Edward James Olmos in „Marvel’s Agets of S.H.I.E.L.D.“ © ABC

Quelle: TVLine

Fragt man nach einer Serie über „harte Kerle“ aus den letzten Jahren, kommt den meisten Kurt Sutters „Sons of Anarchy“ in den Sinn. Vor über zwei Jahren endete schon die Serie, in der Sutter die Geschichte von Shakespeares „Hamlet“ in die kompromisslose Welt von kalifornischen Biker-Gangs verlegte, und dabei nicht viele Überlebende zurückließ. Dennoch fand Sutter einen Weg, wie er wieder in die Biker-Welt eintauchen und direkt an die Originalserie anknüpfen könnte. Im Spin-Off „Mayans MC“ steht die titelgebende Latino-Motorradgang im Fokus, die Jax Teller und SAMCRO in „Sons of Anarchy“ einige Male in die Quere kam.

Obwohl „Sons of Anarchy“ die quotenstärkste Serie in der Geschichte ihres Senders FX war, ließ man beim Ableger dennoch Vorsicht walten und bestellte vorerst nur den Piloten, anhand dessen sich künftig entscheiden wird, ob die Serie selbst auch grünes Licht erhalten wird. Ich gehe allerdings schwer davon aus, dass FX auf die riesige Fangemeinde der „Sons“ nicht verzichten wollen wird.

Die neue Serie wird nach dem Ende von „Sons of Anarchy“ (und damit nach dem Ableben von Jax Teller und dem Großteils des Original-Casts) spielen. Der noch unbesetzte Hauptcharakter EZ Reyes, ein Mitglied des Mayans-Chapters nahe der Grenze zwischen Mexiko und Kalifornien, muss sein Verlangen nach Vergeltung gegen das Kartell und seinen Wunsch nach Respekt von den Frauen, die er liebt, balancieren.

Einen Hauptdarsteller der neuen Serie wurde jedoch nun bekanntgegeben. „Battlestar Galactica“-Veteran Edward James Olmos wird den Familien-Patriarchen Felipe Reyes spielen, der sich nach jahrelanger harter Arbeit und Schusswunden bemüht, die Vergangenheit ruhen zu lassen und seine Söhne auf den rechten Pfad zu führen (ich vermute, dass dies nicht ganz gelingen wird). Wie schon Ron Perlman hat auch Olmos eine unbestreitbare Präsenz, wenn er einen Raum betritt, und wird mit seiner Ausstrahlung der neuen Serie mit Sicherheit Gravitas verleihen.

Offen ist noch, ob Emilie Rivero, der in „Sons“ den Anführer des Oakland Chapters der Mayans Marcus Alvarez spielte und zu den wenigen Charakteren gehörte, die das Blutbad der Serie bis zum Ende überlebt haben, in „Mayans MC“ zurückkehren wird, doch ich kann es mir nicht anders vorstellen. Viele Gelegenheiten für Cameos aus der Originalserie wird „Mayans MC“ aufgrund von deren verschwenderischem Umgang mit Menschenleben nämlich nicht haben.

Kurt Sutter hat persönlich den Newcomer Elgin James als Autor und Showrunner der neuen Serie ausgesucht. Obwohl er in der Film- und Serienwelt noch auf keine lange Karriere zurückblickt, bringt er Erfahrung mit sich, die man sich nicht anlernen kann. In seinen jungen Jahren kam er mit Gang-Gewalt in Kontakt und war auch lange Zeit Mitglied der antifaschistischen Straßengang „Friends Stand United“. Ein Großteil von deren Mitgliedern hat sich später der Motorradgang „Outlaws“ angeschlossen. Nach einer brutalen Schlägerei musste er 2011 für ein Jahr in dem Knast. Er weiß ganz genau, in welcher Welt sich „Mayans MC“ bewegt.