Box-Office Welt – Tarantino erobert die Welt

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Box-Office Welt - 18.-20.01.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quellen: The Hollywood Reporter, Rentrak

Nachdem Der Hobbit und Life of Pi die letzten fünf Wochen die internationalen Charts regiert hatten, kam letztes Wochenende frisches Blut in mehr als 60 Kinomärkte. Quentin Tarantinos neustes Werk, der fünffach oscarnominierte Western Django Unchained, eröffnete international mit insgesamt $49,4 Mio im Schnitt mehr als 30% über Inglourious Basterds. Dieser hat 2009 international $200,9 Mio eingespielt und als erster Tarantino-Film überhaupt weltweit die $300 Mio-Marke erreicht. Django sollte dies, bereits angesichts der deutlich besseren Performance im heimischen Markt, ebenfalls nicht schwer fallen. Am besten lief der Film in Deutschland an mit einem $9-Mio-Start – ganze 150% über dem Startwochenende von Inglourious Basterds! Auch in Frankreich lief es mit $8,1 Mio extrem gut. Dort lag der Start mehr als 30% über dem von Basterds. Weitere Top-Märkte waren Russland mit $5,5 Mio (mehr als das Doppelte von Basterds' Start), Italien mit $4,6 Mio (fast 60% über Basterds) und Großbritannien mit $4,4 Mio.

Was an Djangos internationalem Start besonders bemerkenswert ist, ist, dass diese Zahlen für einen Western außerhalb von Nordamerika sehr ungewöhnlich sind. So war True Grit zwar in USA/Kanada ein großer Hit mit mehr als $170 Mio Einspiel und ergatterte ganze zehn Oscarnominierungen, doch im Rest der Welt hat er weniger als $80 Mio eingenommen. Auch Clint Eastwoods Oscarsieger Erbarmungslos nahm außerhalb von USA lediglich $58 Mio ein. Der erfolgreichste Western aller Zeiten, in Nordamerika und weltweit, bleibt bis heute Der mit dem Wolf tanzt, welcher seinerzeit (auf dem Höhepunkt von Kevin Costners Karriere) unglaubliche $240 Mio international und mehr als $420 Mio weltweit eingespielt hat. Mit etwas Glück könnte Django Unchained an diese Zahlen zumindest nah herankommen. Dabei war Inglourious Basterds mit seiner sehr internationalen Besetzung und dem Thema des Zweiten Weltkriegs in Europa eigentlich deutlich leichter zu verkaufen. Dass Django Unchained trotzdem diesen Film mit Leichtigkeit toppen wird, spricht Bände über die gewachsene Popularität von Tarantino – die er wiederum der Beliebtheit von Basterds zu verdanken hat. Wie die meisten Tarantino-Filme, sollte sich auch Django einer guten Resonanz beim Publikum erfreuen, aber auch etwas frontlastiger sein als sonst angesichts seiner gestiegenen Popularität. Da der Film jedoch in Australien, Neuseeland, Portugal, Japan, Indien und einer Handvoll kleinerer Märkte noch gar nicht gestartet ist, kann man mit Sicherheit von mindestens $200 Mio international ausgehen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass Django $250 Mio außerhalb des Heimmarktes knacken wird und somit als erster Tarantino-Film $400 Mio weltweit. Bedenkt man, wie gut der Film überall ankommt, kann man sich nur ausmalen, welchen Erfolgs sich der nächste Film von Tarantino erfreuen wird.

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Der zweite Platz am internationalen Box-Office ging letztes Wochenende an den Sieger der vorherigen beiden Wochen, Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger. Dieser erwirtschaftete in 67 Märkten weitere $22,2 Mio und brachte sein internationales Einspiel auf grandiose $395,7 Mio, womit er kurz davor steht, weltweit eine halbe Milliarde zu erreichen. In Großbritannien ist der Film mit $38,3 Mio in die Top 10 des letzten Jahres aufgestiegen. In Mexiko verbrachte der Film sein viertes Wochenende in Folge auf Platz 1 und wehrte damit sogar Django Unchained ab. Dort ist Life of Pi mit $16,7 Mio ebenfalls in die Top 10 von 2012 vorgerückt. In Australien stieg der Film nach einem tollen Rückgang in der dritten Woche auf Platz 1 der Kinocharts auf und erreichte nach nur drei Wochen mehr als $20 Mio. Großartig läuft es für den oscarnominierten Streifen auch in Russland. Nach lediglich drei Wochen hat Life of Pi dort $27,8 Mio erreicht und damit schon das Gesamtergebnis von Blockbustern wie Skyfall, The Amazing Spider-Man und Prometheus getoppt. Mit Starts in Japan und Venezuela noch in petto und elf Oscarnominierungen im Rücken, sind dem Film $45 Mio international so gut wie garantiert. Mit etwas Glück könnte er sogar $600 Mio weltweit einnehmen. Er wäre erst der 29. Originalfilm (also kein Sequel, Prequel oder Reboot), dem dies gelingen würde. Angesichts der Natur des Films ist es ein unglaubliches Ergebnis.

Hervorragende Zahlen lieferte am Wochenende auch Les Misérables ab. Das Musical nahm außerhalb von Nordamerika weitere $19,1 Mio ein und brachte sein Gesamtergebnis jenseits der $150 Mio-Marke (auf $152,7 Mio). Besonders beeindruckend ist dabei, dass er am Wochenende in keinem besonders großen neuen Markt gestartet wurde. Damit stehen ihm immer noch Deutschland, Frankreich, Italien, Argentinien, Russland und viele andere bevor. Phänomenal bleiben die Ergebnisse aus Japan und Südkorea. Im letzteren Land erreichte der Film mit $36,5 Mio bereits Rang 6 der erfolgreichsten Filme von 2012 und könnte womöglich noch mit mehr als $42 Mio in die Top 5 einziehen. In Japan ist der Lauf ebenso hervorragend. Dort nahm der Film bis dato $38,7 Mio ein und steuert unaufhaltsam auf mehr als $50 Mio zu. Damit wäre es der erfolgreichste englischsprachige Film in Japan seit Mission; Impossible – Phantom Protokoll. Man kann davon ausgehen, dass der Film auch in den kommenden Märkten zumindest dank viel Oscar-Hype gut anlaufen wird. Somit gilt ein weltweites Gesamteinspielergebnis jenseits von $400 Mio als gesichert. International dürfte der Film mit etwas Glück $300 Mio für sich einnehmen können.

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise erreichte letztes Wochenende einen neuen Meilenstein. Nach einem internationalen $13,2-Mio-Wochenende toppte er als 25. Film in der Geschichte weltweit $900 Mio. Außerhalb von USA/Kanada steht er bislang bei $632,2 Mio. Lediglich 19 weitere Filme haben an den internationalen Kinokassen mehr als das eingespielt. Dem Film steht immer noch China bevor, sodass man mit insgesamt mehr als $1 Mrd weltweit und an die $700 Mio international rechnen kann.

Dabk einem soliden Start in Südkorea spielte Jack Reacher am Wochenende $10,9 Mio ein und steht nun außerhalb von USA/Kanada bei $98 Mio. Japan und China stehen dem Film noch bevor, sodass er durchaus noch $150 Mio international erreichen könnte. Schließlich ist die Popularität von Tom Cruise in Japan immer noch groß.

Gangster Squad hat nach zwei Wochen im internationalen Verleih $18,8 Mio erreicht. Noch steht der Start in den meisten Märkten dem Film bevor. Hänsel & Gretel – Hexenjäger startete derweil seine internationale Tour in Russland, wo er tolle $8,4 Mio zum Start einnahm. Dieses Ergebnis liegt über dem Startwochenende von Skyfall, The Expendables 2 und The Dark Knight Rises und sollte dem Fantasy-Horrorfilm ein Gesamtergebnis von mindestens $15 Mio in dem Markt bescheren. Das ist schonmal ein guter Anfang!

Bemerkenswert bleibt auch The Impossible. In den USA läuft es für den Film eher mittelmäßig, doch international können sich seine Zahlen sehen lassen. Einen großen Anteil daran hat natürlich Spanien, doch auch in anderen Ländern läuft es prima für den Katastrophenfilm mit Naomi Watts. Am Wochenende fiel die $100 Mio-Barriere und der Streifen brachte sein internationales Einspiel auf $106 Mio. Mit Deutschland, Italien und anderen Märkten in naher Zukunft, wird es kaum ein Problem sein, auch $150 Mio zu erreichen.

Neues gab es wieder von Ted zu vermelden. Die Komödie erreichte endlich den Abschluss eines weltweiten Tournee und startete mit großartigen $4,5 Mio in Japan – der beste Start dort für eine englischsprachige Komödie seit vielen Jahren und der beste für eine mit dem R-Rating. Damit steht der Film international bei $290,2 Mio. Bald kann sich das Studio über mehr als $300 Mio international erfreuen.

Zu erwähnen bleibt schließlich noch Skyfall, der am Wochenende $740 Mio erreichte. Der Film ist weniger als $60 Mio davoon entfernt, weltweit $1,1 Mrd zu knacken, was ihn um siebterfolgreichsten Film aller Zeiten machen würde. Mit China im Rücken ist dies aber immer noch möglich.

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