Quelle: The Hollywood Reporter

Die Regel für Fortsetzungen in Hollywood ist einfach: ist ein Film erfolgreich, kommt ein Sequel, sofern es irgendwie Sinn macht (weshalb wir Titanic 2 noch nicht gesehen haben). Ein Genre, in dem dieses Schema bislang allerdings fast nie befolgt wurde, ist der Katastrophenfilm. Armageddon 2, Dante’s Peak 2, Deeper Impact, The Day After The Day After Tomorrow und 2013 sind uns erspart geblieben. Es ergibt durchaus Sinn, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass die gleichen Charaktere eine weitere gigantische und potenziell weltbedrohende Katastrophe erleben. Bringt man aber einfach neue Figuren in ein ähnliches Szenario, dann ist das auch irgendwie witzlos.

All diese Bedenken halten die Macher des letztjährigen Hits San Andreas jedoch nicht davon ab, ein Sequel zu produzieren und damit auf den bisherigen Trend, Katastrophenfilme nicht als Franchise-Sprungbretter zu nutzen, zu pfeifen. Der große weltweite Erfolg des Originalfilms, der mehr als $470 Mio einspielte, war doch zu verlockend. In gewisser Hinsicht war San Andreas ein Revival der Katastrophenfilme der Marke Roland Emmerich und auch wenn er nicht ganz die Erfolge von The Day After Tomorrow oder 2012 erreichte, war der Film bei einem Budget von $110 Mio einer der erfolgreichsten Filme in Dwayne „The Rock“ Johnsons Karriere. Tatsächlich war es mit Abstand der erfolgreichste Film mit Johnson außerhalb der Fast-&-Furious-Reihe, in der er neben Vin Diesel eher die zweite Geige spielt. Lange hat Johnson nach einem Kinohit gesucht, in dem er in der alleinigen Hauptrolle glänzen konnte. Wo Hercules versagte, hatte San Andreas Erfolg und so ist ein neues Franchise für den fleißigsten Schauspieler Hollywoods geboren, der allein dieses Jahr drei Filme und eine neue Staffel seiner HBO-Serie „Ballers“ dreht.

Nachdem im ersten Film ein gigantisches Erdbeben Kalifornien dem Erdboden gleichmachte, nimmt die Katastrophe in San Andreas 2 globale Ausmaße an. Dwayne Johnson wird es als Pilot eines Rettungshelikopters mit dem Pazifischen Feuerring zu tun haben, einer 25000 Meilen langen Kette aus mehr als 450 Vulkanen, die den Pazifik von drei Seiten umgibt und für 22 der 25 größten Vulkaneruptionen der letzten 11700 Jahre verantwortlich ist. Etwa 90% aller weltweiten Erdbeben finden entlang des Pazifischen Feuerrings statt. Passenderweise verläuft ein Teil dieses Rings auch entlang der US-amerikanischen Westküste, dem Setting des ersten Films.

Neben Johnson werden im Sequel auch Carla Gugino als seine Frau und Alexandra Daddario als seine Tochter zurückkehren, die bestimmt wieder aus brenzligen Situationen gerettet werden müssen. Auch Paul Giamatti wird als Seismologe Dr. Lawrence Hayes wieder dabei sein. Regie übernimmt wieder Brad Peyton, der Johnson aber erst einmal in der Spieladaption Rampage in Szene setzen wird. Fürs Drehbuch wurden diesmal Neil Widener und Gavin James verpflichtet, die sich nun Szenen einfallen lassen können, in denen man Dwayne Johnsons Muskeln oder Alexandra Daddario im Bikini am besten zur Geltung bringt, wie schon im ersten Film. Hoffentlich wird die Fortsetzung mehr Spaß machen als der Originalfilm, der trotz starker Effekte auf Dauer ermüdend denn aufregend wirkte.