Val Kilmer • FSK: ohne Altersbeschränkung • Kinostart: 29.08.2013Deutsche Website

Handlung

Dusty Crophopper (Dane Cook) hat das eintönige Leben als Sprühflugzeug satt und möchte viel lieber ein Rennflugzeug sein, um bei der weltberühmten „Wings around the globe“-Rallye mitzumachen. Unterstützung bei der Umsetzung seines Traums erhält er von seinen guten Freunden, dem Tanklastwagen Chug (Brad Garrett) und Gabelstaplerin Dottie (Teri Hatcher), sowie Kriegsveteran Skipper Riley (Stacy Keach), einem alten Marineflieger und  Ausbilder der unglaublichen „Luftpiraten“. Nachdem Dusty trotz seiner Höhenangst überraschenderweise die Qualifikation für die Rallye gelingt, macht er sich auf eine große Reise um die ganze Welt und entdeckt dabei fremde Kulturen, neue Freunde und erschütternde Geständnisse.

Kritik

Es sollte eigentlich schon für sich sprechen, wenn man erwähnt, dass „Planes“ eigentlich als reine DVD-Produktion gedacht war. Doch durch den immensen Beliebtheitsgrad des „Cars“-Franchises haben sich die Macher wohl gedacht, dass man durch einen weltweiten Kinostart noch etwas mehr einnehmen kann. Leider ist dadurch nun ein Film auf den großen Leinwänden zu sehen, der in vielerlei Hinsicht unausgereift ist.

Die grobe Geschichte von „Planes“ ist schnell umschrieben. Was bei Filmen mit menschlichen Darstellern als „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Märchen beschrieben werden kann, wird nun zur „Vom Sprühflugzeug zum Düsenflieger“-Fabel. Den ganzen Film über ist man sich bewusst, dass es ein positives Ende geben wird und sich mehr oder weniger alle lieb haben.

Wie bei den meisten Animationsfilmen sind die Charaktere sehr vielseitig – lässt man mal außer Acht, dass es sich lediglich um Flugzeuge und Autos handelt – jedoch auch extrem klischeebehaftet.

Planes (2013) Filmbild 1Bei der „Wings around the globe“-Rallye trifft Protagonist Dusty auf die besten Flugzeuge verschiedenster Nationen, die natürlich alle Eigenheiten verkörpern, die man mit den entsprechenden Ländern verbindet. Das mexikanische Flugzeug „El Chupacabra“ ist temperamentvoll und liebestoll, „Bulldog“ ist als Brite ein wenig hochnäsig und redet sehr geschwollen und „Heidi“ ist als ehemaliges deutsches Postflugzeug relativ kühl und distanziert. Beim alten Marineflugzeug und Dustys Mentor Skipper Riley hat man sich für eine tragische Hintergrundgeschichte entschieden, die in den sonst so fröhlichen Film überhaupt nicht passen will. Es ist fragwürdig, ob ein Film, der sich ganz klar an ein junges Publikum richtet, eine doch schon recht heftige Kriegsthematik mit Explosionen und Verlust von Kameraden publizieren sollte.

Die wichtigsten Figuren sind alle richtigen Flugzeugmodellen nachempfunden und weisen bestimmte technische Details auf, die einem Experten sofort ins Auge fallen. Wahrscheinlich werden aber genau die Leute, denen solche Feinheiten auffallen, nicht die größten Fans eines solchen Films werden.

Planes (2013) Filmbild 2Die Animationen und Kulissen sind zwar alle ganz nett gemacht, hauen aber niemanden aus dem Hocker. Das Problem dabei ist einfach die Tatsache, dass Planes „hoch über der Welt von Cars“ spielt, wie es direkt zu Beginn auch nochmal erwähnt wird. In der Luft gibt es nun mal nicht sonderlich viel zu sehen außer Wolken, Himmel und anderen Flugzeugen. Das haben die Macher vermutlich auch erkannt und haben einen Großteil der Rennabschnitte in Bodennähe angesiedelt und diesen Umstand in den meisten Fällen einfach durch Dustys Höhenangst erklärt. Jedoch sind die Szenerien am Boden nur wenig abwechslungsreich und bieten nicht viele Highlights. Beim Schnitt ist anscheinend auch kein Meister am Werk gewesen, denn viele der Szenen gehen sehr ruckhaft ineinander über. Besonders in den dramatischeren Abschnitten des Films stört dies das Sehvergnügen ungemein und unterbricht den vor sich hin trabenden Rhythmus.

Ein paar nette Gags gibt es dann allerdings doch in „Planes“ zu sehen. Seien es die auf das Cars-Universum umgemünzten Sehenswürdigkeiten wie das Taj Mahal oder die Freiheitsstatue, die heiligen Traktoren (als Rind-Ersatz) in Indien oder neuartige Erfindungen wie das SkyPad und Flewtube als Online-Videoportal. Der leicht schizophrene Franz Fliegenhosen, der sowohl Auto als auch Flugzeug sein kann, ist ebenfalls ein netter Einfall. Bei all diesen Sachen kann man ein wenig schmunzeln, doch sie bleiben schlicht und ergreifend eben nur „nett“.

Fazit

Für Kinder, die schon Fans des „Cars“-Franchises sind, wird „Planes“ ein nettes Kino-Erlebnis sein. Für alle anderen, also größtenteils die Erwachsenen, ist Planes kein Film, den man sich auf der großen Leinwand ansehen muss. Auf DVD wäre die Geschichte viel besser aufgehoben, also wartet man lieber, bis „Planes“ seine Zeit im Kino abgesessen hat. Dann kann man sich die wenigen lustigen Momente ganz gemütlich von Zuhause aus ansehen.

Trailer