Quellen: JoBlo, The Reel Word, This Is Infamous

Am 12. Januar 2017 soll die neuste Inkarnation von Jason Voorhees in Freitag der 13. in unsere Kinos kommen. Man braucht keine Kristallkugel, um vorauszusagen, dass der Film mit allerhöchster Wahrscheinlich schon wieder verschoben werden wird. Mit nur noch sieben Monaten bis zum angesetzten Kinostart liegt noch nicht einmal die finale Drehbuchfassung vor. Es wäre ja auch nicht die erste Verschiebung des Horrorfilms, denn schließlich sollte der neue Freitag der 13. erst im März 2015, dann im Mai 2016 und später im November 2016 in die Kinos kommen. Allerdings läuft Paramount Pictures langsam die Zeit davon, denn das Studio bekam die Rechte am Franchise von Warner Bros. für fünf Jahre und dieser Zeitraum läuft 2018 aus.

Kann es denn so schwierig sein, einen Film über Jason auf die Beine zu stellen, der den Fans gefallen würde? Die Antwort scheint ja zu sein, auch wenn es schwer vorzustellen ist, denn das Franchise zeichnete sich nie durch komplexe Geschichten oder viel Tiefe aus. Von den vier großen Horror-Franchises der Siebziger/Achtziger (neben Texas Chainsaw Massacre, Nightmare on Elm Street und Halloween) war Freitag der 13. eigentlich schon immer die mit dem geringsten Anspruch und legte vor allem Wert auf brutale Kills und nackte Haut. Das entspricht aber offenbar nicht den Ambitionen von Platinum Dunes, die den neuen Film für Paramount produzieren. Im Rahmen der Pressetour zu Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows gab Filmproduzent Brad Fuller einige Updates zum Status von Freitag der 13. und diese werden so einige Jason-Fans die Köpfe ungläubig schütteln lassen.

Das betrifft vor allem die Ankündigung, dass Jasons Hintergrundgeschichte, seine „Origin-Story“, um es im modernen Filmjargon auszudrücken, im kommenden Film aufpoliert und ausgearbeitet werden wird: (aus dem Englischen)

Aaron Guzikowskis Geschichte hat tolle Charaktere… Man muss Jason Voorhees irgendwie verstehen, also gehen wir zurück, fangen von vorne an und arbeiten uns vor. Es wird seine Hintergrundgeschichte sein, aber so wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Natürlich wird Pamela dabei sein, aber es wird anders sein als das, was man schon kennt.

Ich glaube, wer Jason Voorhees tatsächlich nicht verstanden hat, ist Fuller selbst, denn gerade Jasons Präsenz als Naturgewalt ohne eine sehr tiefgreifende Erklärung, wie er zur untoten Tötungsmaschine geworden ist, macht seine Faszination aus. Nachdem Rob Zombie in seinem Halloween Michael Myers bereits demystifiziert hat, hat man bei Platinum Dunes offenbar ähnliche Pläne für Jason und das geht mir irgendwie einfach nicht in den Kopf, insbesondere wenn man die Reaktion vieler Halloween-Fans auf Zombies Umgang mit Michael bedenkt. Warum würde man den selben Fehler noch einmal machen wollen?

Dass Jasons Mutter Pamela (Betsy Palmer im Originalfilm von 1980) im neuen Film einen Auftritt haben würde, wurde schon lange gemunkelt und wurde hiermit offenbar bestätigt. Ein neueres Gerücht spricht jedoch davon, dass auch Jasons Vater Elias, der möglicherweise für seine übernatürlichen Kräfte verantwortlich sein soll, in dem Film auftreten könnte. Elias‘ Auftritt war im Freitag-Franchise bereits in mehreren Filmen geplant, darunter in Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung und in Freddy vs. Jason, kam jedoch nie zustande. Fuller gibt zu, dass Elias tatsächlich im Gespräch sei für den Film, er sich aber noch nicht sicher sei, dass er in der Endfassung noch dabei sein würde. Auch wenn für manch einen Freitag-der-13.-Fan der Auftritt von Jasons Vater (insbesondere nachdem es früher nie geklappt hat) von Interesse sein könnte, halte ich es für überflüssig, ebenso wie das Aufrollen von Jasons Familiengeschichte im Allgemeinen.

Aaron Guzikowski, der Drehbuchautor hinter Prisoners, schrieb den aktuellen Drehbuchentwurf zum Film, der laut Fuller vor einigen Wochen eingereicht wurde, woraufhin Guzikowski vom Studio einige Notizen erhielt und jetzt an der Endfassung des Skripts arbeitet. Sollte dieses endlich mal stehen, geht’s dann ans Casting. Ich gehe stark davon aus, dass der Film nach der unausweichlichen Verschiebung den Starttermin am 13.10.2017 in den USA einnehmen wird, was dank der Nähe zu Halloween eigentlich auch ganz gut sein sollte, obwohl er dann natürlich in seiner zweiten Woche in direkte Konkurrenz mit Insidious: Chapter 4 gehen wird.

Fuller bestätigte außerdem wieder einmal, dass der neue Film definitiv nicht in „Found Footage“-Form gedreht werden wird. So wollte Paramount das Stilmittel angeblich unbedingt im neuen Film einsetzen, doch Brad Fuller wehrte sich vehement dagegen, weil es seiner Meinung nach nicht in die Welt von Jason gehört. Immerhin etwas.

Was haltet Ihr davon, dass wir im neuen Film mehr über Jasons Hintergründe und seine Familiengeschichte erfahren sollen?