Ghost Movie (2013)

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Ghost Movie Kritik
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gesamt

A Haunted House, USA 2013 • 86 Min • Regie: Michael Tiddes • Mit: Marlon Wayans, Essence Atkins, David Koechner, Nick Swardson, Cedric the Entertainer • FSK: ab 16 Jahren • Kinostart: 21.02.2013Deutsche Website

Handlung

Malcolm (Marlon Wayans) und Kisha (Essence Atkins) wollen ihre Beziehung auf die nächste Stufe bringen und ziehen gemeinsam in ihr Traumhaus ein. Doch kurz daraufhin bemerken die beiden eine paranormale Präsenz im Haus, die auf unerklärliche Art und Weise mit Kisha verbunden ist. Was Malcolm jedoch noch mehr stört, ist dass das Sexleben von Kisha und ihm seit dem Einzug ins Haus zum Stillstand gekommen ist. So bemüht er sich, wieder den Funken in die Beziehung zu bringen, doch ständig zieht der Dämon ihm einen Strich durch die Rechnung. Letztlich sind Malcolm und Kisha auf die Hilfe eines fragwürdigen Priesters (Cedric the Entertainer), eines notgeilen Mediums (Nick Swardson) und Malcolms Möchtegern-Gangster-Freunde angewiesen.

Kritik

Der „Found Footage“-Trend in Hollywood geht schon seit Jahren ungebrochen weiter. Beinahe jedes Genre wurde bereits mit mindestens einem „Found Footage“-Eintrag versehen, von Horror (besonders populär!) über Science-Fiction und Thriller bis hin zu Komödien. Mit Ghost Movie wird nun ein neues Subgenre in „Found Footage“-Manier verarbeitet – die Filmparodie. Da versteht sich natürlich von selbst, dass die Ausgangslage für diesen Film eben die Filmreihe bildet, die erfolgstechnisch den Höhepunkt der „Found Footage“-Filme darstellt – Paranormal Activity. Bedenkt man, wie sehr sich diese Filme dazu anbieten, durch den Kakao gezogen zu werden, überrascht es einen fast, dass es ganze vier davon gab bis Hollywood sich endlich einer Parodie angenommen hat. Und das gleich doppelt. Bildet Paranormal Activity die Basis für den gesamten „Plot“ von Ghost Movie, so stellt er zumindest einen Teil des kommenden Scary Movie 5 dar. Oh Freude!

Ghost Movie Kritik 1Gefühlt minutenlange Furzattacken durch die Freundin im Bett, eine unnötig ausgedehnte „flotter Dreier“-Szene zwischen Marlon Wayans und zwei Kuscheltieren (ja, Ihr habt es richtig gelesen), ein hormongesteuertes schwules Medium, dass seine Finger von Wayans‘ Charakter nicht lassen kann (Schwulenpanik!!), Kruzifixmasturbation (war in Der Exorzist witziger), Darmentleerung auf dem Teppich (Metapher für den Zuschauer?) und die nächtliche Vergewaltigung des männlichen Hauptcharakters durch den Dämon (mehr Schwulenpanik?). Das sind die Zutaten, derer sich das Autorenteam von Wayans und Rick Alvarez bedient, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Dazu gibt’s noch „humorvolle“ Anspielungen auf andere Filme, die eindeutig über ihr Verfallsdatum hinaus sind. Blair Witch Project-Witze waren bei Scary Movie vor 12 Jahren gerade noch akut und kann sich wirklich einer noch an Snakes on a Plane erinnern? Möglicherweise war es bei den Dreharbeiten noch alles witzig und ein großer Spaß, doch dem Zuschauer ringt das alles bestenfalls ein gequältes Lächeln und ungläubiges Kopfschütteln ab.

Ghost Movie Kritik 2Marlon Wayans ist kein untalentierter Komiker. Scary Movie war eine sehr gelungene Filmparodie und definitiv das Beste, was dieses Subgenre in den letzten 15 Jahren hervorgebracht hat. Auch in anderen seiner Arbeiten lässt sich Humor finden, der jenseits des reinen Parodierens geht und als Performer ist er in der Regel durchaus überzeugend. Doch das, was er und Alvarez für Ghost Movie zusammengeschrieben haben (auf einer Streichholzschachtel, wie ich annehmen muss), hätten auch Comedy-Größen wie Jim Carrey oder Steve Martin am Höhepunkt ihrer Könnens nicht witzig darstellen können. Die versuchten Witze rangieren von  unlustig und fehlgeleitet bis schier beleidigend und fragwürdig. Dagegen erscheinen sogar die lahmen Scary Movie-Sequels wie Musterbeispiele scharfsinnigen Humors. Es ist ziemlich aussagekräftig, wenn die Filme, über die man sich hier versucht lustig zu machen, an sich schon mehr (freiwillige und unfreiwillige) Lacher bieten. Dabei liegt eine interessante Idee dem Film zugrunde – der Dämon als Symbol der Angst vor einer ernsten Beziehung. Doch wen interessiert das schon, wenn man stattdessen einfach auf Furz-, Kack- und Pinkelwitze zurückgreifen kann? Eindeutig nicht die Filmemacher.

Wie bereits erwähnt, ist Ghost Movie lediglich die erste von den beiden Filmen dieses Jahr, die Paranormal Activity aufs Korn nehmen. Sollte der zweite das Unmögliche schaffen und noch mieser sein als dieser, dann Gnade uns Gott.

Fazit

Infantil wäre hier schon ein Kompliment. Ghost Movie greift bei seinem Humor nicht in die unterste Schublade, sondern schaut direkt unter dem Schrank nach und jagt einem mehr Angst ein als all die Horrorfilme, derer er sich annimmt – die Angst vor einem Sequel.

Trailer