Doris Day tot

Doris Day in "Bettgeflüster" (1959) © Universal Pictures

Quelle: Doris Day Animal Foundation

Hollywoods Vorzeige-Sauberfrau und Screwball-Comedy-Queen Doris Day (gebürtig Doris Mary Ann Kappelhoff) ist tot. Sie starb bei sich zu Hause in Carmel Valley im Alter von 97 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Ihren 97. Geburtstag feierte sie erst letzten Monat.

Doris Day war eine der letzten noch lebenden Legenden aus Hollywoods Goldenem Zeitalter, deren Status als einer der größten weiblichen Stars der Traumfabrik auch mehr als 50 Jahre nach ihrem finalen Film unumstritten ist.

Noch bevor es Doris Day im Kino zum Ruhm gebracht hat, war sie eine sehr erfolgreiche Sängerin. Ihr Gesangstalent entdeckte sie, als sie sich als Teenagerin drei Jahre lang von einem schweren Autounfall erholte, der ihren Traum als Tänzerin beendete. In den Vierzigern und Fünfzigern gelangen Doris Day mehrere Nummer-1-Songhits.

Days Filmkarriere begann 1948 mit der romantischen Komödie Zaubernächte in Rio (OT: Romance on the High Seas) von Michael Curtiz. Die größeren Erfolge folgten in den fünfziger Jahren mit Schwere Colts in zarter Hand (OT: Calamity Jane), den Doris Day erst letzten Monat als ihren persönlichen Lieblingsfilm von allen ihren Werken nannte, und Alfred Hitchcocks Der Mann, der zuviel wusste (OT: The Man Who Knew Too Much). In dem Film setzte Doris Day ihre Gesangskünste für eine unvergessliche Performance von "Que Sera, Sera (What Will Be, Will Be)" ein. Das Lied wurde fortan mit der Schauspielerin identifiziert.

Doch die Doris Day, wie sie die meisten Filmfans kennen und lieben, wurde Ende der Fünfziger mit der Screwball-Komödie Bettgeflüster (OT: Pillow Talk) geboren. Es war der erste ihrer drei Filme mit Rock Hudson, zementierte ihren Ruf als eine reine Seele und brachte ihr die einzige Oscarnominierung ihrer Karriere ein. Bettgeflüster, der dieses Jahr sein 60. Jubiläum feiert, wurde auch zu Doris Days größtem Kassenhit. Sie wurde zu einer eigenen Marke und stieg in den frühen Sechzigern zu den größten Kassenmagneten Hollywoods auf. Hits wie Ein Pyjama für zwei (OT: Lover Come Back) und Eine zuviel im Bett (OT: Move Over, Darling) folgten. Doch Zeiten änderten sich und Doris Days idealisierte, keusche Filme fielen aus der Mode. Ihren allerletzten Film, Der Mann in Mammis Bett (OT: With Six You Get Eggroll), drehte sie 1968.

Als ihr dritter Ehemann, der Filmproduzent Martin Melcher, 1968 starb, stellte sie schockiert fest, dass sein Geschäftspartner Jerome Bernard Rosenthal und er ihr gesamtes Vermögen verprasst und ihr einen Schuldenberg hinterlassen haben. Außerdem verpflichtete Melcher Doris Day ohne ihr Wissen zu einer TV-Comedyserie. Widerwillig, aber im Wissen, dass sie das Geld brauchte, machte Day mit, und daraus wurde "The Doris Day Show". Diese lief fünf Staffeln lang, änderte zwischendurch massiv die Handlung und die Figurenkonstellationen, brachte Day aber immerhin eine Golden-Globe-Nominierung ein.

Nach dem Ende der Comedyserie im Jahr 1973 zog sich Doris Day weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie gab nur noch selten Interviews und ihr letzter großer Auftritt bei einer Hollywood-Veranstaltung war 1989, als sie bei den Golden Globes den Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk entgegennahm. Im Alter von 89 veröffentlichte sie 2011 jedoch das Album "My Heart", das ihre ersten Studioaufnahmen seit 1967 enthielt. In Großbritannien schaffte es das Album sogar in die Top 10 der Charts.

Darüber hinaus war Doris Day bis zu ihrem Tod eine aktive Tierschützerin. Die Vegetarierin gründete 1978 die Doris Day Animal Foundation.