Stargehälter Hollywood

Links: Dwayne Johnson in Fast & Furious: Hobbs & Shaw © 2019 Universal Pictures
Mitte: Will Smith in Bright © 2017 Netflix
Rechts: Margot Robbie am Set von Birds of Prey © 2019 Warner Bros. Pictures

Quelle: Variety

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Es gibt durchaus gute Gründe, weshalb sich immer mehr hochkarätige Regisseure, Serienmacher und Schauspieler von Netflix unter Vertrag nehmen lassen. Einer ist sicherlich die Freiheit, Stoffe umzusetzen, die bei großen Filmstudios keine Chance haben. Eine andere ist aber schlicht und ergreifend das Geld. Netflix investierte allein letztes Jahr etwa $12 Milliarden für Eigenproduktionen und hat nicht gerade den Ruf, geizig zu sein.

Ein interessanter neuer Bericht des Branchenblatts Variety hat nun enthüllt, dass Netflix die Schauspieler inzwischen deutlich besser bezahlt als herkömmliche Studios. Das Konzept der Starpower hat in Hollywood in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren im Vergleich zu den Achtzigern oder Neunzigern. Es gibt immer weniger Schauspieler, die als unfehlbare Kassengaranten gelten. Vielmehr sind es Marken wie Marvel, Pixar oder Star Wars, die die Zuschauer in die Kinos locken, weniger die Schauspieler. Das heißt natürlich nicht, dass die Hollywood-Stars am Hungertuch nagen, doch die Zeiten, in denen Tom Cruise oder Will Smith locker mehr als $20 Mio pro Film kassierten sind vorüber.

Netflix soll jedoch Will Smith für seinen Auftritt im angekündigten Sequel Bright 2 satte $35 Mio zahlen. Im direkten Vergleich: Für seine Rolle in Bad Boys 3 erhält Smith $17 Mio Gage. Ryan Reynolds bekam vom Streamer $27 Mio für seine Rolle im Michael-Bay-Actionfilm Six Underground. Denzel Washington war auch einst im Gespräch für einen Netflix-Actionfilm und forderte dafür $30 Mio, bevor er sich doch dagegen entschieden hat.

Unten findet Ihr eine von Variety zusammengestellte Liste der Darsteller und ihrer Gagen für aktuelle oder kommende Filme:

Jessica Chastain (Es: Kapitel 2) – $2,5 Millionen
Joaquin Phoenix (Joker) – $4,5 Millionen
Martin Lawrence (Bad Boys for Life) – $6 Millionen
Kristen Stewart (Drei Engel für Charlie) – $7 Millionen
Ben Affleck (Triple Frontier) – $8 Millionen
Idris Elba (Fast & Furious: Hobbs & Shaw) – $8 Millionen
Margot Robbie (Birds of Prey) – $9-10 Millionen
Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood) – $10 Millionen
Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) – $10 Millionen
Gal Gadot (Wonder Woman 1984) – $10 Millionen
Emily Blunt (A Quiet Place 2) – $12-13 Millionen
Tom Cruise (Top Gun: Maverick) – $12-14 Millionen
Jason Statham (Fast & Furious: Hobbs & Shaw) – $13 Millionen
Will Smith (Bad Boys for Life) – $17 Millionen
Robert Downey Jr. (The Voyage of Doctor Dolittle) – $20 Millionen
Dwayne Johnson (Fast & Furious: Hobbs & Shaw) – $20 Millionen
Ryan Reynolds (Six Underground) – $27 Millionen
Will Smith (Bright 2) – $35 Millionen

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So riesig die Netflix-Gehälter aussehen, so haben sie allerdings einen Haken: Die Schauspieler bekommen lediglich die angegebene feste Summe. An die meisten anderen Gagen der großen Stars ist auch prozentuelle Gewinnbeteiligung geknüpft. Das bedeutet, dass sobald ein Film seine Kosten wieder eingenommen hat und Profit abwirft, die Schauspieler einen Stück vom Kuchen abhaben dürfen. Jack Nicholson war einer der Vorreiter des Modells, als er für seinen Auftritt als Joker in Batman eine niedrigere Gage hinnahm und dafür prozentuell am Gewinn beteiligt wurde. Das brachte dem Oscarpreisträger schlussendlich etwa $100 Mio ein. Auf diese Weise hängt das finale Gehalt der Darsteller davon auch, wie erfolgreich ihr Film wird. Superstars wie Robert Downey Jr., Dwayne Johnson oder Tom Cruise haben immer vergleichbare Verträge. Das Risiko für die Studios wird dadurch verringert.

Diese Form der Beteiligung gibt es bei Netflix nicht, da das Geschäftsmodell des Streaming-Diensts ganz anders funktioniert. Also müssen sie direkt einen großen Batzen Geld auf den Tisch legen, um die Stars zu sich zu locken.

Etwas überraschend finde ich bei dem Blick auf die Liste oben, dass Emily Blunt für A Quiet Place 2 tatsächlich so gut abkassiert. Man muss bedenken, dass das gesamte Budget des ersten Films lediglich $17 Mio betrug. Dass Blunt mehr bezahlt wird als Margot Robbie für Birds of Prey oder Gal Gadot für Wonder Woman 1984, deren Filme höchstwahrscheinlich größeren Kassenerfolg haben werden, ist etwas verwunderlich. Allerdings sei ihr das auf jeden Fall gegönnt.