Mit nur knapp über fünf Millionen Einwohnern ist Neuseeland kleiner als Österreich, Belgien oder die Schweiz. Dennoch kann sich der pazifische Inselstaat mit einer langen Tradition von Horrorkomödien rühmen, von der Deutschland nicht einmal zu träumen wagt. Der unumstrittene Urvater des Kiwi-Horrors ist Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson, dessen Low-Budget-Frühwerke wie Bad Taste, Meet the Feebles und natürlich Braindead wegweisend für Genrefilme aus Neuseeland wurden.
Die Organisatoren des deutschen Fantasy Filmfests haben eine ausgesprochene Schwäche für diesen ganz besonderen schrägen Humor. Immer wieder landen Horrorkomödien aus Neuseeland im Programm des größten Genrefilmfestivals Deutschlands. Filme wie Deathgasm und Fresh Meat sorgten für ein begeistertes Publikum beim Fantasy Filmfest, Taika Waititis Vampir-Mockumentary 5 Zimmer Küche Sarg lief 2014 als Centerpiece des FFF, während Housebound im selben Jahr den Fresh-Blood-Wettbewerb des Festivals gewann.
Eine besonders große Ehre wurde 2007 Black Sheep zuteil, der als Eröffnungsfilm des Festivals ausgewählt wurde. Black Sheep war einer der ersten Filme aus Neuseeland, die Jacksons Tradition von Comedy-Splatter wieder aufgriffen. In dem Film kehrte ein junger Mann mit extremer Angst vor Schafen zur Schaffarm seiner Eltern zurück, um sich seiner Phobie zu stellen. Diese erweist sich als nicht unbegründet: Die Farm wird inzwischen von seinem Bruder geführt, der mit einem Wissenschaftler Experimente mit geklonten Schafen betreibt. Natürlich laufen die Experimente aus dem Ruder und aus friedlichen Pflanzenfressern werden hungrige Raubtiere. Der zentrale Aufhänger des Films hätte kaum neuseeländischer sein können. Schließlich lebten zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung fast zehnmal so viele Schafe in Neuseeland wie Menschen.
Zwanzig Jahre nach der Weltpremiere des ersten Films geht die Saga der Killerschafe weiter. Originalregisseur und -drehbuchautor Jonathan King, der seit 2014 keinen Film mehr gedreht hat, kehrt dieses Jahr mit einem Sequel zu seiner Splatterkomödie zurück, das sich eine Scheibe von James Camerons Aliens abschneidet und entsprechend Black Sheeps heißt – obwohl das korrekte englische Plural des Wortes "sheep" lautet.
In Black Sheeps ist eine junge Wissenschaftlerin davon überzeugt, dass ein gefährlicher neuer Krankheitserreger die Bevölkerung bedroht. Sie kann ihn zu ihrer Heimatstadt zurückverfolgen, die im Schatten der entlegenen Schaffarm liegt, auf der sich die blutigen Ereignisse vor 20 Jahren abspielten. Originaldarsteller Nathan Meister kehrt als Henry aus dem ersten Film zurück.
Der durchgeknallte Trailer zu Black Sheeps zeigt neben den Mensch-Schaf-Hybriden, wie man sie schon aus dem ersten Film kennt, eine bizarre Schafanbeter-Sekte. Wer die Mischung aus Splatter und groteskem Humor des ersten Films mochte, wird wohl wieder voll auf seine Kosten kommen.
Seine Weltpremiere wird Black Sheeps beim Sitges Film Festival im Oktober feiern und am 12. November in die neuseeländischen Kinos kommen. In Deutschland ist Black Sheep zunächst nur im Heimkino erschienen und wurde vor zwei Jahren erstmals in einigen wenigen Kinos hierzulande aufgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Fortsetzung einen Kinostart in Deutschland erhalten wird. Ich hoffe jedoch, dass sie ins Programm der nächsten Fantasy Filmfest Nights aufgenommen wird.
Quelle: Umbrella Entertainment














