Olivia Newton John tot

Olivia Newton-John in Grease (1978) © Paramount Pictures

Quelle: Olivia Newton-John Facebook

Die britisch-australische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Dame Olivia Newton-John ist am Montag im Alter von 73 auf ihrer Ranch in Südkalifornien gestorben. Das teilte ihr Ehemann John Easterling über ihre offizielle Facebook-Seite mit. Die Todesursache wurde nicht genannt, Newton-John litt jedoch an Brustkrebs. Erstmals wurde die Erkrankung bei ihr 1992 diagnostiziert und konnte erfolgreich bekämpft werden. Der Krebs kehrte erstmals 2013 zurück und zuletzt wieder 2017, diesmal mit Metastasen auf ihrer Wirbelsäule. Die Krankheit, die sie die letzten 30 Jahre ihres Lebens begleitet hat, machte Newton-John zu einer engagierten Brustkrebs-Aktivistin.

Olivia Newton-John wurde am 26. September 1948 im britischen Cambridge als Tochter eines MI5-Offiziers und einer vor dem Nazi-Regime aus Deutschland geflüchteten Mutter geboren. Newton-Johns Großvater mütterlicherseits war der jüdische Nobelpreisträger Max Born, der bahnbrechende Forschung im Bereich der Quantenmechanik geleistet hat.

Als sie sechs war, zog ihre Familie nach Melbourne, Australien. Ihre Gesangskarriere begann, als Newton-John 14 war. In den Siebzigern startete ihre Musik-Karriere richtig durch. Zwischen 1974 und 1981 eroberte sie mit ihren Singles fünfmal die Spitze der US-amerikanischen Musikcharts, hat auch zwei erstplatzierte Alben herausgebracht und gewann vier Grammys. Ihr Song "Physical" (siehe Video unten) aus dem Jahr 1981 wurde zu einer Achtziger-Hymne und zur erfolgreichsten Single ihrer Karriere, mit der sie ihr braves Image abgeschüttelt hat. Im Laufe ihrer Musikkarriere hat Newton-John insgesamt mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft.

Filmfans kennen sie natürlich hauptsächlich aus dem Musical Grease, der Adaption des gleichnamigen Bühnen-Musicals. Grease wurde zu Newton-Johns dritter Filmrolle und sie war zunächst zögerlich, den Part anzunehmen, da sie als 28-jährige eine Highschool-Schülerin spielen sollte. Beim Vorsprechen überzeugte sie jedoch so sehr, dass der Part umgeschrieben wurde, um ihrem australischen Akzent zu entsprechen. Mit ihrem Co-Star John Travolta, der fünfeinhalb Jahre jünger war als sie, verband sie nach dem Dreh eine lebenslange Freundschaft.

Grease kam 1978 in die Kinos und hatte nicht nur eins der meistverkauften Soundtracks aller Zeiten, sondern wurde auch zu einem gigantischen Kassenhit. Sogar wenn man die Inflation außer Acht lässt, hat Les Misérables Grease erst 2012 weltweit als umsatzstärkstes Musical überholt. In Nordamerika hielt Grease den Spitzenplatz sogar bis 2017, als Die Schöne und das Biest ihn getoppt hat. Newton-John wurde für ihre Performance für einen Golden Globe nominiert.

Zwei Jahre nach Grease spielte Newton-John die Hauptrolle im Musical Xanadu. Der Film wurde in der Kritik zwar gnadenlos zerrissen und floppte böse an den Kinokassen, sein Soundtrack wurde jedoch zu einem großen Verkaufshit. Mit der Zeit entwickelte sich Xanadu zu einem Kultfilm.

Fünf Jahre nach Grease drehten Travolta und Newton-John die Fantasykomödie Zwei vom gleichen Schlag (OT: Two of a Kind), die jedoch an den Kinokassen enttäuscht und beiden Darstellern jeweils eine Goldene-Himbeere-Nominierung eingebracht hat.

Danach war Olivia Newton-John nur noch sporadisch, in kleineren Nebenrollen in Filmen zu sehen. Sie trat in der australischen Komödie Die Trauzeugen (OT: A Few Best Men) und im Trashfilm Sharknado 5 auf. Ihre letzte Filmrolle spielte sie als fiktive Version von sich selbst an der Seite von Paul Hogan in der australischen Komödie Come back, Mr. Dundee! (OT: The Very Excellent Mr. Dundee).

Obwohl sie den Großteil ihres Lebens in den USA verbracht hat, betrachtete Newton-John sich selbst immer als Australierin und wird für ihre immensen künstlerischen Beiträge ein Staatsbegräbnis in Australien bekommen.