Quelle: Universal Pictures

Eine Nacht im Jahr, in der alle Straftaten, einschließlich Mord, legal sind und die Notrufdienste nicht erreichbar. Dieses simple, aber offenbar sehr effektive Konzept, inspiriert durch eine Folge der ersten "Raumschiff Enterprise"-Staffel, bildet das Fundament eines der erfolgreichsten Genre-Franchises der letzten zehn Jahre. Zwischen 2013 und 2018 sind vier The-Purge-Filme aus der Blumhouse-Schmiede in die Kinos gekommen und haben weltweit zusammengerechnet $450 Mio eingespielt, bei Gesamtproduktionskosten, die nicht einmal ein Zehntel dessen betragen. Besonders bemerkenswert ist, dass der kommerzielle Erfolg der Reihe von Film zu Film größer wurde und mit dem Prequel The First Purge seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Zusätzlich wurde das zunehmend sozialkritische und bisweilen satirische Franchise durch eine kurzlebige Fernsehserie erweitert, die zwischen 2018 und 2019 lief.

Eigentlich sollte die Filmreihe bereits letzten Sommer mit The Forever Purge weitergehen, doch die Corona-Epidemie führte zu einer Verschiebung des Sequels um ein ganzes Jahr nach hinten. Pünktlich zum US-amerikanischen Unabhängigkeitstag wird The Forever Purge in Nordamerika anlaufen. Zu dem Film wurden jetzt der erste Trailer und das Filmplakat veröffentlicht, die sicherlich bei vielen einige jüngste Ereignisse in Erinnerung rufen werden:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

The Forever Purge Trailer & PosterSpätestens seit dem dritten Film bemühen sich die Macher der Reihe, möglichst nah an der aktuellen politischen Stimmung in den USA zu bleiben. Das ist bei The Forever Purge nicht anders. Nachdem der letzte Film von der allerersten Säuberung erzählt hat, schließt sich The Forever Purge unmittelbar an die Ereignisse von The Purge: Election Year an, an dessen Ende die Purge eigentlich abgeschafft wurde. Doch das wollen nicht alle so hinnehmen, und eine rebellische Gruppe beschließt, die Purge in den USA zum Dauerzustand zu machen. Die neuen Gründungsväter wurden zwar entmachtet, doch ihre Anhänger wollen den Status Quo nicht aufgeben.

Die Alt-Right- und Boogaloo-Bewegung lassen hier natürlich mit der Subtilität einer Machete grüßen. Dass der Film lange vor dem präzedenzlosen Sturm auf das US-Kapitol im Januar abgedreht war, macht seine Thematik umso brisanter, und es ist sicher auch kein Zufall, dass der maskierte Purger auf dem Plakat mit seinem gehörnten Helm an das inzwischen berüchtigte Foto des selbsternannten QAnon-Schamanen Jake Angeli erinnert.

Während die ersten vier Filme in Großstädten bzw. deren Vororten spielten, geht es in The Forever Purge auf das weite Land hinaus. Ana de la Reguera ("Narcos") und Tenoch Huerta ("Narcos: Mexico") spielen in dem Film das Paar Adela und Juan, die von einem Drogenkartell geflohen sind und auf der Ranch des wohlhabenden Patriarchen Caleb Tucker (Will Patton) Zuflucht und Arbeit finden. Juan beeindruckt Caleb durch seine harte Arbeit, was ihn wiederum bei Calebs Sohn Dylan (Josh Lucas) in Mussgunst bringt. Doch beide Familien müssen zusammenhalten, nachdem maskierte Killer die Tucker-Ranch nach dem Ende der Purge angreifen. Die USA versinken in Gewalt und Chaos, und ausgerechnet die Flucht nach Mexiko scheint die einzige Rettung zu sein – doch eine Mauer steht ihnen im Weg.

Franchise-Schöpfer James DeMonaco produzierte und schrieb wieder das Drehbuch zum Film, die Regie überließ er jedoch, wie schon beim letzten Film, einem anderen. Everardo Gout ("Banshee") inszenierte das Sequel, das voraussichtlich am 12. August in unsere Kinos kommen wird. Ursprünglich kündigte DeMonaco The Forever Purge als finales Kapitel der Reihe an, doch das wird im Marketing nicht erwähnt, sodass ich vermute, dass Blumhouse mit der Purge doch noch nicht fertig ist. Der Trailer verspricht jedenfalls packende, brutale Actionunterhaltung im Stile der letzten drei Filme, die sich vom klaustrophobischen Home-Invasion-Szenario des ersten Teils weit entfernt haben. Wer die Reihe bisher mochte, wird vermutlich auch an The Forever Purge seine Freude haben. Auch wenn ich keinen der bisherigen Filme herausragend fand, hat mir der Wechsel vom kompakten Setting des ersten Films in die weite Welt und von Horror zum dystopischen Actionthriller à la John Carpenter gut gefallen.

Offizieller Inhalt:

"Eines der erfolgreichsten Horror-Franchises des letzten Jahrzehnts schlägt ein neues, schockierendes Kapitel auf. Mit dem fünften Teil geht die Purge noch einen verhängnisvollen Schritt weiter und stellt alles auf den Kopf, was wir glauben, über die düstere Tradition zu wissen. Eine neue Bewegung, die sich nicht mehr mit nur einer jährlichen Nacht der Anarchie und des Mordens zufriedengeben will, beschließt, die Purge zum Dauerzustand zu machen, und so beginnt ein dystopischer Kampf ums Überleben. Eine Flucht nach Mexiko scheint der einzige Ausweg zu sein, doch eine Mauer versperrt den Weg…"