Prey: Comanchen gegen den Predator im Langtrailer zum Prequel

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Quellen: Hulu, 20th Century Studios Deutschland

Geschrieben von den beiden Autoren des Kultfilms Monster Busters (OT: The Monster Squad), inszeniert von Shane Black, dem Regisseur von Kiss Kiss Bang Bang und The Nice Guys sowie dem Schöpfer der Lethal-Weapon-Reihe, und angekündigt als erster Film der Reihe mit einem Blockbuster-Budget und Event-Status: Auf Papier klang Predator – Upgrade so vielversprechend. Das Endergebnis war leider eine weitere Enttäuschung in einem Franchise, dessen Sequels nie an den Originalfilm herankamen, wobei manche – insbesondere Predators – durchaus sehenswert sind.

Vielleicht ist es einfach wie bei der Terminator-Reihe, deren ersten beiden Filme ebenfalls unerreicht bleiben. Vielleicht ist aber auch die typische "größer, schneller und actionreicher"-Herangehensweise für Sequels in Hollywood nicht die richtige gewesen. Der Originalfilm war im Kern ein simpler Konflikt von Mensch gegen übermächtiges Monster im Dschungel, wobei der von Arnold Schwarzenegger gespielte Protagonist natürlich ein Prachtexemplar der menschlichen Rasse war. Letztlich besiegt er den Predator nicht mit Feuerkraft, sondern mit Köpfchen und Muskeln.

Vier Jahre nach dem Scheitern von Predator – Upgrade bekommt das Franchise eine neue Chance und kehrt zu diesen sehr schlichten, bodenständigen Wurzeln zurück. Das im Geheimen entwickelte Prequel Prey von 10-Cloverfield-Lane-Regisseur Dan Trachtenberg verlegt die Handlung 300 Jahre in die Vergangenheit, ins Jahr 1719, und schildert den ersten Trip des außerirdischen Jägers zur Erde (Anmerkung zur Klärung: Alien vs. Predator gilt nicht als Franchise-Kanon). In Prey ist es die junge, taffe Comanche-Kriegerin Naru, gespielt von Amber Midthunder ("Legion"), die in ihrer männerdominierten Gesellschaft um Anerkennung ringt, die sich dem Predator entgegenstellt und sich mit Tomawahk, Pfeil und Bogen und ihrem unnachgiebigen Willen als würdige Gegnerin erweist, die ihren Stamm vor dem Predator zu beschützen versucht

Prey ist der erste Predator-Film, der nach dem Erwerb der Franchise-Rechte durch Disney beim Aufkauf von 20th Century Fox produziert wurde. Als solcher wird er ohne Umweg über die Kinos am 5. August in den USA direkt bei Hulu Premiere feiern und hierzulande bei Disney+ (über Star). Eine Weichspülung müssen die Fans dennoch nicht befürchten, ein R-Rating für den Film ist geplant.

Nach dem kürzlich veröffentlichten ersten Teaser, wurde nun der Langtrailer und das offizielle Filmplakat zu Prey enthüllt, die Ihr unten sehen könnt:

Deutscher Trailer

Originaltrailer

Prey Disney Plus PosterDie Vorschau macht wirklich Lust auf den Film. Ohne viel Schnickschnack oder exzessive Computereffekte hat sich Trachtenberg eine Scheibe vom ersten Film abgeschnitten, aber auch von Mel Gibsons Apocalypto. Als weitere Inspiration für die Kampftechniken und die Waffennutzung in dem Film nannte er die "God of War"-Spiele.

Besonders ist an Prey außerdem, dass die Besetzung nahezu komplett aus Schauspielerinnen und Schauspielern mit nordamerikanischen Ureinwohner-Wurzeln besteht. Bei aller Authentizität musste jedoch ein Kompromiss getroffen werden, um den Film zugänglicher zu machen. Im Gegensatz zu Gibsons Apocalypto wurde Prey in englischer Sprache gedreht, wobei die Figuren laut Trachtenberg dennoch Englisch so sprechen, als würde es sich um die Originalsprache der Comanchen handeln. Um dem Setting dennoch Rechnung zu tragen, wird es zu dem Film bei Hulu bzw. Disney+ eine Comanche-Tonspur (mit Untertiteln natürlich) geben, für die alle OriginaldarstellerInnen des Films ihre Rollen selbst synchronisiert haben. Damit ist Prey der erste Film überhaupt, der in der Sprache der Comanchen synchronisiert wurde. Für gewöhnlich mache ich um synchronisierte Fassungen einen Bogen, doch in diesem besonderen Fall werde ich vielleicht eine Ausnahme machen.

Der im Film gezeigte Predator wird laut Trachtenberg ein vertrautes, aber auch leicht verändertes Design haben. Möglicherweise stammt er laut Regisseur aus einer anderen Hemisphäre seines Planeten. Ich vermute, Franchise-Fans werden kein großes Problem damit haben, denn im Laufe der bisherigen Sequels gab es schon einige unterschiedliche Predator-Spezies.

Dass der erste Film nicht zu übertreffen ist, bezweifelt nicht einmal Produzent John Davis selbst. Letzten Sommer kündigte er an, dass Prey seiner Meinung nach der zweitbeste Film der Reihe werden würde oder vielleicht sogar gleichauf mit dem ersten Film. Auch das wäre schon ein großer Triumph. In zwei Monaten können wir uns selbst davon überzeugen. Sehr schade finde ich, dass ich nicht die Gelegenheit haben werde, ihn im Kino zu sehen.

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