Empires of the Deep oder "Wie man $100 Mio verschleudert"

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Was könnte man wohl mit $100 Mio Sinnvolles anfangen? Man könnte natürlich das Geld an eine wohltätige Organisation spenden. Doch nicht jeder ist ein geborener Wohltäter. Man könnte sich ein paar eigene Inseln kaufen. Man könnte auch mit dem Geld einen eigenen Passagierjet erwerben. Okay für einen A380 reicht es vielleicht noch nicht, aber eine ausgemusterte Boeing wäre definitiv noch drin. Man könnte sich aber auch einen Palast bauen. Wer vorausschauender ist, könnte das Geld auch klug investieren. Naja, man kann natürlich auch damit einen Avatar-Abklatsch produzieren mit Effekten, die bereits Mitte der Neunziger schlecht ausgesehen hätten.

Für die letzte Alternative entschied sich Jon Jiang, ein chinesischer Immobilien-Mogul und investierte angeblich fast 20% seines Privatvermögens in Empires of the Deep, den bis dato teuersten chinesischen Film aller Zeiten. Für die Besetzung holte man sich allerdings vor allem englischsprachige Schauspieler, wenn auch vornehmlich unbekannte Gesichter. Die Hauptrolle übernahm das Bond-Girl Olga Kurylenko, nachdem zuerst Monica Bellucci und anschließend auch Sharon Stone abgelehnt haben. In Empires of the Deep kämpfen die Meeresbewohner auf riesigen Fischen gegen das Böse, das Ihre Welt bedroht. Der Film sollte an die ganz großen Filme Hollywoods erinnern (lies: Avatar) und wurde natürlich auch in 3D gedreht. Bereits im April 2010 wurde der internationalen Presse der erste Trailer zum Film präsentiert, in 3D selbstverständlich. Kurz darauf wurden mehr als 100 Behind-the-Scenes Fotos veröffentlicht.

Danach folgten mehr als zwei Jahre Funkstille. Was ist passiert? Das kann ich auch nicht beantworten. Bekannt ist nur, dass das Budget von ursprünglich $50 Mio auf mehr als $100 Mio angeschwollen ist (manche Quellen reden gar von $200 Mio!). Nun wurde unvermittelt der erste Trailer zum Film veröffentlicht und lässt die Frage aufkommen, ob bei den Budget-Angaben doch nicht Yuan statt Dollar gemeint sind. Denn wo das ganze Geld hingegangen ist, bleibt ein Mysterium. An prominente Schauspieler sicherlich nicht und scheinbar auch nicht an die Effekte, die an Trash unterster Schublade erinnern. Vor zehn Jahren hätte man sich schon dafür geschämt, heutzutage wirken die computerspielreifen Animation einfach nur lächerlich. Mittlerweile kriegt man bessere Visuals mit einem Fünftel von diesem Budget hin. Böse Zungen könnten gar behaipten, dass hier ein Fall von Geldwäsche vorliegt. Aber überzeugt Euch selbst. Wann das deutsche Publikum sich auf Empires of the Deep freuen kann, kann ich Euch leider (?) noch nicht verraten, aber wir halten Euch wie immer auf dem Laufenden.