Sylvester Stallone in Rocky (1976) © MGM/United Artists

Quelle: Sylvester Stallone Instagram

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Es ist der Traum der meisten Schauspieler. während ihrer Karriere einen so einprägsamen und ikonischen Charakter zu erschaffen, dass sich Filmfans auch nach Jahrzehnten an die Rolle erinnern. Das gelingt nicht vielen. Sylvester Stallone hat gleich zwei solche Charaktere: den Boxer Rocky Balboa und den Vietnam-Veteranen John Rambo. Während Rambo natürlich besonders unter Actionfans beliebt ist, ist Rocky die viel persönlichere Rolle für Stallone, denn er selbst schrieb das oscarnominierte Drehbuch zum ersten Film, in dem er Rocky zum Leben erweckte.

Das ist jetzt schon 42 Jahre her und seitdem spielte Stallone Rocky sieben weitere Male. Ab Januar wird er in Creed II – Rocky’s Legacy die Rolle, für deren Darbietung er bereits zweimal für einen Oscar nominiert wurde (für den ersten Rocky und für Creed) und die ihn zu den Bestleistungen seiner Karriere antrieb, erneut verkörpern. Wie es aussieht, zum letzten Mal.

In einem emotionalen Video vom Set von Creed II verabschiedet sich Stallone von der Rolle und scheint es diesmal ernst zu meinen: (aus dem Englischen)

Nun, das ist vermutlich mein letztes Rodeo, weil das, was ich dachte, dass es passierte, und was passierte, ich niemals erwartet habe. Ich dachte, dass Rocky 2006 bereits zu Ende war. Und ich war damit sehr glücklich. Dann hat sich plötzlich dieser junge Mann vorgestellt und die ganze Geschichte änderte sich. Es ging mit einer neuen Generation weiter. Neue Probleme. Neue Abenteuer. Und ich könnte nicht glücklicher sein, wenn ich jetzt die Rolle verlassen, weil meine Geschichte zu Ende erzählt wurde und es jetzt eine ganz neue Welt gibt, die sich dem Publikum eröffnet, dieser Generation. […] Jetzt musst du (zu Michael B. Jordan) weitermachen.

Tatsächlich hat Stallone alles aus der Rolle herausgeholt, was man sich auch nur vorstellen konnte. Gerade sein Auftritt im ersten Creed ist, in meinen Augen, die beste Performance seiner Karriere. Wie Stallone schon sagt, war bereits Rocky Balboa von 2006 ein sehr würdevoller Abschied von der Rolle, doch Creed brachte frischen Wind ins Franchise und ermöglichte Stallone eine grandiose Rückkehr in der Trainerrolle des jungen Adonis Creed (Michael B. Jordan).

Allerdings hat sich Stallone mit dem "vermutlich" natürlich die Tür für die Rückkehr einen Spalt offen gelassen. Creed II räumt aktuell gewaltig an US-Kinokassen ab und ist auf bestem Wege, der erfolgreichste Teil der gesamten Reihe zu werden. Dass Creed III kommen wird, daran bestehen nicht die geringsten Zweifel. Will man darin Rockys Abwesenheit mit seinem Tod abseits der Leinwand oder sonst irgendwie erklären? Ich würde also zumindest ein Cameo nicht ganz ausschließen. Auch wenn sich Stallone mit einem weiteren Statement recht sicher zu sein scheint:

Traurigerweise müssen alle Dinge vorübergehen…und enden. Teilt weiter aus, ich liebe euch gutherzigen und großzügigen Menschen, und Rocky liebt euch auch.

Das Video von Stallones Rede findet Ihr unten, ebenso wie den Trailer zu Creed II – Rocky’s Legacy, in dem Adonis gegen den Sohn von Rockys ehemaligem Gegner Ivan Drago (Dolph Lundgren) in den Ring steigt. Der Film kommt am 24. Januar in unsere Kinos.

Es ist auch anzunehmen, dass Rambo V: Last Blood der letzte Auftritt Stallones in seiner anderen berühmten Rolle sein wird. Allein schon der Titel legt das nahe.