Quelle: 20th Century Studios

Matthew Vaughn ist derzeit einer der besten und häufig unterschätzten Mainstream-Filmemacher. Seine Karriere hat als Produzent von Guy Ritchies Brit-Crime-Filmen Bube, Dame, König, GrAS und Snatch begonnen, mit dem Ritchie-esken Layer Cake feierte er sein Regiedebüt. Seine eigene Stimme fand Vaughn mit seinem zweiten Film, der wundervollen Neil-Gaiman-Adaption Der Sternwanderer aus dem Jahr 2007. Seine freche, böse Comicverfilmung Kick-Ass hat 2010 schon vorgemacht, was Deadpool sechs Jahre später zum Riesenerfolg gemacht hat. Außerdem begründete der Film die Karriere von Chloë Grace Moretz. Mit X-Men: Erste Entscheidung hauchte Vaughn dem Mutanten-Franchise neues Leben ein. Kingsman: The Secret Service verpflanzte den Humor und die Over-the-Top-Gewalt von Kick-Ass in die Welt der Spionage und wurde zu Vaughns eigenen Version der Bond-Filme sowie seinem bis dato größten Kinohit.

Die besten von Vaughns bisherigen Filmen schafften es unter meine Favoriten ihrer jeweiligen Jahre, und auch wenn sein Kingsman-Sequel The Golden Circle schwächer war als der Vorgänger, hatte ich dennoch wieder Spaß an Vaughns absurden Ideen und halsbrecherischem Tempo.

Am Kingsman-Franchise hängt Vaughn auch weiterhin fest, doch bevor der versprochene Kingsman 3 die Geschichte von Eggsy (Taron Egerton) und Harry (Colin Firth) zu Ende führt, dreht Vaughn die Zeit zurück und erforscht in The King’s Man – The Beginning die Anfänge des auf schicke Anzüge, abgefahrene Gadgets und gute Manieren bedachten Geheimdienstorganisation. Es geht um die Gründung von Kingsman während des Ersten Weltkriegs, um eine Verschwörung aufzuhalten, die aus dem vernichtenden Krieg Profit schlagen will. Ralph Fiennes (Harry Potter) spielt Duke of Oxford, der gemeinsam mit seinem jungen Protegé Conrad (Harris Dickinson aus Maleficent: Mächte der Finsternis) gegen den sagenumwobenen Mystiker Rasputin (Rhys Ifans) und seine Mitverschwörer kämpft. Vaughn hat zuvor angekündigt, dass The King’s Man durch sein Setting vor rund 100 Jahren weniger abgedrehte Action und Gadgets enthalten wird als die ersten zwei Kingsman-Filme. Man würde es aber an dem brandneuen Trailer nicht erkennen, der genau die gleiche hyperkinetische Energie aufweist wie die bisherigen Filme:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Das sieht für mich wieder nach perfektem Popcorn-Vergnügen aus. Obwohl ich anfangs etwas skeptisch hinsichtlich eines Kingsman-Films ohne Firth und Egerton war, lässt der Trailer meine Zweifel verfliegen und steigert meine Vorfreude auf einen weiteren R-rated-Blockbuster mit unverkennbarer Matthew-Vaughn-Signatur.

Rhys Ifans (Notting Hill) scheint ganz besonderen Spaß an seiner Rasputin-Rolle zu haben. Daniel Brühl (Rush) spielt seinen Mitverschwörer Felix Jussupow, dessen reales Gegenstück übrigens der wichtigste Drahtzieher hinter Rasputins Ermordung war. Die Mentor-Lehrling-Beziehung von Fiennes' und Dickinsons Charakteren spiegelt natürlich das Duo Harry/Eggsy aus den Originalfilmen wider. Ganz in der Tradition der ersten zwei Kingsman-Teile setzt sich das gesamte Ensemble aus zahlreichen bekannten Darstellern zusammen. Djimon Hounsou (Blood Diamond), Charles Dance ("Game of Thrones"), Gemma Arterton (Hänsel & Gretel: Hexenjäger), Matthew Goode (Stoker), Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass), Tom Hollander ("The Night Manager") in dreifacher Rolle als König George V., Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Nikolaus II., Stanley Tucci (In meinem Himmel), Alexandra Maria Lara (Der Untergang) und Valerie Pachner (Ein verborgenes Leben) vervollständigen die Besetzung. Taylor-Johnson spielt dabei einen Charakter namens Lee Unwin, Eggsys Vater, was bedeutet, dass der Film wohl irgendwann einen deutlichen Zeitsprung macht, denn der Charakter war während des Ersten Weltkriegs noch gar nicht auf der Welt.

Nach zwei nicht durch Corona bedingten Startverschiebungen soll The King’s Man – The Beginning im Verleih von Disney (nach der Fox-Übernahme) am 17. September in die deutschen Kinos kommen. Es ist einer der wenigen Filme der nächsten Monate, die ihren Startermin trotz der Corona-Pandemie beibehalten haben, und der neue Trailer spricht dafür, dass Disney nicht vorhat, ihn zu ändern oder den Film stattdessen digital auszuwerten.

Unten findet Ihr die neuen Plakate zu dem Film. Freut Ihr Euch auf das Prequel?

The Kings Man Trailer & Plakat 1 "The Kings Man Trailer & Plakat 2