Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm (2004)

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Jazzclub (2004) Filmkritik
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Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm, D 2004 • 84 Min • Regie: Helge Schneider • Drehbuch: Helge Schneider, Andrea Schumacher • Mit: Helge Schneider, Jimmy Woode, Pete York, Horst Mendroch • Kamera: Voxi Bärenklau • Musik: Helge Schneider • FSK: ab 6 Jahren (Hauptfilm ohne Altersbeschränkung) • Verleih: Senator Home Entertainment • Kinostart: 1.04.20104/Verkaufsstart der DVD-Neuauflage: 11.04.2014

Jazzclub (2004) Filmbild 1Teddy (Helge Schneider) ist ein idealistischer Jazzmusiker, der sich mit allerlei Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Sein Geld verdient er als Zeitungsausträger, Callboy, Vorleser und Fischverkäufer, um nachts am Flügel eines Jazzclubs seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Howard Risk (Pete York) und dem Bassist Steinberg (Jimmy Woode) gibt er dort hervorragende Jazzimprovisationen zum Besten, die jedoch außer dem Besitzer der besseren Eckkneipe niemandem gefallen. Ganz im Gegenteil: Das Trio wird permanent für seine Musik angefeindet. Am Ende bieten Außerirdische dem Jazztrio an es mitzunehmen, weil es auf ihrem Planeten keine gute Musik gibt. Die Musiker willigen ein und alle Beteiligten profitieren: Das Trio hat ein dankbares Publikum gefunden und die Außerirdischen in albernen grünen Strickkostümen haben endlich Musik. Wenn es überhaupt eine Message gibt, dann lautet sie wohl: für idealistische Jazzmusiker gibt es keinen Platz auf dieser Welt.

Dass es kaum Handlung gibt und die wenige Handlung keinen nennenswerten roten Faden hat, macht nichts. Wie bei allen Schneider-Filmen steht nicht der Plot im Vordergrund, sondern das Gesamtkonzept „Helge Schneider“: eine Mischung aus absurdem Humor und hervorragendem Jazz.

Bei Jazzclub wird bewusst auf Perfektion verzichtet. Alles am Film weist Mängel auf, die Schneider als Gag einsetzt. Bei den Dialogen und der schauspielerischen Leistung angefangen, über Kostüme und Kulissen bis hin zu Bildqualität und Schnitten lacht der Zuschauer mit und über Helge über den vermutlich bewussten Verzicht auf Qualität. Der einzige Bereich, bei dem der Film durchweg das Niveau hält, ist die Jazzmusik.

Wie in allen Helge Schneider Filmen ist Helge nahezu allgegenwärtig: Er schlüpft in verschiedene Rollen, so dass er nahezu immer zu sehen ist. Außerdem ist der komplette Soundtrack Marke „Schneider“. Natürlich hat er auch selber Regie geführt. Im Grunde ist der Film ein Live-Auftritt Helge Schneiders mit erweiterten Mitteln.

Fazit

Bei Helge Schneider scheiden sich die Geister. Entweder man schätzt ihn oder man kann ihn nicht leiden. Kaum Einer bewegt sich dazwischen. Wer sich mit Helge nicht anfreunden kann, hat sicherlich auch mit diesem Film Schwierigkeiten; Fans werden an „Jazzclub“ ihre Freude haben.

DVD-Extras

Die Aufnahmen der Dreharbeiten vermitteln einen Eindruck von Schneiders Arbeitsweise – und überraschen den Zuschauer damit eigentlich nicht – alles wirkt improvisiert, die Crew lacht ständig dazwischen, alles wirkt chaotisch, bis der Regisseur ein Machtwort spricht. Schneider scheint eine sehr konkrete Vorstellung davon zu haben, wie dass Ergebnis aussehen soll und gibt den Darstellern präzise Anweisungen.


Information zur Veröffentlichung

Die Neuauflage der DVD im Vertrieb von Universum Film GmbH sind seit dem 11.04.2014 im Handel erhältlich. Neben dem ungekürzten Film liegen bei der Veröffentlichung folgende Extras vor:

Jazzclub DVD-Cover

• Audiokommentar von Helge Schneider
• Interview mit Helge Schneider
• Hinter den Kulissen
• Verpatzte Szenen
• Im Schneideraum
• Teamfilm

 

 

 

DVD-Cover © Senator Filmverleih

 


Trailer

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