James Woods

James Woods in "Shark" © CBS

Quelle: The Providence Journal

Für die meisten Hollywood-Stars ist Schauspielerei eine Berufung, der sie lebenslang nachgehen, bis sie körperlich oder geistig dazu nicht mehr in der Lage sind. Viel verstorbene Stars wie Christopher Lee, Leonard Nimoy oder Harry Dean Stanton haben bis zu ihrem Tod gearbeitet.

Doch es gibt auch Schauspieler, für die es irgendwann genug ist und sie bewusst in den Ruhestand gehen. Daniel Day-Lewis möchte das bereits nach seinem nächsten Film Phantom Thread mit noch recht jungen 60 Jahren tun. Sean Connery und Gene Hackman haben sich bereits vor über einem Jahrzehnt aus dem Schauspielgeschäft zurückgezogen und Connery konnte sogar nicht für einen Auftritt als Indys Vater im vierten Indiana-Jones-Film zurückgelockt werden.

In die Rente geht jetzt auch einer von Hollywoods markantesten Charakterdarstellern, James Woods. Woods hängte seinen Rückzug aus der Filmindustrie nicht an die große Glocke, sondern der Umstand wurde fast beiläufig in der Tageszeitung von Providence, Rhode Island erwähnt. Woods besitzt vier Häuser in dem Bundesstaat, die er jetzt offenbar verkaufen möchte. Immobilienmakler Allen Gammons erklärte in der Zeitung Woods' Entschluss: (aus dem Englischen)

James Woods zieht sich aus der Entertainment-Industrie zurück und hofft, sein Leben zu vereinfachen, indem er seine zahlreichen Immobilienbestände an beiden Küsten verkauft.

Der zweifach oscarnominierte Schauspieler ist u. a. seine zahlreichen Auftritte als Bösewichte oder zumindest moralisch zwielichtige Figuren bekannt. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören Sergio Lenos Es war einmal in Amerika, Martin Scorseses Casino, Oliver Stones Nixon und John Carpenters Vampire. Für Rob Reiners Das Attentat (OT: Ghosts of Mississippi) und Oliver Stones Salvador erhielt er jeweils eine Oscarnominierung. Einen Golden Globe gewann er für seine Performance im TV-Film Promise, für den er auch einen Emmy erhielt. Darüber hinaus wurde Woods mit zwei weiteren Emmys ausgezeichnet. Im Fernsehen spielte Woods in zwei Staffeln von "Shark" die Titelfigur der Anwaltsserie.

In den letzten Jahren war Woods immer seltener im Kino oder Fernsehen zu sehen. Seine letzten Rollen (Stimmrollen ausgenommen) spielte er in der TV-Serie "Ray Donovan" und in dem wenig bekannten Krimi Jamesy Boy. Seine letzten größeren Kinoproduktionen waren White House Down und das Straw-Dogs-Remake von 2011. Woods hat zuvor beklagt, dass seine konservativen politischen Ansichten (er ist ein erklärter Trump-Befürworter) es ihm erschweren, gute Rollen zu bekommen. Zuletzt kriegten er und Armie Hammer sich in die Haare über den Oscarkandidaten Call Me By Your Name, in dem es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern (jeweils 17 und 24 Jahre alt im Film) geht. Daraufhin erinnerte Hammer Woods daran, dass er eine Beziehung mit einer 20-Jährigen führte, als er selbst 66 war.

Woods' Entscheidung, sich von der Schauspielerei zu verabschieden, soll jedoch nicht (nur) durch das liberale politische Klima in Hollywood begründet sein, sondern durch die Umstände in seinem Privatleben. Er möchte sich in Zukunft seinen anderen Leidenschaften widmen, darunter Fotografie, Antiquitätensammlung und Texas Hold’em Poker.

Woods hat in seiner Karriere viele denkwürdige Rollen gespielt, doch mir persönlich ist er am besten durch seine Auftritte in John Carpenters Vampire als Badass-Vampirkiller Jack Crow und in Simon Wests Wehrlos – Die Tochter des Generals als Militärmann Colonel Robert Moore in Erinnerung geblieben.

Welche von Woods' Rollen gefallen Euch am meisten?