24 Legacy Ende

Quelle: FOX Broadcasting

Während die Zukunft von "Prison Break" bei FOX weiterhin unsicher ist, hat der Sender genug von "24: Legacy". Das Spin-Off zur langlebigen Echtzeitserie wird nach der zwölfteiligen ersten Staffel nicht fortgesetzt werden. Diese Entscheidung ist mit Sicherheit im Hinblick auf die schwachen Einschaltquoten der Serie gefallen. Dabei schuf der Sender die bestmöglichen Voraussetzungen für den Start der neuen Serie und gab strahlte deren Premiere im begehrtesten Fernsehslot des Jahres aus – unmittelbar nach dem 51. Super Bowl im Februar. Doch obwohl mehr als 110 Millionen US-Amerikaner das Spiel live verfolgten, blieben nur 17,6 Millionen danach für "24: Legacy" dran. In den darauffolgenden Wochen ging es mit den Zuschauerzahlen steil bergab, bis sie sich zwischen 3 und 4 Millionen pro Woche einpendelten.

Die Lektion scheint zu lauten: man kann Jack Bauer nicht einfach ersetzen. Was die meisten "24"-Fans schon im Vorfeld erahnten, musste FOX erst auf harte Tour lernen. Dabei hat sich Corey Hawkins als Army Ranger Eric Carter gar nicht so schlecht gemacht, war jedoch nicht in der Lage, die ansonsten nach Schema F konzipierte Terroristengeschichte zu tragen. Hawkins selbst scheint geahnt zu haben, dass es für seine neue Serie nicht gut ausgehen würde, und hat sich währenddessen für die Hauptrolle im Broadway-Stück "Six Degrees of Separation" verpflichten lassen.

Carlos Bernard war als Tony Almeida der einzige "24"-Charakter, der für "Legacy" zurückkehrte und das war nicht genug. Die Abwesenheit von Sutherland als Bauer, der die Serie sogar in ihren schwächsten Momenten (Staffeln 6 und 7) guckbar gemacht hat, hat dem Spin-Off mit Sicherheit geschadet. Doch die Serie ist nicht nur daran gescheitert. Als "24" 2001 anlief, waren das Echtzeitkonzept und eine ernsthafte Anti-Terrorismus-Serie ein brandneues Konzept, das sich jedoch im Laufe von acht Staffeln, einem TV-Film (als Brücke zwischen Staffeln 6 und 7) und dem Revival "24: Live Another Day" einfach abgenutzt hat. Serien wie "Homeland" und "The Americans" betraten in der Zwischenzeit die Bühne, wurden von Kritikern mit Lob überschüttet und stahlen "24" die Schau. Ich war ein riesiger "24"-Fan, als die Originalserie lief, habe die ersten acht Staffeln mehrmals komplett durchgeschaut und gab auch "24: Legacy" eine Chance, doch in der heutigen Fernsehlandschaft wirkte "Legacy" nur noch archaisch und hat recht einfallslos alle klassischen "24"-Elemente (Maulwurf! Verrat! Familiendrama!) recyclet. Echte Spannung kam nur selten auf und das Schicksal der meisten Figuren war mir letztlich egal. Ich habe die Staffel mehr als Pflichtbewusstsein  gegenüber der Serie, denn aus aufrichtigem Interesse beendet und werde die Neuauflage nicht vermissen.

Doch FOX ist noch nicht bereit,"24" für tot zu erklären. Der Sender führt bereits Diskussionen mit den Produzenten Howard Gordon und Brian Grazer über eine weitere Inkarnation der Serie mit Anthologie-Charakter (sodass jede Staffel neuen Charakteren und Geschichten folgen würde), ohne der Beteiligung der "Legacy"-Darsteller, jedoch unter Beibehaltung der Echtzeit-Struktur. Ist das nach dem Scheitern des Spin-Offs eine wirklich sinnvolle Idee? Ich denke, dass die einzige Version von "24", die die Zuschauer noch interessieren könnte, eine Rückkehr von Sutherland als Jack Bauer darstellen würde, um seine Geschichte besser abzuschließen, als "Live Another Day" es tat. Doch da Sutherland aktuell mit "Designated Survivor" eine eigene erfolgreiche Serie hat, wird es in absehbarer Zeit nicht dazu kommen. Übrigens ist "Designated Survivor" ein besseres "24" als "24: Legacy" es war.

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