Quellen: MPAA, Universal Pictures

Michael Bays Produktionsfirma Platinum Dunes hat bereits den einen oder anderen Rohrkrepierer produziert (ich denke da an die Remakes von The Hitcher und Nightmare on Elm Street), doch mit Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel haben sie den Vogel definitiv abgeschossen. Der Hexenbrett-Horror ist einer der schwächsten Mainstream-Genrefilme, die in den letzten Jahren in unsere Kinos kamen und auch die sonst bezaubernde Olivia Cooke („Bates Motel“) konnte da nichts mehr retten. Es ist vielleicht kein Zufall, dass Ouija die erste und vorerst letzte Regiearbeit von Stiles White geblieben ist.

Doch allen Beschimpfungen und üblen Kritiken zum Trotz, konnten sich die Produzenten von Blumhouse und Platinum Dunes bei den Einnahmen des Films die Hände reiben, denn bei einem Budget von nur $5 Mio spielte der Teenie-zentrierte Horrorfilm weltweit mehr als $100 Mio ein. Die unmittelbare Konsequenz: natürlich ein Sequel. Dieses wurde bereits kurz nach dem Release des ersten Films, der tatsächlich zwei Wochen an der Spitze der US-Kinocharts verbrachte, angekündigt und kommt am 20.10.2016 auch in unsere Kinos. Jetzt hat der Film einen offiziellen Titel bekommen und heißt Ouija: Origin of Evil. Vielleicht wurde auf die Nummerierung ja verzichtet, um sich ein wenig vom Originalfilm zu distanzieren, denn wie mies er ankam, ist auch dem Erfolgsproduzent Jason Blum nicht entgangen. Erst kürzlich gab er in einem Interview zu, Ouija sei „nicht die Sternstunde“ seiner Produktionsfirma gewesen und hätte die Erwartungen, die er an den Film hatte, nicht erfüllt. No shit, Sherlock. Dazu versprach er aber hoch und heilig, dass der Nachfolger auf jeden Fall eine enorme Verbesserung werden würde.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als davon auszugehen, dass es nur noch aufwärts gehen kann. Mit Mike Flanagan hat man für Ouija:Origin of Evil auf jeden Fall einen Regisseur verpflichtet, der sich im Genre bislang gut bewährt hat. Sowohl sein atmosphärischer Horrorfilm Oculus als auch sein kürzlich exklusiv auf Netflix veröffentlichter Home-Invasion-Streifen Hush brachten ihm Lob seitens der Kritiker und Genrefans ein. Beim Ouija-Sequel schrieb er auch am Drehbuch mit und unter seiner Ägide soll der Film, so seine eigenen Worte, ein „ganz eigenes Ding“ werden, das komplett anders ist, als die Zuschauer nach dem ersten Film erwarten würden. Er meint also vermutlich „nicht beschissen“. Das wäre schon mal gut und tatsächlich gibt es angesichts von Flanagans Beteilung Grund genug zu glauben, dass Ouija 2 eins der seltenen Sequels werden wird, die dem Vorgänger deutlich überlegen sind. Oder ist es vielleicht ein Prequel, wenn man sich den Titel so anschaut?

Genaue Plot-Details zum Film gibt es noch nicht. Wir wissen lediglich, dass Annalise Basso, die in Oculus die junge Version von Karen Gillans Figur spielte, in dem Film ein Mädchen spielt, dessen Vater kürzlich verstorben ist (und zu dem sie vermutlich via Hexenbrett Kontakt aufnehmen möchte). Hush-Star Kate Siegel, Thomas Henry (E.T.), Doug Jones (Hellboy) und Elizabeth Reaser (Twilight) ergänzen den Cast. Die einzige Verbindung zum Originalfilm, die sich in der Besetzungsliste finden lässt, ist Genre-Stammgast Lin Shaye (Insidious) als zwielichtige Paulina Zinder.

Ouija: Origin of Evil hat in den USA jetzt erwartungsgemäß die PG-13-Altersfreigabe erhalten, die bereits der Vorgänger trug. Wer jetzt schon die Nase darüber rümpft, sollte bedenken, dass eine hohe oder niedrige Altersfreigabe nicht gerade die Qualität eines Films bestimmt. Auch Insidious und Ring waren PG-13 und gehören dennoch zu den besten Horrorfilmen der letzten 15 Jahre, während es etliche Horrorstreifen mit einem R-Rating gibt, die man dennoch in die Tonne kloppen kann. In Deutschland war der erste Ouija sowieso ab 16 Jahren freigegeben, was auch beim Nachfolger möglicherweise der Fall sein wird. Der erste Ouija hatte unzählige Makel und seine Altersfreigabe war keins davon.

Mike Flanagan hat übrigens nahegelegt, dass seine Ouija-Geschichte mit dem zweiten Film erzählt sei und er für einen potenziellen dritten Film als Regisseur nicht mehr zurückkehren würde. Allein schon die Vorstellung, dass es drei Ouija-Filme (oder mehr!) geben könnte, ist schon fast absurd, wenn ich an den ersten Film denke…