Blood and Honey: Erste Fotos aus dem Winnie-Puuh-Horrorfilm!

Craig David Dowsett in Winnie the Pooh: Blood and Honey © 2022 Jagged Edge Productions

Quelle: Variety

Möchte jemand die Verfilmung eines Dan-Brown- oder Stephen-King-Romans oder des Werkes eines anderen halbwegs modernen Schriftstellers inszenieren, so müssen sie sich zunächst um die Filmrechte bemühen, denn das Urheberrecht gehört natürlich den Autoren bzw. über deren Tod hinaus auch deren Nachlass. Will jemand hingegen ein Stück von Shakespeare oder einen Roman von Alexandre Dumas oder Victor Hugo adaptieren, so können sie das problemlos tun. Das liegt daran, dass deren Werke bereits im Public Domain sind, also zum kulturellen, lizenzfreien Geimeingut gehören. Der Urheberschutz läuft nämlich für alle literarischen Werke irgendwann aus, wobei sich die Gesetze je nach Land natürlich unterscheiden und im englischsprachigen Raum meist bei 70 Jahren nach dem Tod des Autors bzw. der Autorin oder 95 Jahren nach der Erstveröffentlichung liegen.

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A. A. Milne publizierte erstmals 1926 "Pu der Bär". Die Geschichte des liebenswert naiven Bären aus dem Hundert-Morgen-Wald, seiner tierischen Freunde und Christopher Robin begeisterte Kinder auf der ganzen Welt und 1961 holte sich Walt Disney die Rechte an Pu, der dann als Winnie Puuh neue Berühmtheit erlangte. Nach zahlreichen Zeichentrickfilmen produzierte Disney vor einigen Jahren sogar den ersten Winnie-Puuh-Realfilm unter dem Titel Christopher Robin, in dem Ewan McGregor den erwachsenen Titelcharakter verkörpert hat, der die imaginären Freunde aus seiner Kindheit wiedertrifft. Christopher Robin war ein schön nostalgischer Film für alle Puuh-Fans, der eine Oscarnominierung für seine Effekte erhalten hat. Hat sich aber jemand von Euch gefragt, ob der Film vielleicht noch besser gewesen wäre, wenn Puuh und Ferkel in dem Film stattdessen Amok gelaufen wären und am Ende Christopher die Kehle durchgeschnitten hätten?! Nein? Nun, Regie-Newcomer Rhys Frake-Waterfield offensichtlich schon!

Da 2021 95 Jahre seit der Erstveröffentlichung von "Pu der Bär" verstrichen sind, ist das Werk am 1. Januar dieses Jahres ins Public Domain übergegangen. Disney gehören natürlich weiterhin alle Rechte an deren Interpretation des Bären, doch Milnes ursprüngliche Geschichte kann jetzt jeder nach Lust und Laune adaptieren. Frake-Waterfield verschwendete keine Zeit, um darauf basierend den blutigen Slasher Winnie the Pooh: Blood and Honey zu drehen. Das ist vermutlich die bizarrste Meldung, die ich dieses Jahr veröffentlicht habe und ich schrieb bereits über einen Trailer zum Film Jurassic Shark 2: Aquapocalypse! Aber das hier… heilige Scheiße.

Die Dreharbeiten zu Winnie the Pooh: Blood and Honey fanden diesen Monat in England statt, nicht weit entfernt vom Ashdown Forest, der als Milnes Inspiration für den Hundert-Morgen-Wald diente. Der Dreh der Low-Budget-Produktion dauerte lediglich zehn Tage und wurde kürzlich abgeschlossen. Wir haben aber bereits mehr als ein Dutzend zum Teil recht verstörender Fotos aus dem Film, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

Winnie Puuh Horror 1Winnie Puuh Horror 2Winnie Puuh Horror 3Winnie Puuh Horror 4Winnie Puuh Horror 5Winnie Puuh Horror 6Winnie Puuh Horror 7Winnie Puuh Horror 8Winnie Puuh Horror 9Winnie Puuh Horror 10Winnie Puuh Horror 11Winnie Puuh Horror 12Winnie Puuh Horror 13Ich bin mit Winnie Puuh aufgewachsen, sowohl mit den Büchern als auch mit den Zeichentrickfilmen. In meinem Schlafzimmer hängen immer noch Bilder von Puuh, Ferkel und Tigger – und ja, auch als erwachsener Mann ist mir das nicht peinlich. Ich bin also nicht ganz sicher, was ich von den grotesken Versionen der Figur, die man oben sehen kann, halten soll, aber ich denke, meine Einstellung lässt sich am ehesten als "morbide Neugier" beschreiben.

Eine Frage, die Ihr vermutlich habt, nachdem der erste Schock verdaut ist, ist, ob es sich in dem Film dann einfach um maskierte, menschliche Meuchelmörder handelt oder tatsächlich um Puuh und Ferkel. Es ist in der Tat letzteres. Frake-Waterfield erklärte den Plot des Films, wie folgt: Nachdem Christopher Robin aufs College ging, hat er seine Freunde zurückgelassen, sie nicht mehr gefüttert, wodurch ihr Leben schwierig wurde. Verbittert und hungrig, mussten sie erstmals für sich selbst sorgen und sind dabei zu ihren tierischen Wurzeln zurückgekehrt und wild geworden. Sie sind nicht länger die zahmen Figuren aus Milnes Geschichte, sondern ein gemeingefährlicher Bär und ein Schwein, die nach Beute suchen. Sie sind die Haupt-Antagonisten des Films.

Bei der Produktion musste Frake-Waterfield darauf achten, keinerlei Elemente aus Disneys Versionen von Winnie Puuh zu verwenden, weshalb Puuh und Ferkel andere Kleidung tragen als man sie aus den Zeichentrickfilmen kennt. Auch durften sie beispielsweise Tigger in dem Film nicht einsetzen, weil er erst 1928 von Milne erfunden wurde und nicht im Publin Domain ist. Jedoch sieht man in dem Film einen Grabstein von i-Aah, der von hungernden Puuh und Ferkel aufgefressen wurde. Ja, richtig gelesen.

Der Regisseur beschreibt auch eine brutale Szene aus dem Film (Achtung, Spoiler folgen!), deren Ansätze man auf den Fotos oben sieht. Puuh und Ferkel überfallen die junge Frau im Jacuzzi, betäuben sie mit Chloroform, fesseln sie und dann fährt Ferkel mit einem Auto über ihren Kopf.

Was habe ich da eigentlich gerade geschrieben?!

Jedenfalls befindet sich Winnie the Pooh: Blood and Honey aktuell noch in der Post-Production und die starken Reaktionen auf die ersten Bilder im Internet (kein Wunder!) führten dazu, dass Frake-Waterfield den Film schnellstmöglich fertigstellen und herausbringen will. Er hat die Zuschauer schon ermahnt, keinen Film mit einem Hollywood-Budget zu erwarten. Wer die obigen Fotos gesehen hat, wird es wohl kaum tun.

Also… werdet Ihr Euch Blood and Honey anschauen, wenn er bei uns erscheint? Ich hoffe so sehr, ihn bei einer Fantasy-Filmfest-Ausgabe zu sehen. Das ist die perfekte Plattform für diese Art Film!

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