Clint Eastwood

Clint Eastwood in Back in the Game (2012) © Warner Bros. Pictures

Quelle: The Tracking Board

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Er ist eine der größten Ikonen Hollywoods, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Clint Eastwood ist eine lebende Legende und mit obwohl er so langsam auf die 90 zugeht, ist er als Filmemacher erfolgreicher denn je. American Sniper und Sully wurden zu den zwei größten Kinohits seiner langen Karriere. Mit American Sniper inszenierte er sogar den erfolgreichsten Film des Jahres 2014 an den nordamerikanischen Kinokassen, noch vor Guardians of the Galaxy und Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 sowie den weltweit umsatzstärksten Kriegsfilm überhaupt. Heldentaten, Pathos und Patriotismus stehen immer häufiger im Fokus von Eastwoods Filmen, auch in seinem neusten, auf wahren Begebenheiten basierenden The 15:17 to Paris.

Während Eastwood jedoch als Regisseur unermüdlich weiterarbeitet, war er in den letzten zwölf Jahren nur zweimal selbst auf der Leinwand zu sehen. Eigentlich haben viele angenommen, dass Gran Torino (2008), den er auch selbst inszenierte, sein finaler Auftritt als Schauspieler werden würde. Die Rolle hatte gewissen Abschiedscharakter und es wäre auch ein phänomenaler Abgang aus dem Fach für Eastwood gewesen. Doch vier Jahre später kehrte er in Back in the Game (OT: Trouble with the Curve) als alternder Baseball-Scout auf die Leinwände zurück und das auch erstmals seit In the Line of Fire von 1993 in einem Film, den Eastwood nicht selbst inszeniert hat. Es war eine solide, jedoch keine besonders erinnerungswürdige Performance.

Auch das war wohl nicht Eastwoods Abschied von der Leinwand, denn aktuell liebäugelt er mit einem weiteren Film, den er auch selbst inszenieren und produzieren würde. The Mule erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte von Leo Sharp, einem hochdekorierten Weltkriegsveteran und weltberühmten Gartenbauer, der 2011, im Alter von 87, in Michigan in Besitz von über 200 Pfund Kokain verhaftet wurde, die er für das mexikanische Sinaloa-Kartell transportiert hat. Sharp wurde als ältester Drogenkurier der Welt bekannt und im Alter von 90 verurteilt. Im Juni 2015 wurde er jedoch aufgrund fortschreitender Demenz freigelassen mit der Prognose, dass er nur noch sechs Monate zu leben hätte. Sharp lebte allerdings weitere eineinhalb Jahre und starb erst im Dezember 2016 im Alter von 92. Insgesamt knapp zehn Jahre lang war Leo Sharp einer der fleißigsten Kuriere des Kartells und wurde geschnappt, nachdem das DEA die Telefonate des Kartells abgehört hat, in denen er lediglich als “Tata” bezeichnet wurde, das spanische Wort für “Opa”.

The Mule soll Eastwoods nächste Regiearbeit werden und da er als Regisseur sehr effizient arbeitet, werden wir den Film spätestens 2019 zu sehen bekommen. Das Drehbuch stammte ursprünglich vom Gran-Torino-Autor Nick Schenk, was Eastwood möglicherweise zum Projekt hingezogen hat. Inzwischen wurde es von Dave Holstein (“Weeds”) umgeschrieben. Ruben Fleischer (Zombieland) war als erster Regisseur des Films vorgesehen, doch ich denke, man sich darauf einigen, dass das Projekt jetzt eine deutlich interessantere Wende genommen hat.

Als Regisseur hat Eastwood alles erreicht, was man erreichen kann, einschließlich zwei Oscars für Million Dollar Baby und Erbarmungslos. Ein Darsteller-Oscar fehlt ihm allerdings noch und vielleicht wird es endlich die Rolle sein, die ihm die goldene Statue einbringen wird.