Avatar 2 Plot

Sam Worthington in Avatar © 2009 20th Century Studios

Quelle: Deadline

Nach einem wahren Boom Anfang des letzten Jahrzehnts, befindet sich 3D seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Die meisten Fernsehhersteller produzieren aufgrund sinkender Nachfrage keine 3D-Geräte mehr, immer häufiger erhalten Filme, die im Kino noch in 3D liefen, keine Veröffentlichung auf 3D-Blu-rays und 3D-Vorstellungen werden in den Kinos ebenfalls seltener, weil die Zuschauer häufig nicht mehr willens sind, mehr Geld ohne erkennbaren Mehrwert zu zahlen.

Eine Mitschuld an dieser Entwicklung tragen die Filmstudios selbst. Es war ihre Gier, möglichst viel vom 3D-Kuchen abzugreifen, die dazu geführt hat, dass minderwertige Konvertierungen den Zuschauern das 3D vermiest haben. Richtig eingesetzt und gut durchdacht kann 3D das visuelle Erleben eines Films durchaus aufwerten, siehe Streifen wie Gravity, Hugo Cabret, The Walk und natürlich James Camerons Avatar, dem wir den 3D-Hype überhaupt zu verdanken hatte. Was hatten alle diese Filme gemeinsam? Sie wurden alle von herausragenden, visionären Regisseuren inszeniert, die genau wussten, was sie aus der Technik herausholen wollten. Es waren aber hastig konvertierte Filme wie Kampf der Titanen oder Alice im Wunderland, die 3D irgendwann einen schlechten Ruf gegeben haben.

Ist das 3D noch zu retten? Wenn das einer schafft, dass James Cameron. Der Name steht synonym für großes, bombastisches Kino und technische Innovationen. Terminator 2 ist einer der größten Meilensteine der visuellen Effekte. Titanic war ein monumentales, detailverliebtes Unterfangen und Camerons Avatar, so generisch und redundant der Plot des Films war, war eine visuelle Offenbarung.

Dieses Jahr kehrt Cameron nach Pandora zurück. Es ist kaum zu glauben, doch nach zahlreichen Startverschiebungen und einer fünfjährigen Produktionszeit wird Avatar 2 zu Weihnachten in unsere Kinos kommen. Natürlich in 3D und laut Cameron soll die Technik ein Quantensprung gegenüber dem sein, was wir 2009 beim ersten Film im Kino gesehen haben.

Den Besuchern der Fachmesse CinemaCon in Las Vegas wurden atemberaubende erste Szenen aus dem Film gezeigt, dessen Titel als Avatar: The Way of the Water enthüllt wurde. Das passt zu allem, was für über den Film bislang wissen, nämlich dass die Ozeane und die Unterwasserwelt des Planeten Pandora eine große Rolle im Sequel spielen werden, ebenso wie Pandoras Wasservolk, die Metkayina.

Die Zuschauer werden nicht lange warten müssen, um selbst erste Eindrücke von dem Film zu bekommen. Disney hat bekanntgegeben, dass der erste Teaser-Trailer zu Avatar: The Way of the Water nächsten Monat exklusiv vor Marvels Doctor Strange in the Multiverse of Madness in den Kinos laufen wird und erst eine Woche nach dem US-Kinostart des Films auch online veröffentlicht werden wird. Auf diese Weise soll verdeutlicht werden, dass Avatar 2 ein Film ist, der unbedingt auf einer größtmöglichen Kinoleinwand gesehen werden muss. In Camerons Worten reizt der Filme alle Möglichkeiten der modernen Filmtechnik aus, einschließlich höherer Bildfrequenz, eines höher aufgelösten 3D noch realistischer aussehenden visuellen Effekte. Die Rückkehr nach Pandora soll laut Cameron ganz besonders werden. Jeder Aufnahme wurde für die größte Leinwand, die höchste Auflösung und das eindringlichste 3D designt.

Doch worum geht es eigentlich in dem Film? Jake Sully (Sam Worthingon) und seine Na’vi-Frau Neytiri (Zoe Saldana) führen mit ihren drei Kindern ein friedliches Familienleben auf dem Planeten Pandora, als eine alte Bedrohung zurückkehrt, um zu beenden, was sie angefangen hat. Jake muss mit Neytiri und der Na’vi-Armee zusammenarbeiten, um ihren Planeten zu beschützen.

Also… mehr oder weniger wie der erste Film. Aber gut, es ist die Umsetzung, auf die es ankommt.

Neben Worthington und Saldana kehren nahezu alle Darstellerinnen und Darsteller aus dem ersten Film zurück, unabhängig davon , ob ihre Figuren eigentlich gestorben sind. Stephen Lang spielt wieder den Bösewicht Colonel Miles Quaritch, allerdings vielleicht nicht mehr in seiner (toten) menschlichen Form. Auch Sigourney Weaver ist zurück, jedoch laut ihr als ein anderer Charakter als im ersten Avatar. Matt Gerald, Dileep Rao, David Joel Moore und Giovanni Ribisi verkörpern allesamt ihre Rollen aus dem ersten Film. Neu dabei sind Edie Falco ("Nurse Jackie"), Oona Chaplin ("Taboo"), Jemaine Clement (5 Zimmer Küche Sarg) und Fast-&-Furious-Star Vin Diesel. Titanic-Darstellerin Kate Winslet wurde bei Avatar: The Way of the Water mit Cameron wiedervereint und spielt Ronal, eine Freitaucherin des Volks der Metkayina. Ihre Rolle soll im Verhältnis zum aufwendigen, einmonatigen Performance-Capture-Dreh relativ kurz sein laut Winslet. Für ihren Part musste sie lernen, sieben Minuten lang die Luft unter Wasser einzuhalten. Auch viele andere DarstellerInnen des Films drehten zahlreiche Unterwasser-Sequenzen.

Die Dreharbeiten zu Avatar: The Way of the Water, einschließlich Realaufnahmen und Performance-Capture-Aufnahmen, dauerten rund drei Jahre von September 2017 bis September 2020. Parallel zu ihm entstand auch schon Avatar 3, der laut Cameron zuletzt schon zu 95% fertig war. Geplant sind zwei weitere Sequels danach und laut Produzent Jon Landau sind die Dreharbeiten zu Avatar 4 bereits zu einem Drittel durch. Jedes Sequel wurde laut Landau als eine in sich abgeschlossene Geschichte mit einem richtigen Ende geschrieben, doch zusammen sollen alle fünf Filme eine übergreifende Reise und Geschichte von Sully und seiner Familie sein.

Avatar war natürlich ein phänomenaler Erfolg. Mit dem Film entthronte Cameron nach zwölf Jahren seinen eigenen Streifen Titanic als umsatzstärksten Film aller Zeiten weltweit. Avengers: Endgame überholte ihn 2019 zwar haarscharf, doch 2020 eroberte Avatar dank einer Wiederaufführung in China den Spitzenplatz zurück und Disney hat für den 23. September dieses Jahr eine neue, weltweite Wiederaufführung des Films mit einem Ton-Remaster angesetzt, was seinen Vorsprung gegenüber Endgame noch etwas vergrößern wird. Aktuell hat der Film rund $2,8 Milliarden in der Bank.

Es ist etwas kurios, denn trotz dieses unbestreitbar gigantischen Erfolgs habe ich nicht den Eindruck, dass Avatar wirklich ins kulturelle Bewusstsein udn den Zeitgeist so eingedrungen ist wie beispielsweise Titanic seinerseits oder die Avengers-Filme. Es schwebt ein großes Fragezeichen über dem Erfolgspotenzial der kommenden Avatar-Sequels. Werden sie auch nur annähernd so viel Hype erreichen wie der erste Film, der seinerzeit mit revolutionärer Technik punktete? Auch wenn sehr viele Kinogänger Avatar offensichtlich mochten, habe ich bislang nicht den Eindruck, dass die Begeisterung für weitere Teile so groß ist, insbesondere da vier (!) Sequels auch als Overkill gesehen werden. Ich habe den Originalfilm siebenmal im Kino gesehen, aber meine Vorfreude auf neue Teile hält sich irgendwie in Grenzen, vielleicht auch weil sie seit einer gefühlten Ewigkeit in Arbeit sind.

Andererseits will ich Cameron auch nicht anzweifeln. Mit Terminator 2 und Aliens – Die Rückkehr hat er zwei der besten Sequels aller Zeiten inszeniert, die von vielen ihren Vorgängern als überlegen gesehen werden. Man zweifelte Camerons Ambitionen bei Titanic und beim ersten Avatar an und er hat es allen mit insgesamt 14 gewonnenen Oscars und fast fünf Milliarden Umsatz gezeigt. Trotz meines aktuell niedrigen Hype-Levels bin ich sehr bereit, mich von Cameron wieder überraschen zu lassen. Vielleicht mache ich es genau wie beim ersten Film und vermeide jegliche Trailer oder Spots vor dem Kinostart. Es war wirklich berauschend damals, die allerersten bewegten Bilder aus dem Film am Premierenabend im Kino zu sehen.

Avatar: The Way of the Water kommt am 14.12.2022 in die deutschen Kinos. Avatar 3 wird für den 18.12.2024 erwartet. Avatar 4 und 5 sollen jeweils im Dezember 2026 bzw. 2028 kommen.