Box-Office Deutschland – Es geht weiter abwärts

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Box-Office Deutschland - 11.-14.06.2013 Zusammenfassung und Analyse

Quelle: Insidekino

Trotz Sommerferien und eines reichhaltigen Filmangebots, geht die Flaute an den deutschen Kinokassen weiter. Zum ersten Mal seit einem Monat ging die Gesamtbesucherzahl der Top 10 unter 1 Mio Zuschauer. Nur einer der drei breiten Neustarts konnte wirklich überzeugen, während die meisten Filme erneut unter sommerlichen Temperaturen litten. Gegenüber der Vorwoche ging es für die Top 10 um 11% runter, gegenüber dem Vorkahr um unerbitterliche 47%. Immerhin hat das letzte Wochenende dieses Jahr um drei "Besuchermillionäre" bereichert.

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Der einzige Lichtblick blieb dabei Ich – Einfach unverbesserlich 2, der mit 442,000 Zuschauern problemlos den 1. Platz wieder beanspruchte und lediglich um 15% gegenüber seinem Startwochenende nachgab. Damit lag das zweite Wochenende des Animations-Sequels immer noch über dem Start des ersten Films, abzüglich Previews (437,000 Zuschauer). In 11 Tagen hat Ich – Einfach unverbesserlich 2 bereits 1,177,000 Zuschauer für sich begeistert – fast 300,000 mehr als der erste Film m selben Zeitraum. Außerdem hat der Film nach seinem zweiten Wochenende bereits mehr Besucher vorzuweisen als Die Monster Uni nach seinem vierten und mehr als Epic – Verborgens Königreich nach seiner gesamten Laufzeit. Etwa 1,15 Mio Besucher trennen den Film davon, Die Croods zu übertreffen und zum erfolgreichsten Animationsfilm des Jahres zu werden – eine Herausforderung, die Ich – Einfach unverbesserlich 2 leicht bewältigen wird. Hat der erste Film 2010 noch knapp 2,5 Mio Besucher erreicht, wird der zweite Teil problemlos mit mehr als 3 Mio Zuschauern die Goldene Leinwand holen. Die Konkurrenz um das Familienpublikum, das ihm bevorsteht, ist Die Schlümpfe 2 und ich bin mir sicher, dass beide Filme koexistieren können. Deshalb rechne ich insgesamt mit nicht weniger als 3,2 Mio Zuschauern.

Platz 2 ging, wie schon in der Vorwoche, an World War Z. Der Apokalypse-Horrorstreifen gab um 37% auf 131,000 Zuschauer nach und hat am Wochenende die 1-Mio-Zuschauermarke erreicht. Insgesamt wurde der Film bislang von etwa 1,121,000 Menschen in den deutschen Kinos gesehen. World War Z ist der 20. Film mit Beteiligung von Brad Pit, der in Deutscland mehr als 1 Mio Zuschauer in die Kinos gelockt hat. Neben Leonardo DiCaprio, Will Smith und Tom Hanks gehört er zu den zugkräftigsten Hollywood-Stars hierzulande. In den kommenden Wochen wird er durch Pacific Rim und Wolverine viel direkte Konkurrenz bekommen, sodass es bei 1,5 Mio Schluss sein sollte. Für einen Zombiefilm in  Deutschland ist das aber bereits eine grandiose Zahl.

Die Unfassbaren – Now You See Me war der erfolgreichste Neustart mit 143,000 Besuchern, einschließlich Sneaks und Previews und 112,000 am regulären Wochenende. In 402 Kinos gelang ihm ein solider, wenn auch nicht besonders auffälliger Schnitt von 279 Besuchern/Kino. Was allerdings für den Film spricht, ist, dass er hierzulande, wie schon in Nordamerika, eine sehr positive Mundpropaganda genießt und in den kommenden Wochen großen Actionblockbustern trotzen sollte. Deshalb gehe ich von mehr als einer halben Million Besucher aus als Gesamtergebnis. Wie viel mehr es werden wird, wird sich bald zeigen.

Platz 4 ging an die Komödie Taffe Mädels, der die 100,000-Besuchermarke am Wochenende knapp verfehlte und mit 97,000 Zuschauern seine Gesamtbesucherzahl auf knapp mehr als 300,000 brachte. Für eine stark vermarkete Komödie mit Sandra Bullock in der Hauptrolle ist es kein tolles Ergebnis. Immerhin hat Sandra Bullock in Deutschland bisher 10 Filme gehabt mit mehr als 1 Mio Zuschauern und sogar Filme, die in den USA nur mäßigen Erfolg hatten, wie 28 Tage, Mord nach Plan und Auf die stürmische Art waren hierzulande solide Erfolge. Brautalarm (der vom Taffe-Mädels-Regisseur Paul Feig inszeniert wurde) hatte im gleichen Zeitraum etwa 140,000 Zuschauer mehr und das ohne Sandra Bullock an Bord. Da es in den kommenden Wochen allerdings an großen Komödien in Deutschland mangeln wird, sollte Taffe Mädels sich mit der Zeit erholen und auf lange Sicht zumindest 600,000 Zuschauer erreichen. Dennoch würde ich auch dieses Ergebnis als eine leicht Enttäuschung werten.

Die Monster Uni profitierte, ebenso wie Ich – Einfach unverbesserlich 2, von den Sommerferien und baute lediglich 18% ab. mit 65,000 Besuchern an seinem 4. Wochenende belegte er Rang 5 und brachte seine Besucherzahl auf insgesamt 1,070,000. Damit liegt er aber nur noch etwa 62,000 Besucher vor Merida – Legende der Highlands (Pixars bislang besucherschwächstem Film in Deutschland) im selben Zeitraum. Auf lange Sicht, befürchte ich, wird Die Monster Uni hinter Merida zurückfallen und für Pixar den neuen Tiefpunkt in Deutschland bilden. Auch wenn er sich dank Sommerferien gut erholt, glaube ich kaum, dass er die 1,46 Mio Zuschauer von Merida noch erreichen kann. Zwar lief Merida schwach an, konnte sich aber im Spätsommer mit viel Ausdauer behaupten. Die Monster Uni hingegen geht gegen Ich – Einfach unverbesserlich 2 komplett unter. Mit viel Glück werden ihm insgesamt 1,35 Mio Zuschauer vergönnt sein. Das ist nicht einmal die Hälfte der Besucher, die Die Monster AG 2002 ereicht hat. Schade.

Der Halle-Berry-Thriller The Call – Leg nicht auf! konnte seinen Überraschungsefolg aus den USA nicht wiederholen und eröffnete mit 42,000 Zuschauern (inkl. Sneaks) lediglich auf Rang 6. Am eigentlichen Wochenende waren es sogar nur 32,000 Zuschauer von 216 Kinos. Der Film wird ziemlich schnell von den meisten Leinwänden verschwinden, ich erwarte nicht mehr als 100,000 Besucher, wenn alles vorbei ist.

Man of Steel musste wieder einen Rückschlag einstecken und taumelte um 45% und zwei Plätze runter auf #7 und knapp 30,000 Besucher an seinem 4. Wochenende. Mit 709,000 Zuschauern liegt er nun etwa 50,000 hinter Batman Begins im gleichen Zeitraum und wird immer weiter zurückfallen. Mittlerweile sieht es nicht einmal danach aus, als würde der Streifen sogar 800,000 Zuschauer in Deutschland erreichen. Das hat man sich bei Wanrer bestimmt anders vorgestellt.

Andererseits gibt es trotzdem einen Grund zur Freude bei Warner. Letztes Wochenende hat Hangover 3 als zweiter Film von 2013 (nach Django Unchained) die 3-Mio-Besuchermarke erreicht und sich damit die zweite Goldene Leinwand des Jahres gesichert. Auf Platz 8 der Charts, wurde der Film letztes Wochenende von 29,000 Zuschauern (-38%) gesehen und steht nun bei insgesamt 3,0006,000 Besuchern. Zwar wird Hangover 3 die Zahlen des zweiten Films um mehr als 1 Mio verfehlen, doch über 3 Mio kann man sich auch kaum beschweren.

Auf Platz 9 floppte die deutsche Teenie-Komödie Systemfehler – Wenn Inge tanzt. Während die heimischen Kinofilme hierzuande häufig gut laufen, sind die deutschen Zuschauer scheinbar nicht bereit für einen erfolgreichen Jugendfilm aus eigenen Landen. Einschließlich Sneaks und Previews kamen für Systemfehler 34,000 Zuschauer bis Sonntag zusammen, am regulären Wochenende waren es etwa 23,000 von 349 Kinos, womit ihm ein trauriger Schnitt von 65 Besuchern pro Kino beschert war. Insgesamt werden hier kaum 100,000 Besucher zusammenkommen, da der Flm ziemlich schnell von den Leinwänden verschwinden wird.

Abgerundet wurde die Top 10 durch Fast & Furious 6, der einen Rückgang von 46% verbuchte und auf etwa 12,000 Besucher kam. Insgesamt hat das Action-Sequel aber mittlerweile 2,8 Mio Besucher erreicht – ein tolles Ergebnis für den sechsten Film einer Reihe.

Außerhalb der Top 10 erreichten zwei Filme neue Meilensteine. Star Trek into Darkness brachte seine Gesamtbesucherzahl auf knapp mehr als 1,5 Mio nach 10 Wochen – als erster Star-Trek-Film seit Star Trek – Der Aufstand ereichte er diese Marke. Ich hoffe, dass der nächste Streifen noch einen drauflegen kann. Währenddessen knackte der deutsche Überraschungsefolg Ostwind die 800,000-Marke und ich wäre nicht überrascht, wenn er zum Ende des Jahres hin bei mehr als 900,000 stehen würde.