Power Rangers 2

© 2017 Lionsgate/Saban Films

Quelle: Tokunation

Viele Filmfans kennen die Situation. Noch bevor der erste Film in einem potenziellen Franchise in die Kinos kommt, verkünden die Macher oder das Studio bereits Pläne für mehrere Sequels. Dann enttäuscht der Film jedoch an den Kinokassen, die geplante Kinoreihe erstickt bereits im Keim, und wird nie wieder erwähnt.

Jack Ryan: Shadow Recruit mit Chris Pine sollte nicht nur der erste Film einer Jack-Ryan-Trilogie werden, sondern auch der Startpunkt eines Tom-Clancy-Filmuniversums, in dem Kevin Costners Figur das Bindeglied sein sollte. Die Arbeit am Drehbuch zum Sequel von Mile 22 mit Mark Wahlberg hat begonnen, noch bevor der erste Film erschienen ist. Bekannt sind natürlich auch die beiden gescheiterten Versuche, das Terminator-Franchise wiederzubeleben. Sowohl Terminator: Die Erlösung als auch Terminator: Genisys sollten die ersten Filme einer neuen Trilogie werden. Im Falle von Genisys wurden sogar die Starttermine der nächsten zwei Filme früh festgelegt und später wieder gestrichen, als der Film die Erwartungen nicht erfüllte. Und wusstet Ihr, dass Guy Ritchies King Arthur: Legend of the Sword als erster Film einer sechstteiligen Reihe angedacht war? Ein Vorhaben, das seit seiner Ankündigung zum Scheitern verurteilt war.

Alle diese Fortführungen haben sich nicht materialisiert und verdeutlichen immer wieder, dass man sich vielleicht auf einen einzigen Film konzentrieren sollte und erst dann über ein Franchise nachdenken, wenn die kommerzielle Grundlage dafür exisitiert. Das gilt natürlich nicht für (nahezu) sichere Nummern wie so manche Comicadaptionen.

Als das Power-Rangers-Reboot 2017 in die Kinos kam, wurde im Vorfeld ebenfalls angekündigt, dass Lionsgate und Rechteinhaber Saban Pläne für ein sechs-Filme-Franchise haben. Eine Szene während des Abspanns deutete die Ankunft des Grünen Rangers Tommy Oliver im ersten Sequel an. Schön und gut, doch es gab leider ein Problem: Power Rangers startete im März 2017 kurz nach den Box-Office-Hits Die Schöne und das Biest, Logan – The Wolverine und Kong: Skull Island und ging sang- und klanglos an den Kinokassen unten. Mit $100 Mio war sein Produktionsbudget (ohne Marketing) zwar nach heutigen Blockbuster-Maßstäben nicht enorm, doch das weltweite Einspiel von nur $142 Mio, von dem knapp die Hälfte an das Studio selbst ging, machtn ihn zu einem kommerziellen Flop und begrub die Chancen einer Fortsetzung. Sogar in China, wo viele problematische Hollywood-Produktionen heutzutage gerettet werden, spielte er keine $5 Mio ein. So viel zu fünf weiteren Filmen.

Doch während ein direktes Sequel sehr unwahrscheinlich (bis ausgeschlossen) ist, hat die Marke "Power Rangers" immer noch Zugkraft. Zumindest glaubt das Spielwarenhersteller und Rechteinhaber HASBRO. HASBRO-CEO Brian Goldner hat während einer Telefonkonferenz zu Finanzergebnissen des Unternehmens enthüllt, dass HASBRO aktuell mit Paramount Pictures Gespräche über einen neuen Power-Rangers-Film führt. Inwiefern sich dieser auf den letzten beziehen würde, ist unbekannt, doch wir können davon ausgehen, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach ein Neustart sein würde, insbesondere da Lionsgate und nicht Paramount den 2017-Film produzierte. Paramount und HASBRO führen schon lange eine weitgehend erfolgreiche Zusammenarbeit, aus der das Transformers-Franchise und die G.I.-Joe-Filme entstanden sind.

Die Reaktionen auf den letzten Versuch, die Power Rangers zurück auf die Leinwände zu bringen, waren sehr gemischt. Aus gutem Grund, denn obwohl der Film einige gute und erfrischende Ansätze hatte, kam er nur langsam in Fahrt, nur um dann ganz am Schluss aufzudrehen und in einer unübersichtlichen CG-Actionlawine à la Transformers zu versinken. Immerhin erging es dem Karrieren einiger Darsteller des Films seitdem ganz gut. Dacre Montgomery (Roter Ranger) spielt inzwischen in "Stranger Things" mit, Ludi Lin (Schwarzer Ranger) trat zuletzt in Aquaman auf und Naomi Scott wird demnächst als Prinzessin Jasmin in Disneys Aladdin-Realverfilmung zu sehen sein.